UNICEF Sudan zum Austausch bei TERRE DES FEMMES in Berlin

v.l.n.r. Samreen Suliman (CHANGE Agent), Samah Samah Fathalrhman (UNICEF Sudan), Charlotte Weil (TDF) und Mai Ali (CHANGE Agent). Foto: © TERRE DES FEMMESv.l.n.r. Samreen Suliman (CHANGE Agent), Samah Samah Fathalrhman (UNICEF Sudan), Charlotte Weil (TDF) und Mai Ali (CHANGE Agent). Foto: © TERRE DES FEMMESAm 12. November begrüßte TDF-Referentin Charlotte Weil (Referat für weibliche Genitalverstümmelung) eine Vertreterin des UNICEF Büros Sudan in der Berliner Geschäftsstelle. Darüber hinaus wurde das Treffen durch zwei CHANGE Agents des laufenden EU-Projektes Let’s CHANGE inhaltlich bereichert.

Obwohl TDF-Referentin Charlotte Weil mit der Koordination des EU-Projektes und der anderweitigen Betreuung des Referats allerhand zu tun hat, fand sich am Montag, den 12. November 2018 dennoch die Zeit für ein intensives und informatives Austauschgespräch mit einer sudanesischen Aktivistin: Samah Abdallah Fathalrhman arbeitet seit 2016 als hauptamtliche Projektbetreuerin bei UNICEF und führt in ihrer Arbeit unter anderem großangelegte Studien zu FGM und Zwangsheirat im Sudan durch. Des Weiteren betreut sie zusammen mit anderen KollegInnen vor Ort eine nationale Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagne, „The Saleema Initiative“.

In Zusammenarbeit mit dem nationalen Rat für Kindeswohl (National Council for Child Welfare (NCCW)) hat UNICEF Sudan im Jahr 2008 die Kampagne initiiert, um einen konstruktiven Diskurs zu FGM in der Community anzustoßen. Neben dem allgemeinen Austausch mit Familien und Communities zu den Konsequenzen und der rechtlichen Handhabung von weiblicher Genitalverstümmelung, werden die betroffenen Mädchen und Frauen zudem über anatomische Grundlagen ihres Körpers und über soziale Normen informiert. Der Slogan der Kampagne lautet: „Every girl is born saleema... Let every girl grow saleema!“ („Saleema“ ist das arabische Wort für „vollständig“, „gesund“, „unversehrt“.)

Die Saleema Initiative wird darüber hinaus von zahlreichen prominenten BotschafterInnen unterstützt, die sich entweder an den Aktivitäten von UNICEF beteiligen oder in eigenen Events auf das Thema aufmerksam machen. Einen weiteren wichtigen Bestandteil der Kampagne bilden die Besuche von Krankenhäusern und Gesundheitszentren, in denen werdende Mütter ihre Töchter zur Welt bringen. Diese so genannte „Born Saleema Initiative“ soll den Müttern die Vorteile aufzeigen, wenn sich diese gegen eine Verstümmelung ihrer Mädchen entscheiden und sie dadurch „saleema“, also unversehrt lassen.

Die Arbeit UNICEFs im Sudan wurde durch Samah Abdallah im Rahmen einer Präsentation recht umfangreich und ansprechend vorgestellt und im weiteren Austausch mit den CHANGE Agents Mai Ali und Samreen Suliman kritisch reflektiert. Da beide selbst aus dem Sudan stammen und Mai Ali gelegentlich auch selbst beruflich im Sudan unterwegs ist, konnte die Situation vor Ort durch Erfahrungen in der Communityarbeit zusätzlich bereichert werden. Gemeinsam wurde diskutiert, wie die Sensibilisierung noch effektiver gestaltet werden kann. Das Gespräch und der rege Austausch über mögliche Maßnahmen hat gezeigt, dass eine Kooperation beider NGOs in Zukunft unabdingbar ist. Die Vernetzung mit aktiven Organisationen in Ländern mit hoher FGM-Prävalenzrate ist ohnehin ein wichtiger Bestandteil von TERRE DES FEMMES‘ Communityarbeit, sodass wir uns nun über einen weiteren Netzwerkpartner für die Zukunft freuen können!

 

Stand 11/2018

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