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Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Als erster US-Staat verbietet Delaware Frühehen

Am 9. Mai 2018 unterzeichnete der Gouverneur des US-Bundesstaates Delaware einen Gesetzentwurf, der Eheschließungen unter 18 Jahren untersagt. Somit ist Delaware der erste und bis jetzt einzige Bundesstaat in den USA, welcher Eheschließungen mit mindestens einer minderjährigen Person ohne Ausnahmen verbietet. Der Zusatz „ohne Ausnahmen“ ist ein wichtiger, denn obwohl das Mindestheiratsalter in den meisten US-Bundesstaaten bei 18 Jahren liegt, werden Ehen mit Minderjährigen geschlossen. Der Grund dafür: Es gibt viele und vor allem sehr großzügig definierte Ausnahmefälle. Dazu gehören die Erlaubnis der Eltern, eine richterliche Genehmigung oder eine Schwangerschaft. Hinzu kommt, dass 23 Staaten für diese Ausnahmeregelungen kein Mindestalter festlegen. Laut Human Rights Watch, wurden zwischen 2000 und 2010 167.000 Kinder in insgesamt 38 Staaten der USA verheiratet – manche von ihnen waren zu dem Zeitpunkt der Eheschließung gerade einmal 12 Jahre alt. Aktuellere Zahlen des Pew Research Centers besagen, dass im Jahre 2014 fast 60.000 15- bis 17-Jährige in den Vereinigten Staaten verheiratet waren.

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10. Todestag von Morsal Obeidi: Gedenkveranstaltung in Hamburg am 15.5.18

Städtegruppe Hamburg gedenkt Morsal Obeidi 15.5.2018, 10.Todestag. Foto: © Antje LangethalStädtegruppe Hamburg gedenkt Morsal Obeidi 15.5.2018, 10.Todestag. Foto: © Antje LangethalAm 15. Mai 2008 wurde die 16 Jahre alte Deutsch-Afghanin Morsal Obeidi von ihrem älteren Bruder Ahmad mit über zwanzig Messerstichen in Hamburg getötet. Beweggrund für diesen so genannten Ehrenmord war Morsals Wunsch, frei und selbstbestimmt zu leben. Die Familie, mit ihrer strikten Lebensweise und ihren überkommenen Traditionen, konnte dieses Bestreben nicht akzeptieren und reagierte darauf zunächst mit Gewalt und zu guter Letzt mit ihrer Ermordung.

Anlässlich des zehnten Todestages von Morsal Obeidi erinnerten die Frauen der Städtegruppe Hamburg von TERRE DES FEMMES an ihr Schicksal. Zwischen 16 und 18 Uhr hielten sie am Ort des Geschehens, dem Übergang der S- und U-Bahnhaltestelle Berliner Tor, eine Mahnwache. Die Frauen nutzen die zwei Stunden nicht nur um Morsal zu gedenken, sondern auch, um die Öffentlichkeit für das Thema Ehrenmord zu sensibilisieren. PressevertreterInnen von öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehsendern waren ebenfalls anwesend.

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Schädigende traditionelle Praktiken verhindern - Helfen Sie uns, Mädchen und Frauen davor zu schützen

Foto: © kmiragaya - Fotolia.comFoto: © kmiragaya - Fotolia.comEine 14-jährige Syrerin wurde auf der Flucht verlobt und soll nun zwangsverheiratet werden. Ihre Betreuerin in der Unterkunft meldet sich bei uns. Sie möchte sich beraten lassen, wie sie dem Mädchen ganz konkret helfen kann.

Dieser Fall ist kein Einzelfall. Viele Mädchen und Frauen sind von schädigenden traditionellen Praktiken wie Frühverheiratung oder weiblicher Genitalverstümmelung bedroht oder betroffen – in ihren Herkunftsländern, auf der Flucht oder hier in Deutschland.

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Zahl der angezeigten Zwangsheiraten 2017 erneut gestiegen

PKS AlterderOpfer Zwangsheirat rFAltersverteilung der Opfer. Quelle: PKS 2018Am 8. Mai 2018 wurde die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die Statistik liefert unter anderem auch Auskunft über die Zahlen bezüglich Zwangsheirat nach §237 StGB. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 75 Fälle von Zwangsheirat in Deutschland angezeigt, darunter 44 Versuche. Im Vorjahr lag die Zahl noch bei 67 erfassten Zwangsheiraten und Zwangsheiratsversuchen, 2015 bei 50.

Unter den 81 Opfern gibt es 75 weibliche und sechs männliche Betroffene. 72 Prozent der 110 Tatverdächtigen sind männlich.

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Fachtag zum Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen – TERRE DES FEMMES Referentin informiert und diskutiert in Berlin-Neukölln

Ein interessiertes Fachpublikum diskutiert mir Myria Böhmeke die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage. Foto: © TERRE DES FEMMESEin interessiertes Fachpublikum diskutiert mir Myria Böhmeke die Auswirkungen der neuen Gesetzeslage. Foto: © TERRE DES FEMMESTERRE DES FEMMES setzte sich in den letzten Jahren intensiv für Gesetzesänderungen zur Verhinderung von Eheschließungen Minderjähriger ein. Diese Bemühungen wurden mit dem am 22. Juli 2017 in Kraft getretenen Gesetz belohnt. Unter anderem gilt nun für deutsche sowie nicht-deutsche Staatsangehörige, dass eine Ehe erst ab 18 Jahren geschlossen werden kann, ohne Ausnahmen. Des Weiteren dürfen Minderjährige ebenfalls nicht im Rahmen einer religiösen oder traditionellen Zeremonie verheiratet oder verlobt werden. Die Ehen minderjährig Verheirateter, die nach Deutschland einreisen, werden entweder aufgehoben oder für unwirksam erklärt.

Um sich über das neue Gesetz und dessen Umsetzung in der Praxis zu informieren und auszutauschen, fand am Vormittag des 07.03.2018 die Fachtagung „Gesetz und Praxis – Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten von Neukölln Sylvia Edler, der Kinderschutzkoordinatorin des Neuköllner Jugendamts Marion Thurley und einer Mitarbeiterin von „Papatya“, der anonymen Kriseneinrichtung für Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund statt. Zunächst gab die TERRE DES FEMMES Referentin zu Gewalt im Namen der Ehre Myria Böhmecke einen fachlichen Überblick über Zahlen und Hintergründe von Frühehen und setzte die Zuhörenden über die aktuelle Gesetzeslage sowie deren Umsetzung in der Praxis in Kenntnis.

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