Ergebnisse der Präventionsarbeit zu weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratungen in Europa: Abschlusskonferenz des Projekts „CHAIN“ in Brüssel am 12.5.

Berlin, 9. Mai 2022. TERRE DES FEMMES e.V. lädt ein zur Abschlusskonferenz des Projekts „CHAIN“. Weibliche Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung geschehen auch in Europa. Effektive Prävention dagegen zu leisten, Fachkräfte im Umgang mit Betroffenen und gefährdeten Mädchen zu schulen, und in Diaspora-Communities für ein Umdenken zu werben – das sind die Ziele des EU-Projekts „CHAIN“.

Wir laden Sie herzlich ein zur europaweiten Abschlusskonferenz von CHAIN in Brüssel, die die Ergebnisse des 2jährigen EU-geförderten Projektes vorstellen wird:

Wann: Donnerstag, 12. Mai 2022, 10:00 – 13:00 Uhr

Wo: Online, Zoom

Sprachen (Übersetzung): English, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch

Anmeldung bis 11.5. über diesen Link.

Ablauf der Konferenz

Nach einer Eröffnungsrede von Anna Widegren, Direktorin des Netzwerks End FGM EU und Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V., wird Commissioner Helena Dalli sprechen.

Die MdEPs Evin Incir (S&D, Schweden) und Pierette Herzberger-Fofana (Bündnis 90/Die Grünen, Deutschland) werden ebenfalls teilnehmen.

Eine Einführung in das Projekt sowie einen Überblick über die Ergebnisse werden die Projektkoordinatorin Adèle Bessoule und die externe Evaluatorin Hannah Pfanzelt liefern.

In den Gesprächsrunden werden u.a. die Community TrainerInnen Sulekha Ismail (SAGSAG), Amsatou Ba (Action Aid Italia) und Sekou Kaba (TDF) die folgenden Fragen diskutieren:

1. Panel: Warum sind öffentlichkeitswirksame und zielgruppenorientierte Kampagnen in der Arbeit gegen FGM und EFM wichtig?

2. Panel: Welchen Einfluss haben die neu entwickelten Handlungsempfehlungen auf die Arbeit der Fachkräfte? Welche Rolle kommt Männern als Schlüsselakteuren im Einsatz gegen FGM und EFM zu?

Die Konferenz soll außerdem die Möglichkeit bieten, Einschätzungen und Inputs von ExpertInnen aus Politik und Gesellschaft, Community TrainerInnen, AktivistInnen und ProjektkoordinatorInnen zu hören, sich auszutauschen und Forderungen an Politik und Gesellschaft zu formulieren.

Zum Projekt CHAIN:

TERRE DES FEMMES hat das zweijährige, EU-geförderte Projekt im Rahmen des Rights, Equality and Citizenship Programme der Europäischen Kommission koordiniert und gemeinsam mit vier europäischen Partnerorganisationen umgesetzt – Action Aid Italia, Equipop, Save a Girl, Save a Generation sowie dem europäischen Netzwerk End FGM EU.

Aus diesen vier Kernelementen besteht das CHAIN Projekt:

  • Sensibilisierung von Community Mitgliedern, im Besonderen von Community Leadern
  • Entwicklung eines Modellprojekts zur Intervention und Prävention bei FGM und EFM
  • Fachkräfteschulungen zu den zwei Formen geschlechtsspezifischer Gewalt
  • Awareness Raising durch eine zielgruppenorientierte Kampagne

In Mailand, Berlin, Madrid und Paris waren MultiplikatorInnen aktiv, sogenannte Community TrainerInnen aus Diaspora-Communitys, mit dem Ziel, zu sensibilisieren, informieren und Verhaltens- und Denkweisen in Hinblick auf FGM und EFM zu verändern. Die Arbeit der Community TrainerInnen steht im Zentrum des gesamten Projekts.

Europaweit haben Community TrainerInnen Fachkräfte z.B. aus dem medizinischen und sozialpädagogischen Bereich fortgebildet.

Zudem wurden erstmals für jede der vier Städte Handlungsempfehlungen zur Intervention und Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-Zwangsverheiratung entwickelt, die z. B. PolizistInnen, ÄrztInnen und Lehrkräften praktische Orientierung  und Hintergrundwissen bieten.

Weiterführende Links

Wer sind die Community TrainerInnen?

Zwei Animations-Videos der Awareness-Raising Kampagne:

Handlungsempfehlung zur professionellen Arbeit mit betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen in Berlin (Infos und Download des PDFs)

Aktuelles zu CHAIN