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Ereignisse aus dem Jahr 2004

EU-Programm zu Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen „Daphne“ wird neu aufgelegt und soll weitere 5 Jahre staatenübergreifende Projekte gegen Gewalt finanziell fördern.

Februar
Synopse zur Aus-, Fort- und Weiterbildung: Häusliche Gewalt- Erkennen, Sensibilisieren und Erlernen des Umgangs (bundesweite Recherche im Auftrag der BKF, HELLBERND 2004), Fazit: Das Thema „Häusliche Gewalt/ gesundheitliche Folgen von Gewalt gegen Frauen“ wird zunehmend stärker berücksichtigt. Es gibt jedoch große regionale Unterschiede und bisher keine strukturelle Verankerung und verpflichtende Rahmenbedingungen (Umsetzung der Beschlüsse in die Praxis muss noch erfolgen, Beschlüsse für die Pflegeberufe und Hebammen müssen noch folgen).

März
Gemeinsam mit THE BODY SHOP startet TERRE DES FEMMES eine bundesweite Kampagne gegen Häusliche Gewalt. 97 Läden beteiligen sich mit Infomaterialien, Buttons, T- Shirts und einer Handy-Recycling-Aktion, deren Erlös TDF zugute kommt.

Mai 
Handbuch und wissenschaftlicher Bericht über das Projekt S.I.G.N.A.L. Berlin.

Bericht der WHO „The economic dimensions of interpersonal violence”.

Juni
24./25.6.2004: Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen,- minister, -senatorinnen und –senatoren der Länder spricht sich für eine bessere Versorgung traumatisierter Frauen mit Gewalterfahrungen aus.

Bericht „Aktivitäten der Länder im Bereich Häusliche Gewalt 2003/2004“ von G. SCHIRRMACHER (abgedruckt im Protokoll der Bund-Länder-AG Häusliche Gewalt, 16. Sitzung am 17.3.2004):

Niedersachsen: im Ergebnis der Ende 2003 durchgeführten Tagung „Netzwerke gegen Häusliche Gewalt- auch eine Aufgabe für das Gesundheitswesen“ (veranstaltet in Kooperation des AK Häusliche Gewalt bei der Ärztekammer Niedersachsen und dem Netzwerk Frauen, Mädchen und Gesundheit NS) wird ein regionalisiertes Fortbildungskonzept erstellt (inkl. Fortbildungsmaterialien), das im Laufe des Jahres 2004 in Kooperation mit den Bezirksstellen der Ärztekammer und den Ärztevereinen erprobt werden soll.

Fortbildungen für ArzthelferInnen begonnen in Kooperation mit dem Berufsverband der Arzt-, Zahnarzt- und Tierarzthelferinnen e.V. Evaluierung der 2002 erstellten Materialien für die ärztliche Praxis (Flyer im Visitenkartenformat, Leitfaden und Dokumentationsbogen).

Nordrhein-Westfalen: im Juni 2004 Verabschiedung des Eckpunktepapiers „Häusliche Gewalt Die Rolle des Gesundheitswesens“ durch die Landesgesundheitskonferenz und das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie NRW, in dem 12 Handlungsansätze zur Optimierung der gesundheitlichen Versorgung von Opfern Häuslicher Gewalt vorgestellt sind. Das Land übernimmt die Moderation des Gesamtprozesses zur Umsetzung. Weitere Förderung der regionalen Runden Tische.

Juli
Berlin: Fragebogen zu Häuslicher Gewalt wird seit 1.7.2003 in den bezirklichen Einrichtungen des Öffentlichen Gesundheitsdienstes Tempelhof/Schöneberg eingesetzt. Netzwerk Frauengesundheit erstellt in Zusammenarbeit mit der AOK Informationsmaterialien für Patientinnen (Faltblatt, Notfallkarte, Plakat). Berliner Senatsverwaltung plant Einführung von Unterrichtseinheiten zu Häuslicher Gewalt in den Berliner Pflegeschulen. Erstellung des Curriculums in Zusammenarbeit mit BIG e.V. (Interventionsprojekt gegen Häusliche Gewalt).

