Unser Schultheaterprojekt "Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre": Super cool!

Zwischen Juli und Dezember 2014 fanden 20 Aufführungen unseres Theaterprojekts „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in Baden-Württemberg statt. Das Projekt wurde gemeinsam mit dem Theaterensemble Mensch: Theater! (PDF-Datei) und der mobilen Beratungsstelle YASEMIN (PDF-Datei) verwirklicht. Jetzt liegt die Auswertung der Fragebögen der 1221 Jugendlichen vor, die am Projekt teilnahmen.

Ein voller Erfolg!

Das Theaterprojekt stieß sowohl bei den Jugendlichen als auch bei LehrerInnen und SchulsozialarbeiterInnen auf große Zustimmung. Tobias Gerstner, Intendant und Regisseur von Mensch: Theater! und die Schauspielerinnen Canan Kir und Anja Rüger stellten Szenen aus dem Alltag von Jugendlichen dar.

Canan Kir, Anja Rüger und Tobias Gerstner von Mensch: Theater! Foto: © TERRE DES FEMMESCanan Kir, Anja Rüger und Tobias Gerstner von Mensch: Theater!
Foto: © TERRE DES FEMMES

Themen wie Homosexualität, Jungfräulichkeit und Zwangsverheiratung wurden angesprochen und direkt im Anschluss an die Szenen mit den SchülerInnen diskutiert. Die Jugendlichen konnten in das Geschehen eingreifen und Handlungsvorschläge machen, wie eine Situation entschärft werden oder zu einem anderen Ende kommen könnte.

So etwas habe ich vorher noch nie gesehen. Ich fand es gut, dass wir gleich mitreden konnten“ freute sich eine Schülerin.

Ein zwölfjähriges Mädchen antwortete auf die Frage, was ihr am Stück gefallen habe: "Dass es uns gezeigt hat, dass wir auch Rechte haben".

Nach der Aufführung wurde in Arbeitsgruppen über die Inhalte des Stücks gesprochen und reflektiert. Die Diskussionen zeigten, dass die angesprochenen Themen den Nerv der Jugendlichen getroffen haben.

Die SchülerInnen wurden gefragt, was ihnen am Theaterstück gefallen hat. (Je größer die Schrift, desto häufiger die Nennung)Die SchülerInnen wurden gefragt, was ihnen am Theaterstück gefallen hat. (Je größer die Schrift, desto häufiger die Nennung)

Wir haben über interessante Themen gesprochen. Ich habe Dinge gelernt, die ich vorher nicht wusste.“ – so eine Schülerin nach der Aufführung.

Ein Schüler betont: „Ich fand es gut, dass erklärt worden ist, dass man lieben darf wen man will. Egal welches Geschlecht.

Der Großteil der SchülerInnen war zwischen 13 und 17 Jahren alt. Vereinzelt wurde auch an Berufsschulen gespielt. Insgesamt bewerteten die SchülerInnen das Stück sehr positiv. 92% der Befragten fanden es sehr gut oder gut.

Diagramm Altersverteilung der SchülerInnen    Diagramm zur Frage 'Wie hat dir das Theaterstück gefallen?"
 
Lob vom Bundespräsidenten

Am 6. März 2015 fand anlässlich des Weltfrauentages ein Symposium im Schloss Bellevue  statt, welches von TERRE DES FEMMES und Bundespräsident Joachim Gauck ausgerichtet wurde um auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen in Deutschland aufmerksam zu machen. Während der Veranstaltung wurden einige Szenen aus „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ aufgeführt. Gauck lobte die Arbeit mit den Jugendlichen und bedankte sich für das Engagement. „Machen Sie weiter so. Viel Erfolg für die Zukunft.“ wünschte Gauck den SchauspielerInnen von Mensch: Theater!.

Preisgekrönt

Das Schultheaterprojekt „ Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre.“ wurde vom Bündnis für Demokratie und Toleranz mit dem Preis „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2014“ am 25. Juni 2015 in Potsdam ausgezeichnet.  

v.l.n.r.:  vorne 1. von links: Gabriele Rohmann (Beiratsmitglied Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT), vorne 4. von links: Sandra Stopper (TDF), hinten 3. von links: Tobias Gerstner (Mensch: Theater!). Foto: © Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT).v.l.n.r.: vorne 1. von links: Gabriele Rohmann (Beiratsmitglied Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT), vorne 4. von links: Sandra Stopper (TDF), hinten 3. von links: Tobias Gerstner (Mensch: Theater!).
Foto: © Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT).

: v.l.n.r.: Gabriele Rohmann, Johanna Suwelack vom BfDT, Sandra Stopper (TDF), Tobias Gerstner(Mensch: Theater!). Foto: © Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT).v.l.n.r.: Gabriele Rohmann, Johanna Suwelack vom BfDT, Sandra Stopper (TDF), Tobias Gerstner(Mensch: Theater!).
Foto: © Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT).
 

Es geht weiter...

Aufgrund der zahlreichen positiven Rückmeldungen und Reaktionen auf „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ bemüht sich TERRE DES FEMMES um eine Weiterfinanzierung des Projekts. Ziel ist es, das Stück sowohl in Schulen in Baden-Württemberg als auch in anderen Bundesländern zu zeigen.

Die Kosten für eine einmalige Aufführung belaufen sich auf 2500€ zuzüglich Reisekosten. Inbegriffen sind die Gagen für das Theaterensemble, die Unterstützung und Begleitung des Projekts durch TERRE DES FEMMES sowie ein Informationsgespräch für Lehrkräfte während der Arbeitsgruppen. Theaterpädagogisches Begleitmaterial, die TDF-Unterrichtsmappe „Zwangsheirat“ und weitere Materialien und Medien werden ebenfalls zur Verfügung gestellt.

Sie haben Interesse, das Theaterstück „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ an Ihre Schule zu holen? Dann melden Sie sich bei uns!
Referat Gewalt im Namen der Ehre, Tel. 030 40 50 46 99 0, E-Mail: ehrverbrechen@frauenrechte.de

Hintergrund zum Projekt

Das interaktive Theaterstück „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ wurde 2014 an 20 Schulen in Baden Württemberg aufgeführt. (Premierenbericht)

Ziel des Projekts war es, SchülerInnen und Lehrkräfte zu sensibilisieren sowie Betroffenen Unterstützungsmöglichkeiten vorzustellen und über Rechte zu informieren. Durch die Diskussion sollte bei den SchülerInnen eine Reflexion über traditionelle Verhaltensmuster angestoßen werden. Eine Beraterin der baden-württembergischen Beratungsstelle für junge Migrantinnen YASEMIN begleitete die Aufführungen.

Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Integrationsfonds und des Ministeriums für Integration Baden-Württemberg kofinanziert.

EU Logo Logo des Ministeriums für Integration des Landes Baden-Württemberg

  

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