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Ereignisse aus dem Jahr 2011

Im Januar werden im Rechtsausschuss des Bundestages Änderungen des Strafrechts bei weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland diskutiert. TERRE DES FEMMES wird von der Vorstandsvorsitzenden Irmingard Schewe-Gerigk vertreten, welche die Forderungen von TERRE DES FEMMES nach einem eigenen Straftatbestand für weibliche Genitalverstümmelung und die Aufnahme von FGM in den Katalog der Auslandstaten bekräftigt.

Angestoßen durch die TERRE DES FEMMES-Wanderausstellung zum Thema weibliche Genitalverstümmelung 2010 in Stuttgart gründet das Ministerium für Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg einen landesweiten Runden Tisch gegen FGM. Drei TERRE DES FEMMES Mitfrauen, Barbara Brunnert-Bestian, Dr. Helga Schulenberg und Hedwig von Knorre, beteiligen sich daran. Damit ist TERRE DES FEMMES bei Runden Tischen zum Thema in Nordrhein-Westfalen, München, Berlin-Brandenburg und Hagen vertreten.

Zum 6. Februar, dem internationalen Tag „Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung“, beteiligen sich wieder zahlreiche TERRE DES FEMMES-Städtegruppen an der TERRE DES FEMMES-Bücheraktion und initiieren Büchertische und Schaufenster u.a. in Lüneburg, Hamburg-Harburg, Hamburg, Reinbek, Marburg und Konstanz.
Zum ersten Mal erstellt TERRE DES FEMMES außerdem eine Website mit Informationen und Aktionsmöglichkeiten zum 6. Februar für SchülerInnen.

Anfang Mai reicht TERRE DES FEMMES beim Europäischen Integrationsfonds einen Projektantrag zur Vermittlung interkultureller Kompetenz unter MitarbeiterInnen von Kommunen und kommunaler Träger in Berlin ein. Geplant ist die Durchführung von 10 Schulungen in Berlin zu den Themen Gewalt im Namen der Ehre und FGM im Jahr 2012. Das Projekt wird nicht bewilligt.

Die TeilnehmerInnen des zweiten Netzwerktreffens im Oktober in Frankfurt/Main, Foto: © Franziska GruberDie TeilnehmerInnen des zweiten Netzwerktreffens im Oktober
in Frankfurt/Main,
Foto: © Franziska Gruber
TERRE DES FEMMES gründet gemeinsam mit Maisha aus Frankfurt/Main ein von filia - die Frauenstiftung gefördertes bundesweites Netzwerk für BeraterInnen zum Thema „Mädchenbeschneidung in afrikanischen Communities“. Das erste Treffen findet am 21./22. Mai in Caldern/Lahntal und das zweite Treffen am 22. Oktober in Frankfurt/Main statt. Am ersten Treffen nehmen 23, am zweiten etwa 20 Frauen und Männer unterschiedlicher afrikanischer Herkunft teil sowie Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES und Maisha. Sie tauschen sich über bisherige Erfahrungen und künftige Verbesserungen im Bereich der Beratungsarbeit in afrikanischen Communities in Deutschland aus.

In einem Mailing an mehr als 14.000 Adressen bundesweit informiert TERRE DES FEMMES im Juli über die Präventionsarbeit zum Thema und bittet um Unterstützung beim Schutz gefährdeter Mädchen.

Mit einer Straßentheater-Aktion macht TERRE DES FEMMES vor dem Bundesgesundheitsministerium auf die schwierige Situation betroffener Frauen aufmerksam, Foto: © TERRE DES FEMMESMit einer Straßentheater-Aktion macht TERRE DES FEMMES vor dem Bundesgesundheitsministerium auf die schwierige Situation betroffener Frauen aufmerksam,
Foto: © TERRE DES FEMMES

 
Am 24. August machen TERRE DES FEMMES und das Familienplanungszentrum Balance vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit einer Straßentheateraktion auf das Thema weibliche Genitalverstümmelung aufmerksam. Anlass der Aktion ist, dass die beiden Organisationen mit weiteren UnterstützerInnen bundesweit 21.000 Unterschriften gesammelt, aber keinen Übergabetermin beim Gesundheitsministerium erhalten haben. Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES, und Christiane Tennhardt von Balance bekräftigen vor der Presse die Forderung nach der Aufnahme weiblicher Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel und in das Abrechnungssystem der Krankenkassen. In der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme bei der Abrechnung umfassender Beratungsgespräche und medizinischer Behandlungen für betroffene Frauen in Deutschland. Im Anschluss an die Aktion nimmt Ministerialrat Robert Schüssler die Unterschriften entgegen.

