Zum zweiten Internationalen Mädchentag am 11.10: TERRE DES FEMMES startet Aufklärungskampagne zu Zwangsheirat an Berliner Schulen. Ein Drittel der Betroffenen sind minderjährig. (08.10.2013)

Berlin. Der Verein nimmt den zweiten Internationalen Weltmädchentag am Freitag, den 11. Oktober, zum Anlass, um direkt in die Schulen zu gehen und mit den SchülerInnen darüber zu sprechen, was es bedeutet, gegen den eigenen Willen verheiratet zu werden. Zudem werden die Jugendlichen darin bestärkt, sich im Notfall an Hilfseinrichtungen zu wenden. Auf Anfrage der Schulen kann auch eine extra Sprechstunde eingerichtet werden, so dass sich Mädchen aber auch Lehrkräfte direkt vor Ort informieren können. Die Aufklärungskampagne unter dem Motto „Mein Herz gehört mir“ wird von Oktober 2013 bis Januar 2014 an Berliner Schulen durchgeführt.

„Zwangsheirat darf im Schulalltag nicht länger ignoriert werden! Ein solches Beratungsangebot in den Schulen ist dringend notwendig. Ein Drittel der Betroffene von Zwangsheirat ist minderjährig und damit schulpflichtig. Die Schule ist meist der einizge Ort die Betroffenen zu erreichen und für die Mädchen selbst, sich bei einer drohender Zwangsheirat Hilfe zu suchen“, betont Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES.
 
Weitere Maßnahmen der Kampagne sind das Verteilen von Armbändern mit dem Motto „Mein Herz gehört mir“, Aufkleber mit dem Kontakt der TERRE DES FEMMES-Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat LANA auf der Rückseite sowie T-shirts. Schülerinnen können mit dem Tragen des Armbands zeigen, dass auch sie ihre Partnerwahl selbstbestimt treffen möchten und zugleich ihre Solidariatät mit betroffenen Mädchen ausdrücken. Mit den Aufkleber kann zudem der Kontakt zur Beratungsstelle schnell und unauffällig weitergegeben werden. Weitere Angebote richten sich direkt an die Lehrkräfte: Supervisionen oder Fortbildungen werden von TERRE DES FEMMES kostenlos angeboten. Eine digitale Unterrichtsmappe enthält Vorschläge wie Zwangsheirat als Menschenrechtsverletzung im Unterricht thematisiert werden kann.

Eine Studie des Familienministeriums zu Zwangsverheiratung 2011 ergab, dass in Deutschland rund 3.500 Personen gegen ihren Willen verheiratet wurden oder davon bedroht sind. Die Dunkelziffer wird um ein Vielfaches höher geschätzt.

eif-logokleinDie Kampagne wird vom Europäischen Integrationsfonds (EIF) kofinanziert.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Myria Böhmecke, Projektkoordinatorin, Tel. 030/40504699-0, E-Mail presse@frauenrechte.de.

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