Gleichstellungsbericht 2017: Gewalt verhindert Gleichberechtigung

Am 6. März 2017 wurde der zweite Gleichstellungsbericht der Bundesregierung veröffentlicht. Eine wesentliche Erkenntnis: Gewalt an Frauen verhindert Gleichstellung.

Gewalt an Frauen in Paarbeziehungen wurde von der Gleichstellungskommission als ein wesentliches Hindernis in der Gleichstellung von Männern und Frauen in Deutschland identifiziert. Es ist ein Teufelskreis: Gewalt gegen Frauen behindert volle Gleichstellung, aber ungleiche Geschlechterverhältnisse und strukturelle Diskriminierung von Frauen befördern Gewalt an Frauen durch Männer. Doch obwohl in den letzten Jahren Frauen in Deutschland Stück für Stück mehr Gleichberechtigung erlangt haben, nimmt die häusliche Gewalt an Frauen eher zu als ab. Nach wie vor ist insbesondere häusliche Gewalt eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und Kinder weltweit, stellt der Bericht fest. Frauen mit Migrationshintergrund, geflüchtete und obdachlose Frauen sowie Frauen mit Behinderungen sind besonders stark betroffen und ihnen fällt es auch besonders schwer, gewalttätige Situationen zu verlassen. Ähnliches gilt für Frauen mit geringer Bildung und schlechten Arbeitsmarktpotenzialen.

Der Bericht zeigt auf, dass eine eigenständige Existenzsicherung für Frauen eine fundamentale Bedeutung hat, insbesondere auch, um einen gewalttätigen Partner zu verlassen. Umso schlimmer, dass diese gefährdet ist, sobald eine gewalttätige Partnerschaft vorliegt. Frauen, die unter Häuslicher Gewalt leiden, haben häufig mit gesundheitlichen Folgen der Gewalt zu kämpfen, die zu Leistungsbeeinträchtigungen und Krankschreibungen führen können und somit zu einer Gefahr des Verlustes des Arbeitsplatzes. Deswegen engagiert sich TERRE DES FEMMES seit Jahren für das Konzept der Workplace Policy, das ArbeitgeberInnen für ein Engagement gegen Häusliche Gewalt am Arbeitsplatz ermutigt.

Um Frauen besser vor Gewalt zu schützen und somit die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern, empfehlen die Autorinnen des Gleichstellungsberichts insbesondere:

  • Intensivierung der Prävention von Partnerschaftsgewalt auf den Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen
  • Sicherstellung von zeitnahem Schutz und fachlicher Unterstützung für von Partnerschaftsgewalt betroffene Personen auf den Ebenen von Bund, Ländern und Kommunen
  • regelmäßiges Monitoring von Gewalt und Maßnahmen zum Gewaltschutz auf den Ebenen von Bund und Ländern, das national und international zusammengeführt und im Hinblick auf verbesserte Intervention, Unterstützung und Prävention ausgewertet wird

TERRE DES FEMMES schließt sich den Forderungen an und erwartet gespannt den Ausführungen der Bundesregierung zum Bericht.

Weitere Informationen:

Zum Gleichstellungsbericht der Bundesregierung