11.04.2006: Prozess gegen die Mörder von Hatun Sürücü geht zu Ende

Es ist Zeit, Integrationsprobleme endlich anzugehen!

Am Donnerstag, den 13. April, endet der Prozess im Mordfall Hatun Sürücü. Hatuns jüngster Bruder hat bereits gestanden, sie auf offener Straße in Berlin erschossen zu haben. Zwei weitere Brüder stehen unter Verdacht, an der Tat beteiligt gewesen zu sein. Der Mord an Hatun Sürücü zeigt exemplarisch, wie sehr Integration in Deutschland vernachlässigt wurde.

Viele Migrantenfamilien haben sich in Parallelwelten zurückgezogen, in denen Menschenrechte zum Teil missachtet werden.

“Wir müssen aufhören, immer von ’den anderen' zu sprechen, diese jungen Menschen leben mitten unter uns und gehören zu Deutschland, so Christa Stolle, Geschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES. Mordfälle wie der an Hatun Sürücü werden sich wiederholen, wenn Jugendliche keine Zukunftsperspektive haben. Dadurch wächst die Gefahr einer Rückbesinnung dieser Jugendlichen auf längst überholte Werte, die konträr zu unserem Grundgesetz stehen. Dadurch fühlen sich viele junge Männer verantwortlich für die “Ehre" ihrer Schwester. Die Konsequenz kann der Mord an der Schwester sein. Diese patrichalischen Rollenmuster müssen so früh wie möglich aufgebrochen und durch Werte wie Gleichberechtigung ersetzt werden.

TERRE DES FEMMES fordert deshalb eine Kindergartenpflicht und Sprachförderung, um Sprachdefizite bereits vor der Schulzeit zu beheben. Weiterhin brauchen wir Ganztagsschulen in denen deutsche SchülerInnen und Kinder von MigrantInnen gemeinsam unterrichtet werden. Dazu gehört Hausaufgabenbetreuung sowie zusätzliche integrative Angebote.

Darüber hinaus sollten Integrationskurse auch für diejenigen verpflichtend sein, die schon lange in Deutschland leben, aber schlecht deutsch sprechen. Die Bundesregierung hat angekündigt, den Etat für die Integrationskurse zu kürzen. Angeblich seien die Kurse nicht ausgelastet. Dabei wurde allerdings nicht berücksichtigt, dass z.B. Frauen mit kleinen Kindern bisher meist nicht teilnehmen konnten, weil keine Kinderbetreuung angeboten wurde.

Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an:
TERRE DES FEMMES, Referat "Gewalt im Namen der Ehre"
Rahel Volz oder Sibylle Schreiber Tel. 07071/79 73-25,
E-Mail: ehrverbrechen@frauenrechte.de

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