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Das erste CONNECT-Gruppentreffen 2018: „Wir haben uns gesehen und es war klar, wir passen zusammen!“

Teilnehmerinnen des Connect-Gruppentreffen. Foto: © TERRE DES FEMMESTeilnehmerinnen des Connect-Gruppentreffen.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Am 22. März 2018 trafen sich zum ersten Mal in diesem Jahr die Patinnen aller drei CONNECT-Zyklen zum vierteljährigen Gruppentreffen. Eine gute Gelegenheit, sich in vertrauter und entspannter Atmosphäre mit den anderen über Erfahrungen, Sorgen und schöne Momente der Patenschaften auszutauschen.

Die Tandems: So vielseitig wie die teilnehmenden Frauen

Ein wichtiges Thema des Treffens war die Frage, wie es den einzelnen Patinnen in ihren Patenschaften geht. Dabei kristallisierte sich schnell heraus, dass die einzelnen Tandems unterschiedliche Dynamiken für sich entwickelt hatten. Eine Patin hat viel Kontakt mit der ganzen Familie der Partnerin, eine andere erzählt vom gemeinsamen Opernbesuch. Viele haben Erfolgserlebnisse zu berichten: „Ich konnte die sprachliche Entwicklung mitverfolgen.“ und „Ich bin die Oma für alles!“.

Auch der Aufbau der Patenschaften und die verschiedenen Phasen der Tandems werden bei dem Treffen deutlich. Eine Patin des ersten CONNECT-Zyklus, deren einjährige Patenschaft vor kurzem endete, berichtete von ihrer Sehnsucht nach einer neuen Bekanntschaft. Ganz frisch bei CONNECT, erzählte eine Patin aus dem dritten Zyklus freudestrahlend von dem ersten Treffen mit der Partnerin vor wenigen Wochen: „Wir haben uns gesehen und es war klar, wir passen zusammen!“.

Und trotz der unterschiedlichen Erfahrungen haben viele Patinnen ähnliche Fragen: Wie schaffen wir es, die Begegnungen auf Augenhöhe stattfinden zu lassen? Welche Rolle spielen unterschiedliche kulturelle Hintergründe? Was sind meine Ziele in der Patenschaft?

„Ihr seid die Türöffnerinnen“

Hilfe bei der Suche nach Antworten leistete Naïla Chikhi, die zuständige Projektreferentin bei TERRE DES FEMMES: “Ihr seid die Türöffnerinnen!“. Der Erfolg in einer Patenschaft liege darin, erklärte Chikhi, die Frauen als Menschen – und nicht als Projektion eigener Vorstellungen – wahrzunehmen. Außerhalb der Gruppentreffen steht TDF sowohl den Patinnen als auch den geflüchteten Partnerinnen mit Rat und Tat zur Seite.

An diesem Abend halfen besonders die konkreten Ratschläge und Erfahrungsberichte der anderen Patinnen bei der Reflektion der eigenen Situation und möglichen Lösungsansätzen. Eine Patin berichtete von ihrer Hilflosigkeit: Ihre Tandempartnerin wohnt in einer Gemeinschaftsunterkunft. Aus Angst vor Übergriffen traut sie sich nachts nicht im Schlafanzug auf die Toilette. Eine eigene Wohnung als Ausweg? Schier unmöglich bei der Berliner Wohnungslage. Die anderen Patinnen gaben nicht nur hilfreiche Tipps zur Wohnungssuche, sondern stärkten die Betroffene auch emotional. Als Patin kann man nicht alle strukturellen Schwächen des Asylsystems ausgleichen. Wichtig ist es, sich selber klarzumachen, dass das Zuhören und Ernstnehmen der Schwierigkeiten ein wichtiger Bestandteil einer Patenschaft ist, oft aber das Vermitteln an Hilfsträger und die Stärkung der Selbstständigkeit der geflüchteten Frau die Grenze des Machbaren ist.

Ob Probleme in der Unterkunft, der Familie, beim Finden von Schulplätzen für die Kinder oder von Jobs: Die Patinnen werden mit Situationen konfrontiert, die häufig fordernd sein können. Gerade das beeindruckende freiwillige Engagement, das diese Frauen leisten, hilft den Partnerinnen auf ihrem Weg in Deutschland Fuß zu fassen; ihre Situation zu verbessern. „Ich habe jetzt eine sechsköpfige Familie“ berichtete eine Patin über ihr Tandem.

,Bereichert von einem Abend mit tollen aktiven Frauen, an dem viel Ernstes aber auch viel Freude ausgetauscht wurde, kehrten die Patinnen wieder in ihren Alltag und ihr Tandem zurück.

Weitere Berichte und Fotos auf der Projekt-Homepage www.connect-women.de