25.11.2010: 10. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES in Tübingen vom 18. – 24. November 2010

Das Jubiläums-Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES hielt, was es versprach: ein Feuerwerk an interessanten, berührenden, preisgekrönten Filmen, mit faszinierenden Stargästen, von denen wir einige über die Jahre der Zusammenarbeit hinweg liebgewonnen hatten und mit neuen Gästen, die sich in die Filmfest-Familie einfügten – begeistert sprachen sie dem Programm des Filmfestes zu, knüpften neue Verbindungen und dachten auch gemeinsame Vorhaben für die Zukunft an.

Herausragende Gäste und Filmhighlights

Besonders begeistert wurde der Eröffnungsfilm vom Publikum aufgenommen: die spanische Schauspielerin Lola Dueñas, die für ihre Mitarbeit in Pedro Almodovars „Volver“ in Cannes prämiert wurde, präsentierte in Tübinger und Rottenburger Kinos, sowie in Schulen „Yo, también – Wer will schon normal sein“ und erntete überall Beifallsstürme. Ihre sensible Annäherung einer traumatisierten Frau – in der Rolle von Laura – an einen jungen Akademiker mit Down Syndrom wurde mit Hochachtung wahrgenommen. Sehr großen Zuspruch erhielten auch die Filme „Na Putu“, „Scheherazade“, „Winter's Bone“, „Cinco días sin Nora“ und der Film, der zehn Jahre Filmfest FrauenWelten verkörpert: „The Day I Became a Woman“. „Rough Aunties“ aus Südafrika stellte die kräftezehrende Arbeit von „Bobbi Bear“ dar, einer südafrikanischen Organisation, die missbrauchten Kindern hilft. „Bobbi Bear“-Gründerin Jackie Branfield mit ihrer empathischen und zugleich starken, kämpferische Persöndlichkeit wurde ebenfalls mit Begeisterungstürmen gefeiert, besonders in den Schulen von zahlreichen jugendlichen ZuschauerInnen.

Ehrenpreise

Für die besonders engagierte Begleitung des Filmfests FrauenWelten in den zehn Jahren seines Bestehens wurden am Samstag, 20. November, vier Ehrenpreise vergeben: An die Unterstützer der ersten Stunde, die berühmte Regisseurs-Familie Makhmalbaf aus dem Iran vertreten durch Mohsen Makhmalbaf; an Regisseurin Jasmila Zbanic aus Bosnien, Gewinnerin des Goldenen Bären für „Esmas Geheimnis“, die mit ihrem neusten Film „Na putu“ nach Tübingen kam; an die langjährige FrauenWelten-Begleiterin Elke Jonigkeit, die mit einem gemeinsamen Langzeit-Projekt ihrer Film-Protagonistinnen in Afghanistan beeindruckte und an die britische Dokumentarfilmerin Kim Longinotto, deren Preis stellvertretend von Jackie Branfield, Protagonistin ihres berührenden Dokumentarfilms „Rough Aunties“ aus Südafrika, entgegengenommen wurde.

Alle Preisträger bedankten sich herzlich und drückten aus, wie wichtig Filmfeste wie FrauenWelten sind, die sich so engagiert den Menschenrechten von Frauen verschrieben haben und außerdem den Gästen eine Athmosphäre voller Gastfreundschaft bieten.

Mohsen Makhmalbaf widmete seinen Ehrenpreis Zahra Rahnaward, der Frau von Oppositionskandidat Mussawi, Professorin für Schöne Künste an der Universität Teheran: „Sie ist mehr als würdig, diese Widmung verliehen zu bekommen und verdient die Hochachtung unserer Bevölkerung – sie, die einen grünen Kopf hat und eine rote Zunge und die das Kreuz ihres Schicksals auf ihren Schultern trägt. Und die, weil sie sich für das Leben einsetzt, keine Angst vor dem Tod hat.“

Rahmenprogramm: Fokus Afrika und Werkgespräch über Frauenrechte im Film

Es wurde auch mit einem Afrika Fokus gefeiert, mit einer Ausstellung im Rathaus und einem Konzert mit anschließender Party. Mohsen Makhmalbaf und Jasmila Zbanic gaben in einem Werkgespräch in der Filmakademie Baden Württemberg in Ludwigsburg zu „Menschenrechte von Frauen im Blickpunkt des Films“ faszinierende Einblicke in ihr Filmschaffen und ihr Engagement für Menschenrechte.

Der Zuspruch des Publikums war nicht nur in den begeisterten Rückmeldungen zu verspüren, sondern auch in Zahlen: dieses Jahr kamen weit über 3000 Zuschauer in die Kinosäle von Tübingen und Rottenburg, erheblich mehr als im vergangenen Jahr.

Mehr Informationen und Pressefotos zum Downloaden unter Filmfest Rückblick
http://www.frauenrechte.de/filmfest

Pressebetreuung

Irene Jung, Kathrin Frenz, Leonie Schönleber
Tel. 07071/ 96 98 807, Fax: 07071/ 96 98 985
15.-29. November 2010 in der Festivallobby
Tel. 07071/5696-57, -58; Fax: 07071/569696