07.07.2006: TERRE DES FEMMES begrüßt Frauenrechte als Schwerpunkt beim Integrationsgipfel

"Gewalt gegen Migrantinnen sollte als Gradmesser für die Integration gelten!"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am 14. Juli 2006 zum Integrationsgipfel ins Kanzleramt nach Berlin geladen. 70 VertreterInnen aus allen Bereichen der Gesellschaft diskutieren die Situation von MigrantInnen im Hinblick auf Spracherwerb, Ausbildung, Berufschancen und Frauenrechte. Allerdings soll der Gipfel nur als Auftaktveranstaltung dienen, geplant sind längerfristige Arbeitsgruppen. Erklärtes Ziel ist ein "nationaler Aktionsplan" für eine verbesserte Integration, der Ende des Jahres vorliegen soll.

Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V. lobt das geplante Schwerpunktthema Frauenrechte ausdrücklich. "Frauen sind die zentralen Akteurinnen der Integration. Sie sind vornehmlich für die Erziehung und Bildung der nächsten Generation verantwortlich.

Aber Frauen müssen nicht nur mehr unterstützt und gefördert werden, sondern auch besser vor Gewalt geschützt werden. Das ist ein zentrales Anliegen der Frauenrechtsorganisation. "Durch unsere Kampagnen gegen Zwangsheirat, Ehrverbrechen oder weibliche Genitalverstümmelung haben wir diese massiven Menschenrechtsverletzungen an Migrantinnen öffentlich gemacht," sagt Stolle, "jetzt ist die Regierung dran, mehr als nur einen guten Willen zu zeigen. Gerade wenn die Gewalt von der Familie ausgeht muss die deutsche Gesellschaft den Migrantinnen offen die Hand reichen."

TERRE DES FEMMES e.V. arbeitet seit 25 Jahren für Frauenrechte in Deutschland und weltweit. "Wir sind sehr gerne bereit, unser Wissen und unsere langjährige Erfahrungen in die geplante Arbeitsgruppe einzubringen," so Stolle. Ihre Forderung lautet: "Für die Bundesregierung muss das Ausmaß an Gewalt gegen Migrantinnen der Gradmesser für ihre Integrationsarbeit werden!"

Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an: TERRE DES FEMMES, Rahel Volz oder Sibylle Schreiber Tel. 07071/79 73-25,  E-Mail: ehrverbrechen@frauenrechte.de