TDF wieder gegen Häusliche Gewalt in Russland aktiv

Im Rahmen der nun schon einjährigen Zusammenarbeit mit dem Verein „Project Kesher“ wurde TERRE DES FEMMES als Expertin zum Thema Häusliche Gewalt zu einer weiteren spannenden Reise eingeladen. Das Project Kesher arbeitet mit politischen und staatlichen Institutionen zusammen, um für die Themen Häusliche Gewalt und Frauenhandel zu sensibilisieren. Dem Programmtitel „Building Civil Society through Women’s Coalition“ folgend wurde der zweite Kooperationsbesuch im Dezember zu einem intensiven Austausch mit anderen Frauenrechtlerinnen genutzt.

Gruppe von TeilnehmerInnen auf der Abschlusskonferenz in Moskau (Foto © Project Kesher)Gruppe von TeilnehmerInnen auf der Abschlusskonferenz in Moskau (Foto © Project Kesher)Ein zentraler Punkt des Aufenthaltes war ein Intensivworkshop mit Studierenden in Nizhny Novgrad zur Frage des Umgangs mit Betroffenen von Häuslicher Gewalt. TDF-Mitarbeiterin Ingrid Jäkel konnte mit verschiedenen interaktiven Methoden die oftmals sehr jungen Studierenden an das Thema Häusliche Gewalt in der Gesellschaft heranführen. Gemeinsam wurde so über gesellschaftliche Stereotype reflektiert und was diese für Betroffene bedeuten.

Im zweiten Teil des Workshops wurden verschiedene Gesprächssituationen in Rollenspielen geübt. Auf freiwilliger Basis bekamen die TeilnehmerInnen verschiedene Rollen mit unterschiedlichen Opferprofilen zugewiesen, mit denen dann Beratungssituationen nachgestellt wurden. In großer Runde wurde dann reflektiert, was zu beachten ist, wenn eine Betroffene von Häuslicher Gewalt Hilfe sucht und sich öffnen möchte. Beeindruckend war die Bereitschaft und Offenheit der Jugendlichen, die bei allen Methodenangeboten ohne Zögern mitwirkten und bis zum Ende sehr motiviert bliebe. Sie warfen viele wichtige Fragen auf und machten einmal mehr deutlich, wie zentral Bildung und Aufklärung im Kampf gegen Häusliche Gewalt sind.

Nach dem Workshop fand die große Abschlusskonferenz in den Räumlichkeiten der Europäischen Kommission statt, die mit ihrem EuropeAid Programm das zweijährige Projekt finanziert hatte. Es kamen VertreterInnen aus allen fünf Städten, in denen das Projekt durchgeführt wurde, um über das eigene Vorgehen, die Erfahrungen und Erfolge zu berichten. Bemerkenswert waren die Vielfalt der Ansätze, der politische Wille und die Auswirkungen, die nach so kurzer Zeit sichtbar werden konnten. Es wurde berichtet, wie mit konsequenter Arbeit an der Basis verschiedene Personenkreise von den engagierten Mitarbeiterinnen vor Ort informiert und geschult wurden, um so zivilgesellschaftliche Strukturen entstehen zu lassen.

Die Berichte und der Zusammenhalt der Frauen waren sehr beeindruckend – dem eigenen Programm von „Building Civil Society through Women`s Coalition“ konnte man offensichtlich mehr als gerecht werden. Dieser Aspekt wurde ebenfalls von der TERRE DES FEMMES-Vertreterin in ihrem Vortrag über die Erfahrungen der internationalen Kooperation betont. Alle Beteiligten wünschten eine Fortsetzung der Zusammenarbeit, da der Wille zur Veränderung groß ist und ein gemeinsamer Schulterschluss neue Chancen eröffnet. TERRE DES FEMMES dankt Project Kesher weiterhin für die Möglichkeit der Kooperation und freut sich auf gemeinsame Aktionen und einen intensiven Austausch, damit viele Kräfte gebündelt werden können im schwierigen Kampf gegen Häusliche Gewalt.

Studierende beim Workshop in Nizhny Novgrad (Foto © Project Kesher)Studierende beim Workshop in Nizhny Novgrad
(Foto © Project Kesher)

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