Rückschau auf das 9. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES in Tübingen vom 19.-25.11.2009

Das neunte Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES erhielt begeisterten Ansturm und  Zuspruch vom Publikum, besonders der Themenfokus „Matriarchat – heute?“.  Mit der Frauenrechtsaktivistin Leymah Gbowee war eine wahre Erbin des Matriarchats zu Gast und brachte den Kampf für Menschenrechte von Frauen in Afrika hingerissenen ZuschauerInnen, SchülerInnen und dem TERRE DES FEMMES Team nahe. Die berühmte jugendliche iranische Regisseurin Hana Makhmalbaf widmete ihren Ehrenpreis für „Mutiges Engagement für Menschenrechte von Frauen“ einem der längsten politischen Gefangenen in Iran: Amir Entezam, dessen Widerstand ermögliche, dass die heutige Generation im Iran über Freiheit überhaupt nachdenken könne.

Mit äußerster Zufriedenheit beendeten wir das neunte Filmfest „FrauenWelten“ von TERRE DES FEMMES, das begeisterten Zuspruch vom Publikum erhielt. Zu unserem Erstaunen erfuhr der Themenfokus „Matriarchat – heute?“ einen wahren Ansturm an ZuschauerInnen, der die Publikumszahlen im Kino Arsenal um 40% anschwellen ließ. Viele der Vorführungen waren ausverkauft, Zuschauerinnen und Zuschauer beteiligten sich enthusiastisch an den Publikumsgesprächen mit den Regisseurinnen, Expertinnen und der afrikanischen Frauenrechtsaktivistin Leymah Gbowee, die für diesen Themenfokus zum Filmfest  angereist waren.

Besonders der Besuch von Leymah Gbowee wurde entusiastisch aufgenommen. Wir hatten den Film „Pray the Devil Back to Hell“ über ihren Kampf für ein Ende des Bürgerkrieges in Liberia in den Themenfokus „Matriarchat – heute?“ integriert, um das Thema im Heute zu erden, in der Frage, was können matriarchale Kulturen uns heute sagen, was können wir für die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen von ihnen lernen? Zu unserer eigenen Verblüffung erfuhren wir bei ihrem Besuch, dass sie aus einer Gegend von Liberia stammt, die matriarchal strukturiert ist, und wo ihre Großmutter die Chefin eines großen Dorfes war.

So hatten wir mit ihr letztlich ein wahre Erbin des Matriarchats zu Gast und sie ließ unsere Erwartung, dass wir alle von diesen Kulturen lernen könnten, mehr zur Wirklichkeit werden, als wir uns erträumt hätten: SchülerInnen, ZuschauerInnen, das TERRE DES FEMMES -Team nahmen hingerissen die Kraft und Weitsicht dieser beeindruckenden Frau auf, und wurden von ihr immer wieder auf  unsere eigene Wirklichkeit zurückgeführt. Leymah meinte: „Der Kampf für Menschenrechte von Frauen kann an keiner Landesgrenze halt machen. Wo auch immer ich mich befinde, werde ich mich aufgerufen fühlen, einzugreifen, wenn ich sehe, dass einer Frau Gewalt angetan wird“. Damit unterstützte sie auch eloquent den Einsatz von TERRE DES FEMMES für Menschenrechte von Frauen weltweit.

Auch die berühmte 21-jährige iranische Regisseurin Hana Makhmalbaf beeindruckte das Publikum zutiefst mit dem Film „Green Days“ und ihrem Einsatz für Frauenrechte und Demokratie im Iran. Mit jugendlichem Elan, aber auch tiefer Einsicht widmete sie den Filmfest-Ehrenpreis für „Mutiges Engagement für Menschenrechte von Frauen“ Amir Entezam, der schon inhaftiert worden sei, bevor sie geboren war. Sie erklärte: „Wenn meine Generation dieser Tage überhaupt über Freiheit nachdenken kann,  dann nur aufgrund von 25 Jahren Widerstand - das heißt länger als ich denken kann - die Menschen wie Amir Entezam im Gefängnis leisteten.“

Auf Nebenbühnen des Filmfestes gab es weitere Besonderheiten: Die erste Übergabe einer DVD-Edition über die Filmarbeit von Samira Makhmalbaf an Helga Reidemeister, Dozentin an der Filmakademie Ludwigsburg. Die Edition: „The Mirror of Samira Makhmalbaf – or the magic of capturing and transforming life through film“ hatte das Filmfest aufgrund von Samiras Workshop mit angehenden FilmemacherInnen 2008 hergestellt. Sie wird Film-schulen und -akademien auf der ganzen Welt überreicht werden. Damit erwarten wir, das Thema „Menschenrechte von Frauen“ in der internationalen Filmarbeit tiefer zu verankern.

Zuletzt war das Filmfest auch Ort für eine Fortbildung für Städtegruppen von TERRE DES FEMMES, die kleine Filmtage in weiteren Städten in Deutschland organisieren. Zusammen mit der Leiterin unseres Schwesternfestivals „FrauenWelten“ in Wien wurden sie in den Ablauf des Filmfestes in den verschiedenen Kinos eingebunden und hatten Tags drauf Gelegenheit, in einem Workshop über ihre Erfahrungen und die besten Strategien zur Ausrichtung von Filmtagen für Menschenrechte von Frauen zu reflektieren.

Insgesamt sind wir mit den Publikumszahlen von insgesamt 2.500 ZuschauerInnen in Tübingen und Rottenburg sehr zufrieden, da wir mit 20 Vorführungen weniger als 2008 (es gab damals zusätzliche Vorführungsschienen in den Kinos und mehr Schulvorstellungen) einen höheren Zuschauerschnitt pro Vorstellung erreichten. Und wir blicken schon sehr gespannt dem 10. Filmfest FrauenWelten entgegen, vom 18. - 24. November 2010, das sicher an spannenden Highlights diesem neunten Filmfest in nichts nachstehen wird.

Mehr Informationen und Pressefotos zum Downloaden unter www.frauenrechte.de/filmfest

Kontakt für Pressenachfragen:  Filmfestleiterin Irene Jung, Tel. 07071/ 569657, 58, Fax: 07071/ 569696,

E-Mail: filmfest@frauenrechte.de