Deutschland schlägt gewaltbetroffenen Frauen die Tür vor der Nase zu! (15.08.2012)

Erstes Resümee zum Bericht der Situation der Frauenhäuser

Berlin, 15. August. Über 9.000 schutzsuchende Frauen konnten im letzten Jahr bundesweit von den Frauenhäusern nicht aufgenommen werden. In den oft überfüllten Einrichtungen war kein Platz für sie. Dies belegt die Bundesregierung im heute vorgestellten „Bericht zur Situation der Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und anderer Unterstützungsangebote für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder“. Jährlich suchen etwa 15.000 Frauen und 17.000 Kinder Schutz vor Gewalt vor Männern in einem der rund 350 Frauenhäuser in Deutschland.

„Mit dem Bericht stellt sich die Bundesregierung selbst ein Armutszeugnis beim Schutz von Frauen und deren Kinder vor Gewalt aus“, resümiert Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V. Besonders betroffen von dem unzulänglichen Schutz sind Frauen mit Behinderungen, psychisch kranke oder suchtkranke Frauen. Aufgrund mangelnder Finanzierung fehlen in den Frauenhäusern die Ressourcen, sich auf die besonderen Zielgruppen adäquat einzustellen.

Probleme gibt es auch bei der Finanzierung von Frauenhausaufenthalten von Frauen, die in ein anderes Bundesland flüchten. „Ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen oder unbezahlten Überstunden durch die Mitarbeiterinnen würden wohl noch mehr Frauen abgewiesen werden. Dies ist ein unhaltbarer Zustand“, kritisiert Stolle.

TERRE DES FEMMES fühlt sich in seinen Forderungen bestätigt, die Finanzierung von Frauenhäusern unverzüglich zu verbessern und eine bundeseinheitliche Regelung zu finden.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Birte Rohles, Referentin für Häusliche Gewalt, Tel: 030/40504699-25 oder E-Mail: gewaltschutz@frauenrechte.de