Ereignisse aus dem Jahr 2014

Treffen und Austausch mit entwicklungspolitischen Akteuren

Das Referat für Internationale Entwicklungszusammenarbeit erweitert seinen Aktionsradius. Die Positionen von TERRE DES FEMMES und unsere Aktivitäten in der Entwicklungszusammenarbeit werden weiter ausgebaut. Dazu gehören auch Kontakte und Treffen mit anderen entwicklungspolitischen Akteuren.

Im Januar/Februar treffen wir uns zum Beispiel mit Kolleginnen von der Johanniter-Unfallhilfe und mit dem Club der Zonta-Frauen Berlin. Mit ihnen debattieren wir über aktuelle entwicklungspolitische Themen sowie deren Bedeutung für die Rechte von Frauen. Wir fragen uns, wie es sein kann, dass zum Beispiel weibliche Genitalverstümmelung noch immer ein so schwerwiegendes Problem in der Welt ist und wie wir noch gezielter dagegen vorgehen können. Starke Frauenbündnisse auf dem Weg zur Umsetzung von Frauenrechten – das ist es, was wir auf allen Ebenen ganz dringend benötigen.

Im Netzwerk VENRO - Verband entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen - beteiligen wir uns bei den Sitzungen der AG Gender. Weitere Treffen und Austausch gab es mit KollegInnen von Brot für die Welt, Weltfriedensdienst, Plan, Auswärtiges Amt und BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, mit dem Institut für Auslandsbeziehungen, mit dem Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, mit UN Women, DIFÄM (Deutsches Institut für Ärztliche Mission), Ärzte ohne Grenzen, Alice Salomon Hochschule, Ndoro Trading, Vélos für Afrika etc.

Globale Post-2015-Entwicklungsagenda

Die bereits in 2013 begonnene Debatte um die Milleniums-Entwicklungsziele wird im Jahr 2014 auf vielen unterschiedlichen Ebenen, staatlich-zivilgesellschaftlich, national-international, intensiv weitergeführt. In diesem Zusammenhang haben wir die Position von TERRE DES FEMMES klarer herausgearbeitet.

Zusammen mit zahlreichen VertreterInnen der Zivilgesellschaft aus ganz Deutschland diskutieren wir die weitere Entwicklung der Millenniums-Entwicklungsziele. Im August 2014 nehmen wir teil am VENRO-Dialogforum „Neue Impulse oder business as usual? – Zivilgesellschaftliche Anforderungen und Erwartungen an eine neue globale Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda für die Zeit nach 2015“.

Die Ergebnisse dieser umfangreichen Debatte werden im VENRO-Positionspapier I/2014 in acht Kernpunkten einer neuen globalen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsagenda zusammengefasst.

Die neue Bundesregierung hat uns einen neuen Entwicklungshilfeminister gebracht und wir haben bei verschiedenen Veranstaltungen interessiert wahrgenommen, wie sich die neue BMZ-Politik gestalten wird. So wurden zum Beispiel die Kernpunkte der neuen deutschen Afrikapolitik im Rahmen einer BMZ-Konferenz „Afrika auf dem Weg vom Krisen- zum Chancenkontinent“ zur Debatte gestellt.

Im November 2014 fand darüber hinaus das BMZ-EINE WELT-Zukunftsforum statt, in dessen Rahmen die Charta „EINE WELT – unsere Verantwortung“ an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel übergeben wurde. Gemeinsam mit anderen Akteuren der entwicklungspolitischen Zivilgesellschaft haben wir uns gefragt, warum für PolitEvents dieser Art soviel Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, wo doch gleichzeitig die Ergebnisse recht oberflächlich bleiben.

Besuche aus unseren Partnerorganisationen

Ein absolutes Highlight im Referat EZ war die Veranstaltungstour, die wir mit Rakieta Poyga (Gründerin und Leiterin unserer Partnerorganisation Bangr Nooma/Burkina Faso) im Juni/Juli 2014 in Deutschland durchgeführt haben.

Rakieta Poyga hat viele Menschen hier in Deutschland mitten ins Herz getroffen durch ihr aufrechtes und starkes Engagement im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung. Zu den zahlreichen Veranstaltungen kamen insgesamt mehr als 500 Personen.

Neue Projektaktivitäten mit unseren Partnerorganisationen

Der Erfolg des von TERRE DES FEMMES unterstützten Projektes „Selbstbestimmung durch Bildung“ hat zwischenzeitlich zu einem weiteren Projekt im Bereich Mädchenbildung in Nordkamerun geführt. Durch die Unterstützung von TERRE DES FEMMES und mit Fördermitteln des BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung - konnte die neu gebaute Mädchenschule in Mazi bereits im März 2014 eingeweiht werden.

Mit unserer neuen Partnerorganisation YAKA-KOOP in der Türkei haben wir zwei wichtige Kampagnen in der Region Van/Osttürkei zu den Themen „Kinderbräute NEIN“ und „Sag` NEIN zu Gewalt gegen Frauen“ umsetzen können.

