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Schluss mit der Gewalt! Eine Beratungsstelle in Indien macht es möglich

Beratungsgespräche ganz unter Frauen. Foto: © BHUMIKA Women's CollectiveBeratungsgespräche ganz unter Frauen. Foto: © BHUMIKA Women's CollectiveWohin sich wenden, wenn der Ehemann lieber zur Flasche greift als sich um die Familie zu kümmern? Was tun, wenn der Mann das Gespräch verweigert, stattdessen aber immer öfter gewalttätig wird?

Der in Indien zentral gelegene Bundesstaat Telangana weist die vierthöchste Gewaltquote in Indien auf. Wenn bereits die Statistik erschreckend hoch ist, wie viele Vorfälle muss es dann erst tatsächlich geben? Indien gilt zwar als aufstrebende Wirtschaftsmacht, patriarchale Strukturen und Rollenmuster entfalten vielerorts aber unverändert Wirkung und machen Frauen das Leben schwer!

Um diese Missstände endlich zu ändern, hat das BHUMIKA Women’s Collective in der Stadt Karimnagar, eine Anlaufstelle für Frauen und Mädchen in Not geschaffen. Die Beratungseinrichtung ist direkt an eine Polizeistation angegliedert. Gewaltbetroffene Frauen können dort Rat und Unterstützung einholen und anschließend ihre Rechte geltend machen. Meist sind die Frauen, die zur Beratung kommen, von Gewalt durch ihren Ehepartner oder ihre Schwiegerfamilie betroffen. In vielen Fällen verschärfen Arbeitslosigkeit und Alkohol beim Ehepartner die Situation. Auch Mitgift-Mobbing und Versorgungsprobleme durch fehlende Unterhaltszahlungen kommen häufig vor. 

Für die Mehrzahl der Betroffenen führt der Weg zur Beratungsstelle auch aus der Gewalt. Denn die Beratung ist kein einmaliges Gespräch, nach dem Alles beim Alten bleibt. Die Begleitung umfasst mehrere Sitzungen mit der Klientin und bestenfalls auch mit ihrem Ehemann und manchmal weiteren Familienmitgliedern. Zunächst schildert die Klientin ihren Fall ausführlich und wird über ihre Rechte aufgeklärt. Gegen Angst und Hilflosigkeit, so weiß das BHUMIKA Women’s Collective, helfen vor allem Zuspruch und Information. In der zweiten Sitzung machen die BeraterInnen dem Ehemann und ggf. weiteren Familienmitglieder ihre Verantwortung gegenüber der Betroffenen bewusst – die rechtliche, aber auch die moralische. Falls sich die Verantwortlichen einsichtig zeigen, findet abschließend eine gemeinsame Sitzung mit allen beteiligten Konfliktparteien statt.

Gemeinsame Sitzung mit der Klientin und ihrem Ehemann. Foto: © BHUMIKA Women's CollectiveGemeinsame Sitzung mit der Klientin und ihrem Ehemann. Foto: © BHUMIKA Women's CollectiveNach diesem Phasenmodell fanden im zweiten Halbjahr 2017, 189 Einzelsitzungen, 85 Sitzungen mit Ehemännern, 127 Sitzungen mit Ehepaaren und 152 Gruppensitzungen mit den Familien der betroffenen Frauen statt. So konnten sich 87 Klientinnen aus der Gewalt lösen. Ein toller Erfolg!

Leider schaffen diesen Schritt aber noch nicht alle Frauen - es bleibt viel zu tun: Mädchen und Frauen aller Gesellschafts-, Bildungs- und Altersschichten in Indien sind nach wie vor Benachteiligungen durch gängige Normen und Werte ausgesetzt, die sie als Männern untergeordnet und minderwertig verorten. Dies wirkt sich auf ihr eigenes Selbstbild und ihren Selbstwert aus. Deswegen ist für das BHUMIKA Women’s Collective die emotionale Stärkung der Frauen in der Beratung besonders wichtig.

Mit Ihrer Unterstützung kann die Beratungsstelle in Karimnagar weiter betrieben werden. Helfen Sie mit, Mädchen und Frauen in Not aus der Gewalt zu helfen. Sie sollen weltweit sicher und selbstbestimmt leben können – auch in Indien!

 

Stand: 02/2018