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Straftat Vergewaltigung

Für viele Betroffene ist es nicht der richtige Weg, nach einer Vergewaltigung Strafanzeige zu stellen. Zu belastend kann es sein, öffentlich über eine intime Tat zu reden. Und zu hoch sind die Hürden, dass es zu einem Prozess kommt, bei dem der Täter eine angemessene Strafe erhält: Die Verurteilungsquote in Deutschland liegt bei nur etwa 13%. Auch das ist im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich.

Seit dem 10. November 2016 ist das neue Sexualstrafrecht in Kraft. Im Gegensatz zum alten Recht sind nun alle sexuellen Handlungen, die gegen den erkennbaren Willen der anderen Person verübt werden, strafbar. Der Grundsatz „Nein heißt Nein“ wurde somit im Strafgesetz verankert, sowohl was Vergewaltigung angeht (§177 StGB) als auch das sogenannte „Begrapschen“, also die sexuelle Belästigung (§184i StGB). Darüberhinaus wurde der diskriminierende Paragraph 179 abgeschafft, der speziell bei Taten gegen Widerstandsunfähige ein geringeres Strafmaß vorsah.

Diese Veränderungen sind die größte Reform des Sexualstrafrechts und eine klare Stärkung der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen vor Gericht. Doch ob die Verurteilungsquote dadurch ansteigen wird, bleibt abzuwarten.

Übrigens: Die Vergewaltigung in der Ehe ist erst seit der Reform im Jahre 1997 ein eigener Straftatbestand!