Eine Frühehe (early bzw. child marriage) liegt dann vor, wenn einer der Verheirateten zum Zeitpunkt der Eheschließung noch nicht 18 Jahre alt ist. In den meisten Ländern unterscheidet sich das Alter der Volljährigkeit von dem Alter, ab dem ein Mädchen oder eine junge Frau als heiratsfähig gilt. Beispielsweise im Iran liegt die Ehemündigkeit der Frau mit Vollendung des 13. Lebensjahrs, während es in Saudi-Arabien, im Jemen und Südsudan gar kein gesetzliches Mindestheiratsalter gibt. Auch wenn das Mindestheiratsalter in vielen Ländern bei 18 Jahren liegt, werden Frühehen oft im Rahmen religiös-traditioneller Voraustrauung geschlossen - unabhängig vom Staat.

In Deutschland sind überwiegend Jugendliche von einer verfrühten Heirat bedroht, deswegen spricht TERRE DES FEMMES nicht von Kinder-, sondern von Frühehen.

TERRE DES FEMMES sieht Frühehen als eine Form der Zwangsverheiratung. Auch wenn die Minderjährige der Eheschließung zugestimmt hat, können Kinder und Jugendliche Folgen und Ausmaß einer verfrühten Eheschließung nicht einschätzen. Folglich können sie sich nicht entsprechend dagegen wehren, das Recht auf Selbstbestimmung und freie PartnerInnenwahl bleibt ihnen so verwehrt.

Deswegen sind Frühehen auch eine Menschenrechtsverletzung. Die Betroffenen werden ihrer Rechte und Freiheiten, die die UN-Kinderrechtskonvention (PDF-Datei) festhält, beschnitten. Ein selbstbestimmtes, freies und unabhängiges Leben ist so nicht möglich!

 

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