TERRE DES FEMMES und Berliner Familienplanungszentrum Balance übergeben 21.000 Unterschriften an Bundesgesundheitsministerium (24.08.2011)

Berlin. Zusammen mit betroffenen Frauen machten die Organisationen mit einer Straßentheater-Aktion vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin auf das tabuisierte Thema aufmerksam.

In Deutschland leben nach Berechnungen von TERRE DES FEMMES über 20.000 Frauen, die von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind. Meist ohne Narkose und unter unhygienischen Bedingungen wurden ihnen Klitoris und Teile der Schamlippen entfernt. Viele leiden lebenslang unter den Folgen der Praxis, die sie als Mädchen in ihrem meist afrikanischen Herkunftsland über sich ergehen lassen mussten.

Bislang ist weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland nicht im medizinischen Diagnoseschlüssel enthalten. Krankenkassen sind daher oft nicht bereit, die Kosten für die Behandlungen und Beratungsgespräche zu übernehmen. Damit sich dies ändert, starteten TERRE DES FEMMES und das Berliner Familienplanungszentrum Balance 2010 eine Unterschriftenaktion.

„Wir fordern Gesundheitsminister Bahr auf, sich diesem wichtigen Anliegen umgehend anzunehmen“, so Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES. „Die Nöte der Frauen müssen endlich ernst genommen werden. Es kann nicht sein, dass sie medizinische Behandlungen selbst bezahlen müssen!“

Weitere Informationen zu dieser Meldung:

Kontakt: TERRE DES FEMMES, Franziska Gruber, Tel. 030/40504699-0 oder per Mail an genitalverstuemmelung@frauenrechte.de.
Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung.

_____________________________________________________

TERRE DES FEMMES ist eine gemeinnützige Menschenrechtsorganisation für Mädchen und Frauen, die durch Aktionen, Öffentlichkeitsarbeit, Einzelfallhilfe, Förderung von Projekten und internationale Vernetzung von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. TERRE DES FEMMES klärt auf, wo Mythen und Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestiert, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei! Unsere Schwerpunktthemen sind Häusliche Gewalt, Zwangsheirat und Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung, Frauenhandel, Zwangsprostitution und soziale Rechte für Arbeiterinnen. Der Verein wurde 1981 gegründet, die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin.
Weitere Informationen finden Sie unter www.frauenrechte.de