Rheinland-Pfalz: Patientinnen-Flyer in Vorbereitung, erste Fortbildungen in Zusammenarbeit mit den Bezirksärztekammern, Institutionalisierung in den Fortbildungskanon wird angestrebt, ein Fortbildungsmodul dazu von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz erarbeitet.

Hessen: Seit 2003 Entwicklung und Verbreitung eines Dokumentationsbogens für ÄrztInnen, Handbuch zur Unterstützung von MultiplikatorInnen geplant, außerdem niedrigschwellige Fortbildungsangebote in Zusammenarbeit mit regionalen Arbeitskreisen, Qualitätszirkeln und Berufsverbänden geplant. Ziel: dichte Vernetzung zwischen Gesundheitsfeldern und lokalen Schutzorganisationen und Arbeitskreisen zur Gewaltintervention. Intensive Mitarbeit im EU-Projekt „European Violence Prevention in Health Network“.

Mecklenburg- Vorpommern: Häusliche Gewalt und Gesundheit soll wichtiges Thema in der Neuauflage des Landesaktionsplanes werden. Arbeitsgruppe aus VertreterInnen der Ministerien und der Landesarbeitsgemeinschaften der Frauenhäuser/ Beratungsstellen/Interventionsstellen soll Vorschläge erarbeiten. Landesweite Vernetzungsrunde mit dem Gesundheitssystem im Aufbau.

Saarland: Arbeitsgruppe einberufen durch die Koordinierungsstelle gegen Häusliche Gewalt, Broschüre für das Gesundheitswesen und Tagung in Vorbereitung.

September
Vorstellung der Ergebnisse der ersten großen deutschen Prävalenzstudie zu Gewalt gegen Frauen „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“. Es wurden repräsentativ 10.000 Frauen befragt. Wichtigste Ergebnisse: ca. 25% haben Formen körperlicher und/oder sexueller Gewalt durch aktuelle oder frühere BeziehungspartnerInnen erlebt, 13% haben seit dem 16.Lebensjahr sexuelle Gewalt (im strafrechtlich relevanten Sinn) erlebt. Die gesundheitlichen Folgen sind weitreichend und zu wenig erforscht, vertiefende Sekundäranalysen des Datenmaterials und Nachfolgeuntersuchung dazu sind notwendig. Die Studie belegt die Schlüsselrolle des Gesundheits-Systems: Wenn betroffene Frauen sich an das Hilfe- und Interventionssystem wenden, dann sind ÄrztInnen am häufigsten die ersten Ansprechpersonen, in zweiter Linie Frauenhilfseinrichtungen/ Therapie/Sozialarbeit, an dritter Stelle die Polizei.

Pilotstudie des BMFSFJ zu Gewalt gegen Männer und der Abschlußbericht der wissenschaftlichen Begleitung der Interventionsprojekte gegen Häusliche Gewalt werden vorgestellt.

BMFSFJ legt Bericht zur Umsetzung des Aktionsplans vor, alle wesentlichen Punkte seien umgesetzt. Die Fortschreibung des Aktionsplanes noch in der laufenden Legislaturperiode ist geplant. Dabei soll das Gesundheitssystem eine zentrale Rolle spielen.

Konferenz „Human Rights and Health care in a gender perspective“ in Osnabrück, Auftaktveranstaltung des EU-Forschungsnetzwerkes „Coordination action on human rights violations“ (CAHRV), ein Verbund von 22 Universitäten und Forschungsinstituten aus 14 Länden Europas, der im 6. Forschungsrahmenprogramm der EU gefördert wird. Ziel: Forschung zu allen Formen interpersonaler Gewalt im Verhältnis zwischen den Geschlechtern und Generationen mit einem integrativen Ansatz zusammenzuführen und die Bereiche Prävalenz und Folgen für Opfer, Ursachen der Täterschaft, Interventionsstrategien und deren Evaluation sowie zukunftsorientierte Prävention miteinander zu verbinden.
Weitere Informationen: www.cahrv.uni-osnabrueck.de