Seit August 2014 haben uns erschreckende Nachrichten von unserer Partnerorganisation „Amazonian Initiative Movement“ in Sierra Leone erreicht: die Ebola-Epidemie hat sich in rasentem Tempo und mit erschreckenden Ausmaßen auch in Sierra Leone ausgebreitet. Wir wollten nicht tatenlos zusehen und haben mehrere Hilfsaktionen ins Leben gerufen.

Wir überdenken immer wieder die Kooperationen zu unseren Partnerorganisationen und überlegen, wie wir die Handlungsspielräume, die eine wirklich bedarfsorientierte kreative Zusammenarbeit darstellen, mit unseren Partnerorganisationen erweitern können.

Unsere Partnerorganisationen sind so unterschiedlich, wie ihre Länder sind. Dennoch haben alle eines gemeinsam: die Bildungsarbeit von Frauen für Frauen und Hilfe zur Selbsthilfe stellen wichtige Kernelemente ihrer Aktivitäten dar. In diesem Bereich wollen wir verstärkt unterstützen und haben seit September 2014 einige Solidaritätsprodukte aus den Partnerorganisationen in unserem Online-Shop eingestellt.

In vielen Teilen der Welt sind Frauen oft in einem stärkeren Ausmaß Gewalt ausgesetzt und kommen aus der Gewaltspirale nicht heraus, weil sie wirtschaftlich abhängig sind von Familie oder Ehemann. Ökonomische Unabhängigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil für den Gewaltschutz von Frauen. An dieser Stelle spielen der Aufbau einkommenschaffender Maßnahmen sowie Produktion und Verkauf von Produkten eine wesentliche Rolle. Und Frauen gehen hier auch sehr kreativ zu Werke...

In diesem Zusammenhang waren wir auch zum ersten Mal beim Markt der Kontinente in den Ethnologischen Museen Dahlem vertreten.

Ganz erfreuliche Nachrichten konnten wir noch im Dezember 2014 von unserem Frauenzentrum Shahrak aus Afghanistan vernehmen: nach langjährigem Kampf und der Suche nach Fördermitteln konnte endlich der erste Spatenstich zum Bau des eigenen Frauenzentrums getan werden!

Der Dezember 2014 hat uns noch einen weiteren Erfolg beschert: unser zweiter Antrag auf Fördermittel beim BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) hat die letzten Hürden zur Bewillligung genommen. Damit stehen uns für ein Kooperationsprojekt mit Bangr Nooma/Burkina Faso ausreichend Mittel zur Verfügung, um in Ouagadougou eine Beratungsstelle für Mädchen und Frauen aufzubauen, die Opfer von Gewalt sind.

Auslandsdelegationen

Imelda Marrufo Nava, die feministische Aktivistin aus der Ciudad Juarez / Mexiko hat uns im März 2014 in der TERRE DES FEMMES - Geschäftsstelle besucht.

Im September 2014 fand bei TERRE DES FEMMES ein Delegationstreffen mit Frauenrechtsaktivistinnen aus der Region Kurdistan-Irak statt.

Gleich im Oktober 2014 gab es das nächste Treffen: Netty Musanhu, Direktorin von Musasa, der größten Frauenrechtsorganisation Simbabwes und Marion Körbel vom Weltfriedensdienst tauschten sich mit Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES und Katrin Schwedes, Leiterin der TDF-Beratungsstelle aus.

Öffentlichkeitsarbeit

Eine Pressekonferenz anlässlich des Internationalen Tages „Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ hat uns gleich im Januar 2014 auf den Plan gerufen.

Weiter ging es schwungvoll ins Jahr 2014 mit der Informations- und Kulturveranstaltung „Festival of Hope – STAND UP FOR WOMEN`S RIGHTS“.

Zum Themenbereich „Bildungsarbeit für ein selbstbestimmtes Leben“ haben wir im September 2014 eine EZ-Themenwoche gestaltet und verschiedene Portraits von Mädchen aus unseren Partnerorganisationen veröffentlicht.

Bildung hilft Mädchen und Frauen dabei, ihre Rechte zu kennen, diese einzufordern und in die Tat umzusetzen. Bildung stärkt Mädchen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben, weil es sie vor den verschiedenen Formen von Gewalt, wie einer frühen Zwangsverheiratung, sexueller Ausbeutung, weiblicher Genitalverstümmelung oder häuslicher Gewalt, schützt.

Wo Frauen nichts wert sind – vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen“, so lautet der Titel des neuen Buches von Maria von Welser. Gemeinsam mit dem Buchverlag haben wir am 16.10.2014 in der Bertelsmann Repräsentanz Berlin hierzu eine Veranstaltung gemacht.

„Maria von Welsers Buch ist nicht nur ein Tatsachenbericht trauriger Frauenschicksale, sondern auch ein Aufruf, aktiv zu werden für die Rechte von Frauen! Eine gerechte Welt ist möglich.“ – so Christa Stolle in ihrer Begrüßungsrede, die sie mit einem Zitat von der Ethnologin Margaret Mead abschließt: „Zweifle nie daran, dass einige wenige engagierte, umsichtige Menschen die Welt verändern können. Nichts anderes hat sie je verändert.“

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