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Ein weiterer Meilenstein: Unterzeichnung des Bauvertrags für den Bau des ersten Frauenschutzhauses in Gao/Nordmali

Bei der Vertragsunterzeichnung (von links nach rechts): Bintou Diawara-Coulibaly (Präsidentin APDF), Hamidou Coulibaly (Architekt), Aminata Koné-Diakité (APDF Finanzen) und Modibo Kane Sidibé (Bauunternehmer). Foto: © APDFBei der Vertragsunterzeichnung (von links nach rechts): Bintou Diawara-Coulibaly (Präsidentin APDF), Hamidou Coulibaly (Architekt), Aminata Koné-Diakité (APDF Finanzen) und Modibo Kane Sidibé (Bauunternehmer). Foto: © APDFGemeinsam mit der malischen Partnerorganisation APDF arbeitet TERRE DES FEMMES am Aufbau eines neues Frauenschutzhauses in Gao/Nordmali. Es ist das erste Frauenschutzhaus in dieser Krisenregion. Im Februar 2018 konnte nun als ein weiterer Meilenstein der Bauvertrag unterzeichnet werden. Die Verwirklichung des Projekts ist damit ein gutes Stück weiter voran gekommen und in Gao werden die ersten Ziegel für den Bau produziert...

Bei einem unserer letzten Projektbesuche hat uns die APDF „Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes“von der drängenden Not der Mädchen und Frauen in Nordmali berichtet. Die Region durchlebt eine der schlimmsten sicherheitspolitischen Krisen, seit im Jahr 2012 dschihadistische Terrorgruppen die Macht ergriffen und unzählige Verbrechen gegen die Bevölkerung begangen haben. Bis heute kommt es zu terroristischen Übergriffen und politischer Unsicherheit im ganzen Land. Leidtragende sind ganz besonders die Mädchen und Frauen, die betroffen sind von terroristischen Übergriffen, Vergewaltigungen und Zwangsverheiratungen. Laut Veröffentlichungen von UN OCHA wurden im Jahr 2015 ca.1.500 Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt offiziell gemeldet, im Jahr 2016 waren es bereits mehr als 2.000 gemeldete Fälle – hinzukommen die unzähligen nicht gemeldeten Fälle der Dunkelziffer. Gerade in den nördlichen und zentralen Regionen Malis, die von den Krisen betroffen sind, haben 70 % der Orte keine Schutz- und Behandlungsangebote für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen.

Unser Modell ist das erfolgreiche Frauenschutzhaus der APDF in Bamako. Foto: © TERRE DES FEMMESUnser Modell ist das erfolgreiche Frauenschutzhaus der APDF in Bamako. Foto: © TERRE DES FEMMESNeben den Unruhen und Verbrechen, die in Verbindung mit der politischen Krise stehen, stellt sich das alltägliche Leben in Mali für Mädchen und Frauen äußerst schwierig dar. In dem extrem armen Land lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Mädchen leiden besonders unter mangelnden Bildungschancen und  geschlechtsspezifischer Diskriminierung. Früh- und Zwangsehen sind verbreitet, 55% der Mädchen heiraten vor ihrem 18. Geburtstag, oft schon im Alter zwischen 12 und 14 Jahren. Eine Frau bekommt durchschnittlich 6,4 Kinder in ihrem Leben. Ein weiteres Problem ist die Weibliche Genitalverstümmelung: fast 89% der Mädchen und Frauen sind beschnitten. In diesem Kontext hat Fatoumata Siré Diakité die APDF gegründet und ein Frauenschutzhaus in der Hauptstadt Bamako aufgebaut, das seit 2010 in Betrieb ist. Das dort verwirklichte Konzept ganzheitlicher Beratungsangebote für die Hilfesuchenden ist einzigartig in Westafrika. Unter einem Dach werden für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen sowohl Schutz in der Notunterkunft, als auch soziale, psychologische, medizinische und juristische Beratung angeboten. Auf der Grundlage der erfolgreichen Arbeit von APDF in Bamako hat sich TERRE DES FEMMES als neues Kooperationsvorhaben mit APDF für 2017/2018 den Bau des ersten Frauenschutzhauses in Gao/Normdali auf die Agenda gesetzt. Unterstützung gab es bereits im Vorfeld durch die großartige Spende eines Kölner Unternehmers, der sich bereits seit 2009 für den Bau des Projektgebäudes/Frauenschutzhaus von APDF in Bamako und seither kontinuierlich für die Verbesserung von Frauenrechten in Mali engagierte. Für das nun neu aufzubauende Frauenschutzhaus in Nordmali konnten weitere notwendige Finanzmittel gewonnen werden, so u.a. die private Spende einer Gynäkologin aus Franken, die Förderung durch Stiftungen, wie ebenso durch  die Convalor GmbH aus Köln, und nicht zuletzt die finanzielle Förderung der Bayrischen Staatskanzlei und Eigenmittel TERRE DES FEMMES.

Ein deutscher Architekt/Projektmanager mit Wohnsitz in Bamako ist gemeinsam mit TERRE DES FEMMES und APDF am Werke. Er arbeitet im Tandem mit einem einheimischen Architekten, so dass wir zielführend den Bau- und Kostenplan erstellen, das Baugrundstück in Gao in Eigentum von APDF erwerben, sowie Bau-Ausschreibung und Auswahl des Bau-Unternehmers regelkonform voranbringen konnten.

Auf dieses Projekt blicken wir mit Stolz und freuen uns an dem afrikanischen Sprichwort: „Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Gesicht der Welt verändern.“

Stand: 02/2018