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Pressekonferenz anlässlich des weltweiten „Tags der genitalen Selbstbestimmung“

TeilnehmerInnen der Pressekonferenz. Foto: © MOGiSTeilnehmerInnen der Pressekonferenz. Foto: © MOGiSAm 03. Mai 2017 fand in Berlin eine Pressekonferenz mit KinderschützerInnen aus Kenia und Deutschland sowie Kinder- und JugendärztInnen anlässlich des bevorstehenden weltweiten „Tags der genitalen Selbstbestimmung“ am 07. Mai statt. Die Konferenz wurde organisiert vom MOGiS e.V., der sich unter anderem für sexuelle Selbstbestimmung, besonders der von Kindern, einsetzt. Zudem beteiligten sich TERRE DES FEMMES sowie der BVKJ Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und das Rechercheprojekt V.M.M.C. Experience Project aus Kenia und Uganda.

Zum Thema genitale Selbstbestimmung wird in diesem Jahr am 7. Mai der Schwerpunkt speziell auf Beschneidungsprogramme an der männlichen Bevölkerung in Afrika gelegt. Diese Jungenbeschneidungen zur vermeintlichen HIV-Prophylaxe werden mit internationalen Geldern finanziert und von internationalen Organisationen getragen.

Der BVKJ kritisierte diese Programme stark und betonte, dass die Beschneidung eben kein sicherer Schutz gegen die HIV-Infektion sei. Aus dem VMMC Experience Project wurde von den Massenbeschneidungen als eine Initiative berichtet, die nicht oder nicht vollständig mit den Eltern der Jungen besprochen wird und ungeachtet dessen in jedem Fall an nicht einwilligungsfähigen Kindern verübt wird. Dies ist eine klare Verletzung der sexuellen Selbstbestimmungsrechte des Kindes.

Die TeilnehmerInnen der Pressekonferenz bezogen klar Stellung, dass Genitalbeschneidungen eine Verletzung der Kinder- und Menschenrechte darstellen. „Die Praktik stellt einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Jeder und jede ist verantwortlich für einen wirksamen Schutz aller Kinder," betonte Dr. Idah Nabateregga, TERRE DES FEMMES Fachreferentin für Weibliche Genitalverstümmelung.

Gemeinsam forderten die beteiligten Organisationen einen sofortigen Stopp der Beschneidungsprogramme in Afrika und Initiativen für einen grundsätzlichen Schutz jedes Kindes weltweit unabhängig vom Geschlecht vor jeglicher Form medizinisch nicht indizierter Genitaloperationen.

Zum weltweiten „Tag der genitalen Selbstbestimmung“ (worldwide Day of Genital Autonomy) rufen eine Vielzahl an Organisationen aus aller Welt auf. Die Demonstration und Kundgebung zum Welttag der Genitalen Selbstbestimmung fand am Sonntag, 7. Mai in Köln statt. Weitere Infos auf https://genitale-selbstbestimmung.de/.