Solidarität mit der feministischen Revolution im Iran - TERRE DES FEMMES und weitere Organisationen rufen auf zum WOMEN‘S MARCH am 10.12.

Berlin, 6.12.2022. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10.12.2022 ruft TERRE DES FEMMES e.V. gemeinsam mit der Simorgh-Gruppe, Frauen für Freiheit e.V. und der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen e. V. zum Women’s March in Solidarität mit den Protestierenden in Iran in Berlin auf. Am selben Tag finden Frauenmärsche in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart und München statt, koordiniert von der Initiative International Women in Power der Kulturbrücke Hamburg e.V.

Treffpunkt in Berlin:
Am Lustgarten am Dom im Bereich Herbert-Baum-Denkmal 
Beginn: 13.00 Uhr
Auftaktkundgebung mit RednerInnen und musikalischer Darbietung 
Demozug entlang Unter den Linden Richtung Brandenburger Tor. 
Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor. 
Voraussichtliches Ende 15.30 Uhr.

RednerInnen: Christa Stolle und Gesa Birkmann (TERRE DES FEMMES), Hannah Melms (Frauen für Freiheit e.V.), Saba Farzan (FDP), Kazem Moussavi (Simorgh-Gruppe), Sybill Schulz (ÜPFI)

Musik: Fara

Hier die Infos zu den sechs Städten:
Berlin: 13:00 Uhr, Unter den Linden / Lustgarten, 
Hamburg: 13:00 Uhr, Dammtor-Moorweide 
Köln: 13:00 Uhr, Innerer Grüngürtel (Wasserspielplatz)
München: 13:00 Uhr, Siegestor zum Odeonplatz
Stuttgart: 13:00 Uhr, Lautenschlagerstraße 23
Frankfurt: 15:00 Uhr, Goetheplatz

„Beim Women’s March am 10.12.22, dem internationalen Tag der Menschenrechte, verstärken wir die Stimme der Frauen in Iran“, sagt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V.  „Wir zeigen, dass wir sie sehen und hören, trotz aller Versuche der iranischen Regierung, sie mit massiver Gewalt einzuschüchtern und mundtot zu machen. Es sind Hunderte, die von den den berüchtigten Revolutionsgarden vergewaltigt, misshandelt und ermordet wurden“, so Stolle weiter.„Wir solidarisieren uns mit allen Protestierenden. Sie wollen nach 43 Jahren Unterdrückung und Diskriminierung durch das Mullah-Regime eine freie, demokratische und gleichberechtigte Gesellschaft.“

Seit dem Tod der jungen Kurdin Jina Mahsa Amini am 16. September 2022 riskieren die mutigen IranerInnen, allen voran Mädchen und Frauen, bei den Protesten ihre körperliche Unversehrtheit, ihre Freiheit und ihr Leben. Sie protestieren gegen tödliche Willkür und Repression. Es ist inzwischen die Rede von mehreren hundert Toten, darunter auch Kinder und viele Jugendliche.
Das iranische Regime behauptet nun, die Sittenpolizei abschaffen zu wollen – ein kleines Zeichen dafür, dass das Regime Zugzwang spürt – aber noch viel zu wenig, denn iranische AktivistInnen werten diesen Schritt als scheinheiligen Versuch, die Proteste als unnötig darzustellen, während sich nichts Grundlegendes an den Gesetzen der geltenden Scharia ändert. Es wurden bereits Protestierende zum Tode verurteilt. Und den Menschen geht es längst nicht mehr „nur“ um das Auftreten der Sittenpolizei – es geht um die Zukunft ihres Landes, und die Absetzung des Mullah-Regimes.

Am Samstag, 10.12., dem Internationalen Tag der Menschenrechte, verstärken wir so gemeinsam die Stimme der mutigen iranischen Mädchen und Frauen und sorgen dafür, dass die Proteste in der Öffentlichkeit und Politik weiter wahrgenommen werden. 

TERRE DES FEMMES fordert von der Bundesregierung:
• Erhöhen Sie den politischen Druck mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gegenüber der iranischen Regierung - JETZT! Diplomatie allein ist nicht mehr ausreichend!
 • Kein Geldfluss für das iranische Regime: Stoppen aller Handels- und Finanzgeschäfte
• Unterbindung aller iranischen Geheimdienstaktivitäten in Deutschland
• Gewährleistung der Sicherheit von Exiliranerinnen in Deutschland
• Abschiebestopp in den Iran
• Einhaltung des Neutralitätsgebots, um geflüchteten Frauen nicht zu retraumatisieren
• Sichere und geschlechtssensible Unterbringung von geflüchteten Frauen 
• Anerkennung geschlechtsspezifischer Verfolgung und Durchsetzung von geschlechtsspezifischen Rechten im Asylrechtsverfahren
• Für alle Beteiligten innerhalb des Asylrechtsverfahrens: Durchführung von Fachkräfteschulungen, Mittelbereitstellung für farsi-sprechende SprachmittlerInnen, Ausbildung von weiblichem Fachpersonal und Einsetzen von weiblichem Fachpersonal bei geflüchteten Frauen  

TERRE DES FEMMES fordert von der iranischen Regierung:
• Freilassung aller inhaftierten Frauen- und Menschenrechtsaktivistinnen 
• Freilassung aller inhaftierten Deutsch-Iranerinnen (Doppelstaatsangehörige)
• Einhaltung der Menschenrechte = Frauenrechte
• Aufhebung des Verhüllungszwangs und weiterer Kleider- und Verhaltensvorschriften für Mädchen und Frauen
• Gewährung von Versammlungs- und Meinungsfreiheit
• Förderung von Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Frauen
• Unterlassung von Staatsgewalt und Willkür gegen die Zivilbevölkerung

Weiterführende Links

Interview mit TDF-Mitfrau und Exil-Iranerin Monireh Kazemi

„Die IranerInnen haben jahrzehntelang versucht mit Reformen das System zu transformieren. Jetzt fordern sie keine Reform, sondern die Revolution. Mit der Regierung gibt es keine Reformen. Sie gehen auf die Straße, um die islamische Regierung abzuschaffen.“ Monireh Kazemi im Interview mit TDF

Bildmaterial zur freien Verwendung

Pressemitteilung zur TDF-Kundgebung vor der iranischen Botschaft am 25. Oktober