Nachruf auf Collin Schubert

Collin SchubertWir haben eine Freundin verloren. Collin Schubert war nicht nur eine unermüdliche Kämpferin für die Rechte von Mädchen und Frauen. Sie war nicht nur kompromisslos auf der Seite der Freiheit und der Gleichberechtigung, ungeachtet von Nationalität und Religion. Sie war ein kritischer Geist, ohne Angst anzuecken, eine unabhängige Denkerin, messerscharf analysierend und mit der Gabe, Menschen um sich zu versammeln. Ein Vorbild, die es verstanden hat zu überzeugen und zu motivieren, für Frauenrechte selbst aktiv zu werden.

TERRE DES FEMMES verliert mit Collin Schubert eine große Unterstützerin, eine überzeugte Feministin, die Seite an Seite im Schulterschluss mit uns stand. Wie viele Aktionen hat sie initiiert? Wie viele Menschen hat sie inspiriert? Viele Jahre waren wir gemeinsam unterwegs. Viele von uns haben von ihr gelernt, sich politisch mit ihr auseinandergesetzt, vielleicht auch um gemeinsame Positionen gerungen. Die Freiheit und die Rechte von Mädchen und Frauen durchsetzen, bewahren und verteidigen - das war ihr Thema und ihre politische Heimat. Ihre Stimme, ihr kritisches Denken wird uns bei Diskussionen fehlen. Doch mindestens so sehr vermissen wir Collins Lachen, ihren Humor, ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft. Die Verbundenheit geht weit über politische Ziele hinaus. Wir erinnern uns an tiefe persönliche Gespräche, an komische Anekdoten, an kontroverse Diskussionen, an Kaffeenachmittage im Sommergarten, an Autofahrten zu gemeinsamen Vorträgen, an so viele Situationen, die das Zusammensein mit ihr ausgemacht haben. Wir trauern um eine großartige, herzliche, geradlinige und kluge Mitfrau. Wir haben eine liebe Freundin verloren.

Deine TERRE DES FEMMES-MitstreiterInnen

 

Filmfest FrauenWelten in Tübingen 2005, v.l.n.r. Collin Schubert, Elke Jonigkeit. Foto: © Alexander Gonschior
Schulung „Zwangsverheiratung erkennen – richtig handeln“ 2011 in Ulm. v.l.n.r. Fatma Sonja Bläser, Monika Michell, n.n., Collin Schubert, Foto: © TERRE DES FEMMES
Diskussion „Islamismus und die Rechte der Frauen“ in 2017 Tübingen v.l.n.r. Mina Ahadi, Collin Schubert
Veranstaltung anlässlich des 25.11.18 „Den Mädchen das Rathaus“ im Tübinger Rathaus, v.l.n.r. Gabriele Halder, Irene Jung, Collin Schubert, Boris Palmer. Foto: © Alexander Gonschior
Fahnenhissung am 25.11.2018 vor dem Tübinger Rathaus, v.l.n.r. Gabriele Halder, Christa Stolle (Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES), Collin Schubert, Irene Jung, , Boris Palmer (Oberbürgermeister Tübingen), Kinder, Luzia Köberlein (Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Tübingen). Foto: © Alexander Gonschior
Kaffeekränzchen 2018 in Tübingen, v.l.n.r. Sandra Stopper, Irene Jung, Collin Schubert, Anke Brüchert. Foto: © Heiner Schubert

 

 

Collin Schubert (30.07.1943 – 19.02.2019) war Psychologin und lebte von 1972 bis 1975 in Afghanistan. Seit dieser Zeit beschäftigte sie sich mit den Themen Afghanistan und Feminismus. Im Jahr 2002 trat sie TERRE DES FEMMES bei und engagierte sich ehrenamtlich in der TDF-Arbeitsgruppe „Frauenrechte in islamischen Gesellschaften“ und koordinierte zwei afghanische Frauenhilfsprojekte von TERRE DES FEMMES. Häufig vertrat Sie TERRE DES FEMMES als Expertin bei Fortbildungsveranstaltungen und Fachtagungen. Beispielsweise leitete Sie von 2010 bis 2012 die Workshops „Zwangsverheiratung erkennen – richtig handeln“, in denen MitarbeiterInnen von Behörden aus Baden-Württemberg zum Thema Zwangsverheiratung geschult wurden.

In unserem damaligen Newsletter „GLASklar – Rund um die Arbeit von TERRE DES FEMMES“ erklärt Collin Schubert 2009 mit ihren eigenen Worten warum Sie sich für TERRE DES FEMMES engagiert hat.