13.06.2009: LSVD ruft zur Mahnwache vor Al-Nur-Moschee in Berlin auf- TDF unterstützt Forderungen

Al-Nur-Moschee muss sich von Bilal Philips Mordaufruf distanzieren

Der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD) e.V. hält an seinem Aufruf für eine Mahnwache morgen um 18 Uhr vor der Neuköllner Al-Nur-Moschee fest. Unterstützt wird der Aufruf von TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V.

Der Grund: Die Al-Nur-Moschee hat sich von dem Aufruf des Hass-Predigers Bilal Philips zur Tötung Homosexueller bislang nicht distanziert. Im Gegenteil: Auf der Internetseite der Moschee wird ausdrücklich bedauert, dass Bilal Philips morgen nicht persönlich erscheint. Wörtlich heißt es dort: „Achtung! Dr. Bilal Philips wird leider nicht erscheinen. Es gab eine Terminüberschneidung. Er entschuldigt sich vielmals. Vorträge finden trotzdem statt.“

Offenbar soll der geplante Vortrag von Bilal Philips morgen dennoch gehalten werden – wie und von wem auch immer. Nicht abgesagt wurde auch der Auftritt des radikalen Predigers Pierre Vogel. Vogel wird wie Philips vom Verfassungsschutz beobachtet und rechtfertigt zum Beispiel die Zwangsverheiratung neunjähriger Mädchen.

Der LSVD erwartet von der Al-Nur-Moschee eine Erklärung, in der sie sich von Philips Aufruf zur Tötung Homosexueller distanziert und homophober Hetze eine klare Absage erteilt. Darüber hinaus erwarten wir eine klare Verurteilung von Zwangsverheiratungen und ein Bekenntnis zur Gleichberechtigung der Frau.

Bei der morgigen Mahnwache werden wir diesbezüglich das Gespräch mit den Vertretern der Al-Nur-Moschee suchen. Mit Plakaten und der Botschaft „Liebe verdient Respekt“ werden wir dabei für Toleranz gegenüber Lesben und Schwulen werben.

Die Moschee befindet sich in der Haberstraße 3, 12057 Berlin. S-Bahn: Köllnische Heide: S 45, S 46, S 47 Bus: Köllnische Heide: M41 oder Boschweg: 246.