21.10.2005: TDF fordert vor sudanesischer Botschaft in Berlin Gesetz gegen Genitalverstümmelung

2004 startete TERRE DES FEMMES eine Protestaktion unter dem Titel "Gemeinsam auf den Weg: Für ein Gesetz gegen Genitalverstümmelung im Sudan". Über 5.000 Menschen haben sich mit einer Postkarte an den Botschafter der Republik Sudan in Berlin oder mit einer E-Mail an den ständigen Botschafter des Sudan bei den Vereinten Nationen in Genf beteiligt. TERRE DES FEMMES forderte die Botschafter mit Nachdruck auf, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um auf die zuständigen Behörden in Khartoum Druck für ein Verbot der Genitalverstümmelung auszuüben. Da der Botschafter der Republik Sudan in Berlin nicht bereit war, die Unterschriften entgegenzunehmen, appellierte TERRE DES FEMMES gestern über die Presse vor der sudanesischen Botschaft in Berlin an die Regierung im Sudan.

Denn: 90 Prozent der Frauen im größten Land des afrikanischen Kontinents sind an ihren Genitalien verstümmelt. Ein großer Teil der Frauen erleidet die extremste Form der Genitalverstümmelung, die Infibulation, bei der meist ohne Betäubung die Klitoris, die inneren und Teile der äußeren Schamlippen entfernt werden. Anschließend wird die Vagina bis auf eine winzige Öffnung zugenäht. Seit einer Gesetzesänderung 1993 stellt die Praxis im Sudan keinen Straftatbestand mehr dar.

Weltweit sind etwa 150 Millionen Frauen und Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Zahlreiche afrikanische und europäische Staaten haben diese fundamentale Menschenrechtsverletzung an Frauen explizit verboten und gesetzlich unter Strafe gestellt. Umso mehr erfüllt es TERRE DES FEMMES mit großer Sorge, dass sich im Sudan keine Initiative in dieser Richtung abzeichnet.

TERRE DES FEMMES fordert von der sudanesischen Regierung:

  • ein Gesetz zu verabschieden, das jede Form der weiblichen Genitalverstümmelung verbietet und unter Strafe stellt
  • das von der Afrikanischen Union erarbeitete Maputo-Protokoll zu ratifizieren. Es beinhaltet die Stärkung der Rechte von Frauen und eine Ächtung weiblicher Genitalverstümmelung. Erst wenn 15 der 33 Staaten der Afrikanischen Union das Protokoll verabschiedet haben, kann es in Kraft treten.
  • Aufklärungsprogramme zu entwickeln und Nichtregierungsorganisationen im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung zu unterstützen.

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Die gesammelten Unterschriften der Protestaktion gehalten von Brigitte Müller-Heitmann, links daneben Susanne Conty von der Berliner TERRE DES FEMMES-Städtegruppe


(c) Foto: Silvana Kröhn

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Protestgruppe von TERRE DES FEMMES und amnesty international sowie Unterstützerinnen vor der sudanesischen Botschaft in Berlin.

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Protestgruppe von TERRE DES FEMMES und amnesty international sowie Unterstützerinnen vor der sudanesischen Botschaft in Berlin.


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TERRE DES FEMMES engagiert sich mit Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und direkter Hilfe in Afrika seit über 20 Jahren gegen diese fundamentale Menschenrechtsverletzung an Frauen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei: TERRE DES FEMMES, Franziska Gruber, Tel: 07071/7973-0, E-Mail: genitalverstuemmelung@frauenrechte.de

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