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TERRE DES FEMMES fordert besseren Schutz für minderjährige Ehefrauen

Im Rahmen der Kampagne „STOP Frühehen!“ fordert TERRE DES FEMMES die Durchsetzung des Mindestheiratsalters von 18 Jahren ohne Ausnahme. Dafür startete die Frauenrechtsorganisation im Oktober 2015 die Unterschriftenaktion "Frühehen stoppen – Bildung statt Heirat" für die wir bereits zahlreiche UnterstützerInnen gewinnen konnten. Diese konsequente Umsetzung der Empfehlung der UN-Kinderrechtskonvention hat auch Auswirkungen auf andere Gesetze. So dürfen im Ausland geschlossene Ehen mit Minderjährigen in Deutschland nicht mehr anerkannt werden, und der Ehegattennachzug von ausländischen Ehegatten darf erst möglich sein, wenn beide Ehegatten das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Minderjährige geflüchtete Ehefrauen in Deutschland

Gleichzeitig erreichen uns in den letzten Monaten immer wieder Meldungen von minderjährigen geflüchteten Frauen, die entweder als „Ehefrau“ im Ehegattennachzug nach Deutschland gekommen sind, oder zusammen mit ihrem „Ehemann“ nach Deutschland flüchteten. Diese jungen Frauen brauchen unseren besonderen Schutz! Sie müssen gleich behandelt werden wie die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge, denn auch sie sind unbegleitet. Sie haben keine sorgeberechtigten Eltern, die für sie entscheiden können. TERRE DES FEMMES ist besorgt, dass weder regelmäßig das Jugendamt informiert noch das Familiengericht eingeschaltet wird.

Unterstützung vor Ort

Die Berichte, die uns aus den Flüchtlingslagern in der Türkei, Jordanien und aus dem Libanon erreichen, sind erschreckend. Die Zahl der Kinderheiraten steigt rapide an, es ist ein regelrechter Heiratsmarkt entstanden. Aus finanziellen Gründen, oder weil sie um die Sicherheit ihrer Töchter fürchten, stimmen Eltern einer frühen Heirat zu. Und die Nachfrage ist groß. Dieser Heiratshandel muss unterbunden werden! Dazu braucht es Programme und Hilfsangebote vor Ort. Mädchen müssen beispielsweise die Möglichkeit haben, die Schule zu besuchen, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie. Falls ein Mädchen unmittelbar aufgrund einer vollzogenen oder geplanten Frühverheiratung gefährdet ist, muss Deutschland den Betroffenen sichere Wege in das Bundesgebiet ermöglichen, z.B. über ein besonderes Aufnahmekontingent. Den Weg über die Menschenrechtsverletzung Frühehe mit anschließendem Ehegattennachzug lehnt TERRE DES FEMMES ab.

TERRE DES FEMMES hat ein ausführliches Positionspapier (PDF-Datei) zu unbegleiteten Minderjährigen – minderjährigen Ehefrauen erstellt.

 

Stand: 03/2016