Wir haben es geschafft – das neue Frauenschutzhaus in Nordmali steht!

Frauenschutzhaus in Gao/Mali. Foto: © APDFFrauenschutzhaus in Gao/Mali. Foto: © APDFEins unserer größeren Projektvorhaben, das wir seit 2017 gemeinsam mit unserer Partnerorganisation APDF in Mali durchführen, ist nun erfolgreich zum Abschluss gekommen: der Aufbau eines neuen Frauenschutzhauses in der Krisenregion Nordmali. Die Baumaßnahme hat uns so manches Mal vor Herausforderungen gestellt. Aber - jetzt haben wir es geschafft! Vom Grundstückserwerb über Bauplanung zur Baustelle und fertigem Gebäude ging es getreu dem afrikanischen Sprichwort: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern!“

Ein wirklich großes DANKE und MERCI gebührt zuerst allen Beteiligten, die an dem Kraftakt beteiligt waren:

  • unseren Mitstreiterinnen von der Partnerorganisation APDF in Mali
  • unserem Supervisions-Architekten vor Ort, der alle baulichen Belange in enger Abstimmung mit dem einheimischen Architekten und Bau-Unternehmer fest im Griff hatte
  • unserer ehrenamtlichen TDF-Projektkoordinatorin für die APDF/Mali-Kooperation, Susanne Meister, die uns erfolgreich im Fundraising unterstützt hat
  • unseren privaten und institutionellen Geldgebern wie u.a. der Bayrischen Staatskanzlei, Convalor Projektpartner GmbH, eine Gynäkologin aus Franken, Stern für Mali u.v.m.

Hier nochmal im Zeitraffer die Etappen, die hinter uns liegen...

Beim TDF-Projektbesuch in Mali (2016) signalisierte unsere Partnerorganisation den dringenden Bedarf für ein weiteres Frauenschutzhaus in der Krisenregion Nordmali. Das APDF-Frauenschutzhaus in Bamako war überfüllt von Mädchen und Frauen, die Opfer von islamistischen Gewaltakten im Norden des Landes gewesen und nach Bamako geflohen sind.

Für ein Frauenschutzhaus in Gao wurden in weiteren Gesprächen und Austauschtreffen die gemeinsame Projektkonzeption APDF-TDF erarbeitet und an potentielle UnterstützerInnen verschickt. Ein Kölner Unternehmer, der bereits den Bau des ersten APDF-Frauenschutzhauses in Bamako mitfinanziert hatte, signalisierte Interesse. Das hat uns ermutigt und wir haben mit den ersten praktischen Schritten losgelegt.

Eine grundsätzliche Schwierigkeit war von Beginn an klar: das Projekt wurde in einer Krisenregion umgesetzt und zusätzliche flankierende Maßnahmen mussten einbezogen werden. Bereits bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück in Gao mussten wir damit klarkommen, dass unser Supervisions-Architekt oder eine TDF-Vertretung nicht nach Gao reisen konnten. Während der gesamten Projektlaufzeit sind für deutsche/europäische Personen aufgrund der angespannten Sicherheitslage und dem hohen Attentats- bzw. Entführungsrisiko keine Reisen in die Region erlaubt gewesen. Ein Besuch in Gao wäre nur über Flug, Transport und Übernachtung im Rahmen der dort stationierten Bundeswehr-Einheiten möglich gewesen. Aber selbst diese Möglichkeit entfiel letztendlich aufgrund ausgelasteter Kapazitäten der Bundeswehr. Es ist nur der starken APDF-Regionalgruppe in Gao, der hervorragenden Vernetzung des Supervisions-Architekten sowie dem umsichtigen Vorgehen des Bau-Unternehmers zu verdanken, dass wir die verschiedenen Hürden vom Grundstückserwerb bis zum Abschluss der Bau-Tätigkeiten erfolgreich bewältigen konnten.

Im Juli 2017 hatte die APDF den Grundbuch-Eintrag für ein geeignetes Grundstück in der Tasche und es konnte weitergehen: Erstellung von Bau- und Kostenplan, Vorbereitung der Unterlagen für die Bau-Ausschreibung, so dass zwischen den Jahren 2017/2018 das Bau-Vergabeverfahren angeschoben wurde. Im Februar/März 2018 dann Unterzeichnung des Bauvertrags und Einrichtung der Baustelle: die ersten Bautätigkeiten gestalteten sich etwas schwierig, denn entgegen der vorher geprüften und festgestellten Grundstückbewertung, war das Grundstück nicht an die Infrastruktur Strom/Wasser angebunden. Das Bau-Unternehmen musste sich also zunächst um ein Wasser-Reservoir und Stromversorgungsmöglichkeiten kümmern und hat sich - nicht nur, was die bauliche Expertise betrifft - als sehr versiert erwiesen. Auch im Umgang mit der angespannten Sicherheitslage waren seine Einschätzung und Umgang von großem Wert. In der Region Gao ist es zwischendurch immer wieder zu schlimmen Attentaten gekommen. Der Bau-Unternehmer hat die Baustelle möglichst unauffällig organisiert und uns in wöchentlichen Berichten über den baulichen Fortschritt sowie die Sicherheitslage informiert.

Bereits Ende Dezember 2018 war der Bau des Gebäudes abgeschlossen und konnte im Rahmen der ersten Bau-Abnahme geprüft werden – ein wahrer Meilenstein für uns!!!

 

 Fotos: © APDF

Momentan laufen noch harte Verhandlungen mit den staatlichen Versorgungsgesellschaften für Strom/Wasser, damit das Gebäude an die ca. 600 Meter weit wegliegenden Strom- und Wasserleitungen angeschlossen wird.

Seit Anfang 2019 hat die APDF in Gao mit der Anschaffung der Möbel begonnen und wird nach und nach die Inbetriebnahme des Frauenschutzhauses in Gao in Gang bringen.

Um die Arbeit im Frauenschutzhaus Gao vor terroristischen Übergriffen zu schützen, wird sich das Haus nach außen völlig unauffällig zeigen, es wird auch aus Sicherheitsgründen keine Eröffnungszeremonie o.ä. geben.

Die APDF-Frauen in Gao sind im Moment damit befasst, sich ein Sicherheitskonzept zu erstellen. Für sie ist es nie eine Frage gewesen, dass das Frauenschutzhaus in Gao an den Start gehen wird: „Wir dürfen die Frauen hier nicht alleine lassen!“

Wir wünschen den mutigen Frauen der APDF nur alles erdenklich GUTE für ihre Arbeit, mit der sie von Gewalt betroffenen Mädchen und Frauen in der Region Gao ganzheitliche Hilfen anbieten.

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende die Projektarbeit in Mali.

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Stand: 03/2019

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