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Neue Berechnung der von weiblicher Genitalverstümmelung Bedrohten und Betroffenen in Deutschland

Seit 1998 führt TERRE DES FEMMES jährlich eine Schätzung der Anzahl der von Genitalverstümmelung (FGM) bedrohten und betroffenen Frauen in Deutschland durch. Die Berechnungsmethode haben wir über die Jahre weiterentwickelt. Für die Zahlen von 2014 haben wir erstmals auch die asiatischen Diaspora-Communities berücksichtigt. Bisher wurden als Datengrundlage unter Aufsicht der Vereinten Nationen landesweit durchgeführte Studien herangezogen. Diese existieren jedoch nicht für alle Prävalenzländern. Eine anerkannte Datenbasis gibt es nur für afrikanische Länder, für Länder des Nahen Ostens und in Südostasien liegen nur kleine Studien vor, welche von internationalen Institutionen meist nicht verwendet werden.

TERRE DES FEMMES weist deshalb verstärkt darauf hin, dass auch Mädchen aus Herkunftsländern wie z.B. Indonesien, Thailand, Iran oder Jemen von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht und betroffen sein können.

Aufgrund der Zahlen von 2014 gehen wir davon aus, dass in Deutschland ca. 6.000 Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung bedroht sind und über 35.000 Mädchen und Frauen diese Menschenrechtsverletzung bereits erleben mussten.

Zur Berechnung nutzen wir die FGM-Quote der Herkunftsländer für die Mädchen und Frauen, die selbst direkte Migrationserfahrung haben. Bei in Deutschland geborenen Mädchen und Frauen wenden wir eine reduzierte Quote an. Aus Mangel an statistischem Material zum Rückgang von Genitalverstümmelung in der Diaspora (in Deutschland) haben wir pauschal mit 50% gerechnet. Das heißt: Unsere Daten repräsentieren die Annahme, dass die Hälfte der Personen aus Ländern mit hoher Akzeptanz von weiblicher Genitalverstümmelung diese Tradition in der BRD nicht fortsetzt.

Derzeit arbeitet das European Institute for Gender Equality (EIGE) an einer europäisch einheitlichen Berechnungsmethode. Diese Methode soll künftig von allen europäischen Ländern verwendet werden – unter anderem um zu sehen, in welchen Ländern stärkerer Bedarf an Prävention und Unterstützungsangeboten besteht. Die Ergebnisse sollen im April 2015 veröffentlicht werden. Die TERRE DES FEMMES Referentin für weibliche Genitalverstümmelung wurde eingeladen bei einer Diskussion als Expertin ihr Wissen einzubringen.

Welche Empfehlung zur Berechnung das EIGE als Abschluss des zweijährigen Projekts herausgibt, bleibt abzuwarten.