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Über 20.000 Menschen fordern bessere medizinische Versorgung von Frauen nach weiblicher Genitalverstümmelung

Vor einem Jahr, zum 6. Februar, dem internationalen Tag „Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung“ startete TERRE DES FEMMES zusammen mit dem Familienplanungszentrum Berlin BALANCE eine Unterschriftenaktion zur Verbesserung der medizinischen Versorgung betroffener Frauen in Deutschland. Über 20.000 Menschen bundesweit haben dieses Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützt und damit ein Zeichen gesetzt, dass ihnen das Schicksal der tausenden von Genitalverstümmelung betroffenen Frauen in Deutschland nicht gleichgültig ist.

Callas Blüte

Dennoch ist weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland bislang nicht im medizinischen Diagnoseschlüssel enthalten. Mit der Aufnahme in den Diagnoseschlüssel kann die Zahl der betroffenen Frauen, die aufgrund weiblicher Genitalverstümmelung medizinische Unterstützung benötigen, erfasst werden.

In der Vergangenheit haben sich Krankenkassen immer wieder geweigert, die Kosten für umfassende Beratungsgespräche oder notwendige medizinische Behandlungen zu übernehmen, da die Behandlung der Folgen weiblicher Genitalverstümmelung nicht im Abrechnungsverzeichnis der Krankenkassen auftaucht.

Zusammen mit dem Familienplanungszentrum Berlin BALANCE fordert TERRE DES FEMMES von Bundesgesundheitsminister Rösler, die notwenigen Maßnahmen zu ergreifen,

  • damit die Folgen weiblicher Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufgenommen werden.
  • die Kostenträger umfassende Beratungsgespräche und medizinische Behandlungen übernehmen.

"Wir werden die Unterschriften an Gesundheitsminister Rösler übergeben und damit die Verbesserung der Situation betroffener Frauen in Deutschland einfordern“, so Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES. "Der überwältigende Einsatz aller UnterzeichnerInnen ist ein positives Signal für die Betroffenen, dass ihre Anliegen ernst genommen werden. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen UnterstützerInnen herzlich bedanken."

Weitere Aktionen

Weltweit sind 150 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Seit 2003 ist der 6. Februar der internationale Tag "Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung". Auch dieses Jahr finden in zahlreichen Städten zum 6. Februar wieder TERRE DES FEMMES-Bücheraktionen in Buchhandlungen und Stadtbüchereien statt. Erstmals gibt es unter dem Titel "Zeig Null Toleranz!" gezielt Aktionen für SchülerInnen.

Mehr zu den Aktionen und weitere Hintergrundinformationen...

Darüber hinaus macht TERRE DES FEMMES zum 6. Februar mit verschiedenen Veranstaltungen bundesweit auf die immer noch unterschätzen Ausmaße und Folgen weiblicher Genitalverstümmelung aufmerksam.

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