Podiumsdiskussion zum Thema FGM beim TERRE DES FEMMES-Kongress „Mädchenrechte stärken – weltweit“, Foto: © Silke HelmerdigPodiumsdiskussion zum Thema FGM beim
TERRE DES FEMMES-Kongress „Mädchenrechte stärken – weltweit“,
Foto: © Silke Helmerdig

 
Aus Anlass des 30-jährigen Bestehens von TERRE DES FEMMES findet am 29. Oktober in Berlin-Charlottenburg der Kongress „Mädchenrechte stärken- weltweit“ statt. Es gibt eine Podiumsdiskussion zum Thema weibliche Genitalverstümmelung, welche von der Fernsehmoderatorin Bernadette Schoog moderiert wird. PodiumsteilnehmerInnen sind Rakieta Poyga (Gründerin und Leiterin der TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation Bangr Nooma in Burkina Faso), Rugiatu Turay (Gründerin und Leiterin der TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation AIM in Sierra Leone), Virginia Wangare-Greiner (Gründerin und Leiterin von Maisha e.V. in Frankfurt/Main), Abdou Karim Sané (Gründer und Leiter von Freundeskreis Tambacounda in Hannover) und Franziska Gruber (TERRE DES FEMMES-Referentin gegen FGM). Nach der Vorstellung der verschiedenen Ansätze gibt es eine Diskussion mit den etwa 60 BesucherInnen des Podiums.
Rund um den Kongress finden verschiedene Veranstaltungen mit Rugiatu Turay in Berlin und mit Rakieta Poyga in Leipzig und Frankfurt statt.

TERRE DES FEMMES setzt sich weiterhin dafür ein, dass die 2009 ins Leben gerufene Bund-Länder-NRO-AG zum Thema Genitalverstümmelung wieder eingesetzt wird. Die AG war unter Federführung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gegründet worden. Ziel der AG sollte es sein, einen Nationalen Aktionsplan zum Schutz gefährdeter Mädchen in Deutschland zu entwickeln. Die Mitgliedsorganisationen des bundesweiten Netzwerks Integra hatten hierfür bereits konkrete Vorschläge wie z.B. eine breitflächige Sensibilisierung von ÄrztInnen, Hebammen, ErzieherInnen, LehrerInnen und JugendamtsmitarbeiterInnen erarbeitet. Da ein Nationaler Aktionsplan in erster Linie Maßnahmen innerhalb Deutschlands beinhaltet, sah sich das für Entwicklungszusammenarbeit zuständige BMZ nicht in der Lage, diese umzusetzen. Alle Bemühungen des BMZ sowie des Netzwerks Integra, die AG unter Federführung eines anderen Bundesministeriums anzusiedeln, blieben bislang erfolglos.
Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES, führt daher Gespräche im Familienministerium und mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Bundestag, Sibylle Laurischk.

Die TERRE DES FEMMES-Wanderausstellung „Sie versprachen mir ein herrliches Fest...“ tourt weiterhin durch Deutschland und ist u.a. in Eschborn, Dinslaken, Rhein-Main, Lübbecke, Hildesheim, Aschaffenburg und Miltenberg zu sehen. Begleitet wird die Ausstellung zumeist von einem umfangreichen Rahmenprogramm, zum Beispiel in Hildesheim.

Zusätzlich kann die Wanderausstellung mit Unterstützung des BMZ an fünf Schulen bundesweit – an zwei Schulen in Tübingen, sowie jeweils einer in Eppstein, Gemünden und Querfurt - kostenlos ausgeliehen werden. TERRE DES FEMMES-Referentinnen kommen für Vorträge und Workshops an die Schulen.

Im Februar und September trifft sich die AG FGM in Frankfurt/Main. Beim ersten Treffen nimmt die AG TERRE DES FEMMES-Flyer zu FGM unter dem Gesichtspunkt der vermittelten Afrikabilder und Rassismus kritisch unter die Lupe und sieht sich gemeinsam den in Burkina Faso eingesetzten Ciné-débat-Film „L´excision. Un thème pour tout le monde“ von Johanna Richter an. Beim zweiten Treffen wird die TERRE DES FEMMES-Präventionsbroschüre „Wir schützen unsere Töchter“ ebenfalls kritisch gesichtet. Bettina Renfro, Koordinatorin der TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Rhein-Main und Autorin einer Arbeitshilfe zum Film, „Wenn Bäume Puppen tragen“, spricht nach dem gemeinsamen Sehen des Films über Hintergründe.

Auf Anfragen von Schulen sowie verschiedenen Organisationen und Institutionen halten ehrenamtliche TERRE DES FEMMES-Frauen bundesweit über 50 Mal Vorträge, gestalten Infotische z.B. bei Hebammentreffen und zeigen Filme zum Thema FGM.