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Indien/Pakistan: Dawoodi Bohra

Vorkommen

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) wird in Indien und Pakistan innerhalb der Dawoodi Bohra Sekte praktiziert. Sie bezeichnen diese als khatna. Fälle von anderen Ethnien oder Sekten sind uns nicht bekannt. Die Dawoodi’s leben vor allem in den indischen Provinzen Rajasthan, Gujarat sowie Maharashtra. Die Dawoodi Bohra sind eine schiitisch-muslimische Sekte, die ursprünglich aus dem Jemen stammt. Sie gelten als konservativ und gebildet und pflegen wenig Kontakt zu Nicht-Mitgliedern. Sie folgen den Fatwas ihres religiösen Führers Syedna Mohammed Burhanuddin.

Die Mädchen werden meist im Alter von 7 Jahren genitalverstümmelt. Die Praktik wird von älteren, in der Gemeinschaft respektierten Frauen oder Hebammen durchgeführt. In größeren Städten wie Mumbai kommt die Beschneiderin gegen einen kleinen Aufschlag auch zu den Mädchen nach Hause. Einige Familien lassen die ihre Töchter in einem Krankenhaus beschneiden.

Formen

Die Dawoodis praktizieren gemäß WHO-Klassifikation Typ I (Klitoriedektomie) der weiblichen Genitalverstümmelung. Das heißt, dass die Klitorisvorhaut und/oder Teile bzw. die gesamte Klitoris entfernt werden.

Begründungsmuster

Die Dawoodi Bohras sehen weibliche Genitalverstümmelung als religiöse Pflicht. Die Praktik wird von dem religiösen Führer der Sekte, dem Syedna, befürwortet. Angaben von Angehörigen der Sekte zu Folge, wird FGM auch aus Gründen der Reinlichkeit und Einschränkung der sexuellen Lust der Frau praktiziert.

Gesetzliche Lage

Es gibt kein Gesetz gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Haltung und Tendenzen

2016 haben erstmals 17 Dawoodi Bohra-Frauen eine öffentliche Petition ins Leben gerufen, in der sie ein Gesetz gegen weibliche Genitalverstümmelung in Indien fordern.

 

Links

 

Stand: 10/2016