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Ereignisse aus dem Jahr 2013

Sexualisierte Gewalt

Die öffentlichen Diskussionen Anfang 2013 um die Vergewaltigungsvorfälle in Indien und die #Aufschrei-Debatte haben gezeigt, dass das Thema sexualisierte Gewalt auch von TERRE DES FEMMES stärker aufgegriffen werden sollte. Deswegen wurde das Referat um diesen Themenschwerpunkt erweitert, ein neuer Flyer entwickelt und Informationen dazu auf der Homepage veröffentlicht. Nach wie vor zeigt es sich bei dem Thema, dass Vorurteile und Mythen die öffentliche Diskussion bestimmen. Der bayerische Rundfunk hat es mit einer eigenen Radiosendung, in der sie die TDF-Referentin Birte Rohles interviewt haben, auf den Punkt gebracht: wir leben in einer „Rape Culture“. Natürlich haben diese Vorurteile und bzw. Einstellungen in der Bevölkerung auch Auswirkungen auf den Strafprozess. Es ist erschreckend, dass bei Vergewaltigungen nur weniger als 1 Prozent der Täter bestraft werden. Für uns ein Grund, mit einer großen Unterschriftenaktion sowohl eine Reform des Strafgesetzes zu fordern, als auch eine bessere Unterstützung von Betroffenen durch einen gesetzlichen Anspruch auf psychosoziale Prozessbegleitung. Die Unterschriftenaktion wurde zum 25. November gestartet und sogleich von der damaligen Gleichstellungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, unterzeichnet.

Neben der psychosozialen Prozessbegleitung sehen wir es auch als notwendig an, dass die Möglichkeiten der anonymen Spurensicherung für Betroffene bundesweit zur Verfügung stehen. Doch wie weit Deutschland davon noch entfernt ist, haben wir auf der Homepage zusammengestellt. Dort findet sich eine Deutschlandkarte, die für jedes Bundesland alle Möglichkeiten der anonymen Spurensicherung auflistet.

Damit sich die Situation für Betroffene von sexueller Gewalt in Berlin verbessert, hat die Senatsverwaltung in 2013 das Berliner Netzwerk gegen sexuelle Gewalt gegründet. Auch TERRE DES FEMMES arbeitet in einer der Arbeitsgruppen mit, in der ein langer Maßnahmenkatalog mit Verbesserungsvorschlägen aufgestellt worden ist. Wir sind gespannt, was davon wirklich umgesetzt werden wird.

Referentin Birte Rohles spricht auf der Demo zur sexuellen Selbstbestimmung. Foto: © Jörg SteinertReferentin Birte Rohles spricht auf der Demo zur sexuellen Selbstbestimmung.
Foto: © Jörg Steinert
Ein weiteres Berliner Netzwerk ist das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, dem auch TERRE DES FEMMES angehört. Das Bündnis organisiert jährlich die Gegendemonstration zur Veranstaltung der so genannten „Lebensschützer“, einer Gruppe von christlichen Fundamentalisten, die das Ziel haben, das Grundrecht von Frauen auf sexuelle Selbstbestimmung einzuschränken und homosexuelle Beziehungen zu verbieten.

Häusliche Gewalt

Eine neue Studie der Fachhochschule Fulda hat gezeigt, dass auch Jugendliche schon von Häuslicher Gewalt, oder in dem Fall besser von Beziehungsgewalt, betroffen sind. Für Jugendliche ist besonders das Thema Kontrolle und Zwang ein Problem, unter dem sie zu leiden haben. Das zeigte nicht nur die Studie, sondern diese Erfahrungen haben wir auch in unserem Projekt gemacht, das von uns seit Anfang 2013 in einem Berliner Kiez durchgeführt wird. In dem Projekt soll bei Jugendlichen ein Bewusstsein für die Problematik Beziehungsgewalt geschaffen und über verschiedene Gewaltformen aufgeklärt werden. Dafür wurden verschiedene Materialien erstellt und in 2014 werden Comic-Workshops angeboten. Zusammen mit professionellen Comic-ZeichnerInnen und BeraterInnen erarbeiten die Jugendlichen Perspektiven für gewaltfreie Beziehungsstrukturen.

Mit dem Konzept der Workplace Policy soll bei ArbeitgeberInnen ein Bewusstsein für das Thema Häusliche Gewalt geschaffen werden mit dem Ziel, dass den Beschäftigten Informationen und Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Damit das Konzept auch in Unternehmen Einzug erhält engagiert sich TERRE DES FEMMES in dem Deutschen Global Compact Netzwerk. Zusammen mit dem Global Compact und der Berliner Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen hat TERRE DES FEMMES einen Business Lunch veranstaltet, bei dem Dilek Kolat, die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen an die Unternehmen appelliert hat, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im Falle von Häuslicher Gewalt zu schützen und zu unterstützen.

Ein weiterer Arbeitskreis, in dem sich TERRE DES FEMMES bis Ende 2013 engagierte, war im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung angegliedert mit dem Ziel, den Wissensaustausch zwischen Lateinamerika und Deutschland für das Projekt ComVoMujer in Lateinamerika zu fördern. „ComVoMujer“ (Combatir la violencia contra las Mujeres) hat die Aufgabe, Maßnahmen des Gewaltschutzes in den Ländern Ecuador, Peru, Bolivien und Paraguay – vor allem für ländliche und indigene Frauen – zu verbessern. Der Schwerpunkt für Deutschland lag auf dem Thema CSR (Corporate Social Responsibility) – in dem die Zusammenarbeit besonders mit TERRE DES FEMMES koordiniert wurde.

Vernetzung

Im Rahmen der AG Frauenrechte vom Forum Menschenrechte, bei der TERRE DES FEMMES seit vielen Jahren mitarbeitet, hat im April 2013 in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte die Tagung Wien +20 stattgefunden. Für diese Tagung hat die AG Frauenrechte hat das Panel „Frauenrechte sind Menschenrechte: Die besondere Rolle von Frauen in Kriegs- und Krisengebieten" organisiert.

Frauenfeindliche Werbung

TERRE DES FEMMES protestiert auf der weltweit ersten Demo gegen frauenfeindliche Werbung. Foto: © TERRE DES FEMMESTERRE DES FEMMES protestiert auf der weltweit ersten Demo gegen frauenfeindliche Werbung.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Wo liegen die Ursachen von sexualisierter Gewalt? Wo beginnt sexualisierte Gewalt? Und was hat das Thema Werbung damit zu tun? Mit einer eindrucksvollen Rede hat die TDF-Referentin Birte Rohles auf der weltweit ersten Demonstration gegen sexistische Werbung über den Zusammenhang von frauenfeindlicher Werbung und Gewalt an Frauen gesprochen. Eindrücklich gezeigt hat das im Jahr 2013 das Unternehmen Redcoon mit seiner Werbekampagne „So viel billig hat ein Zuhause“. In den „Mini-Pornos“ wurde gar nicht mehr versucht, noch einen Zusammenhang zwischen den fast nackten Darstellerinnen und den Produkten der Firma herzustellen. Nach zahlreichen Protesten aus der Bevölkerung und von TERRE DES FEMMES wurde das Unternehmen für diese Werbekampagne vom Deutschen Werberat gerügt und hat die schlimmsten Spots zurückgezogen. Hier hat sich deutlich gezeigt: Protest lohnt sich!