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Workshops gegen weibliche Genitalverstümmelung mit 14 – 19 Jährigen Schülerinnen in Gambia

Foto: © Bintou Bojang Foto: © Bintou Bojang „This madness must stop,“ sagt Bintou BOJANG Aktivistin aus Gambia. Sie setzt sich seit mehreren Jahren im Kampf gegen die weibliche Genitalverstümmelung ein. Sie wurde als junges Mädchen selbst Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung. Nachdem sie nach Deutschland geflüchtet war, fing ihr Engagement gegen diese Praktik der Menschenrechtsverletzung erst richtig an.

Gerade ist Bintou von einer weiteren ihrer Aufenthalte aus Westafrika zurück. Zusammen mit der ehemaligen Beschneiderin Mba Fanta konnte sie bei dieser Reise mehrere Workshops mit 14 – 19 Jährigen Schülerinnen durchführen. Es wurden verschiedene Anliegen deutlich, vor allem die Schulautoritäten beklagten sich über immer häufigere Schulabbrüche jedes Jahr. 90 % davon sind Mädchen. Sobald die Mädchen in einem gewissen Alter beschnitten sind, sollen sie verheiratet werden. Der Schulbesuch ist dann hinfällig, da die Mädchen nur noch zu Hause bleiben müssen. Dies ist ein weiterer Nachteil für die Bildung und Zukunft der Mädchen. Mba Fanta berichtet auch, dass zu der Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung, auch andere Delikte wie Kindesmissbrauch hinzukommen können. Väter würden anschließend eine „Versiegelung der Virgina“ fordern um ihre Tat zu verdecken. „Es liegt immer noch ein weiter Weg vor uns!“ sagt Bintou. Aber genau deswegen gibt sie nicht auf und kämpft weiter für eine Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung weltweit.

Regelmäßig kehrt Bintou in ihre Heimat zurück um dort Mädchen und Frauen, aber auch Männer und andere Institutionen über die Folgen und Risiken von FGM aufzuklären. Oft ist dieses Thema sehr prekär und tabuisiert, aber bereits als sie selbst noch zur Schule ging hat sie sich geschworen: „ Ich werde nicht schweigen!“. Sie möchte öffentlich darüber aufklären, mit ihrer Arbeit und ihrem Engagement auch andere dazu ermuntern, ihre Einstellung zu FGM zu überdenken.

Foto: © Bintou Bojang Foto: © Bintou Bojang Im Jahr 2015 gründete sie die Initiative „The innocent crocodile“. Sie möchte sich damit engagieren, junge gefährdete und betroffene Mädchen und Frauen hier in Deutschland sowie im Heimatland aufzufordern, das Schweigen zu brechen. Dabei gelang es ihr als ersten Erfolg, eine Beschneiderin, MBA FANTA aus Gambia, davon zu überzeugen ihren Beruf als Beschneiderin aufzugeben. Mba Fanta, die heutige Leiterin der Initiative in Gambia baut mithilfe Bintous Projekt beruflich Gemüse an und hat so eine Chance ihren Lebensunterhalt anders zu verdienen. Denn oftmals ist auch der ökonomische Aspekt den es in dem Feld berufstätige Frauen antreibt, weiter zu praktizieren. Durch den Ankauf von Gemüsefeldern möchte Bintou den Frauen eine alternative Lebensperspektive ermöglichen und so zur Überwindung der Praxis beizutragen.

TERRE DES FEMMES begrüßt Bintous Initiative transnationale Projekte gegen weibliche Genitalverstümmelung über die Grenzen hinweg zu veranstalten, denn wir sind überzeugt, dass sich mit solchen Methoden und Strategien vor Ort in Zukunft auch die Anzahl der Betroffenen und Gefährdeten hier in Deutschland senken wird.

Stand: 05/2017

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