Ein Jahr Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Vor gut einem Jahr, am 6. März 2013, wurde das erste bundesweite Hilfetelefon für Frauen, die Gewalt erlebt haben, gestartet. Das mit 6 Millionen Euro jährlich vom Familienministerium finanzierte Projekt dient als Anlaufstelle für alle von Gewalt betroffenen Frauen und für ihr Umfeld. In den ersten zehn Monaten haben knapp 48.000 Menschen die kostenlose Rufnummer gewählt. Wenig überraschend: Über ein Drittel der Beratungsanfragen waren zu Häuslicher Gewalt.

Die Beraterinnen vom Hilfetelefon beraten zu allen Formen der Gewalt. Neben Häuslicher Gewalt zum Beispiel auch zu Gewalt außerhalb von Partnerschaften, zu Gewalt in der Kindheit, zu Stalking und zu Mobbing. Themen wie Zwangsverheiratungen, Gewalt im Namen der „Ehre“, Menschenhandel, Prostitution und Genitalverstümmelung wurden sehr gering nachgefragt. Im Vergleich: In der Beratungsstelle von TERRE DES FEMMES waren mit 38% die meisten Anfragen im letzten Jahr zu den Themenbereichen Zwangsheirat/Gewalt im Namen der „Ehre“, dicht gefolgt von der Häuslichen bzw. sexualisierten Gewalt (35%).

©: Erster Jahresbericht des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen©: Erster Jahresbericht des Hilfetelefons Gewalt gegen Frauen 

Das Hilfetelefon kann rund um die Uhr kontaktiert werden. Sehr häufig vermitteln die Beraterinnen an das regionale Unterstützungssystem weiter, wo die Frauen, die von Gewalt betroffen sind, langfristig unterstützt werden. Beim Hilfetelefon findet lediglich eine Erstberatung statt. Umso wichtiger, dass nicht nur das Hilfetelefon langfristig und ausreichend finanziert wird, sondern endlich auch eine gesicherte und ausreichende Finanzierung von Frauenberatungsstellen und Frauenhäusern stattfindet.

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