Aufklärungsarbeit zu FGM innerhalb gambischer Community in Berlin

Foto: © TERRE DES FEMMESAm 20. April 2017 veranstaltete unsere Multiplikatorin Isatou Barry im Rahmen des CHANGE Plus Projekts ihre erste Aktivität zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung innerhalb der gambischen Community. Nachdem die MultiplikatorInnen, sog. „CHANGE Agents“ im letzten Jahr ein intensives Training zu verschiedenen Aspekten weiblicher Genitalverstümmelung absolviert haben, implementieren sie dieses Jahr nun Sensibilisierungsaktivitäten innerhalb ihrer eigenen Community.

Eine Woche nach der Geburt ihres Sohnes lud Isatou Barry Familie, FreundInnen und Bekannte zu ihrer Babyparty zu sich nach Hause ein. Diese Gelegenheit nutzte sie mit Unterstützung von Sister Fa, Aktivistin und Musikerin, um eine allgemeine Diskussion zu Kinderrechten und Kinderschutz anzuregen. Im Zuge dessen platzierte sie auch das Thema weibliche Genitalverstümmelung. Isatou Barry und Sister Fa beantworteten viele Fragen und es entstand eine angeregte Diskussion, an der sich insbesondere auch die anwesenden Männer beteiligten.

Als die Frauen von ihren Negativerfahrungen in Bezug auf die Genitalverstümmelung berichteten und konkrete Beispiele gaben, äußerten die Männer Mitgefühl; sogar jene, die die Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung als wichtige Maßnahme im Leben eines Mädchens ansahen. Gleichzeitig wurde deutlich, dass großes Unwissen zu der Praktik herrscht. Vielen war beispielsweise neu, dass es unterschiedliche Formen von FGM gibt. Während bei Typ l nur ein Teil der Klitoris entfernt wird, erfolgt bei Typ lll, der „Infibulation“, auch ein anschließendes Wiederzunähen der Vagina, welches neben erheblichen gesundheitlichen Beschwerden auch zu Komplikationen bei Geburt und Schwangerschaft führen kann. Viele der Männer waren überrascht. Sie zeigten sich dankbar, Informationen zu den Folgen der Praktik für die Mädchen und Frauen zu bekommen, denn das Thema weibliche Genitalverstümmelung ist in vielen Communities immer noch ein Tabu, über das nicht gesprochen wird.

Einige der Anwesenden waren am Ende des Nachmittages soweit, dass sie ihre Meinung über FGM änderten und sogar anboten, ihr neues Wissen zum Thema auch bei anderen Community-Treffen mit einzubringen und über die schädliche Praktik aufzuklären.

 

Stand: 04/2017

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