Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Öffentliche Aufführung des Interaktiven Theaterstück „Mein Weg. Mein Glück. Mein Ziel!“ am 22. Januar 2018 im Theaterhaus Stuttgart mit Podiumsdiskussion

Canan Kir und Marilena Weichert von „Mensch: Theater!“. Foto: © TERRE DES FEMMESCanan Kir und Marilena Weichert von „Mensch: Theater!“.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Seit Oktober 2017 wurde das Theaterstück „Mein Weg, Mein Glück, Mein Ziel! Der Start in (m)ein neues Leben“ erfolgreich an verschiedenen Schulen in Baden-Württemberg aufgeführt. Das Theaterstück erzählt die Geschichte einer geflüchteten Familie in Deutschland und konzentriert sich auf die 17-jährige Tochter, die in Deutschland neuen Vorurteilen begegnet, aber auch neue Freiheiten entdeckt. Ihr Verhalten verunsichert den Rest der Familie. Die einzelnen Szenen, die durch das Mitwirken der ZuschauerInnen ergänzt werden können, sollen das Publikum gegen Gewalt an Mädchen und Frauen im Kontext von Flucht sensibilisieren. Das Theaterprojekt ist eine Kooperation von TERRE DES FEMMES mit dem Theaterensemble „Mensch: Theater!“ und der mobilen Beratungsstelle Yasemin.

Das Stück wird nun einmalig öffentlich im Theaterhaus Stuttgart aufgeführt. Anschließend an diese Aufführung sind alle Gäste zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „Der Weg, das Ziel – wo bleibt das Glück? Herausforderungen und Chancen geflüchteter Mädchen und Frauen in Deutschland“ eingeladen. Hier werden die Inhalte aufgegriffen und diskutiert, mit Hintergrundwissen versehen und es können mögliche Fragen geklärt werden.

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Informationsschrift von TERRE DES FEMMES zu den neuen Regelungen des Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen

Palkat STOP Frühehen

Seit 22. Juli 2017 ist das Gesetz gegen Kinderehen in Kraft. Seitdem gilt in Deutschland das Mindestheiratsalter 18 ohne Ausnahme, und Minderjährige dürfen nicht mehr in einer religiösen oder sozialen Zeremonie verheiratet oder verlobt werden. Doch diese Neuregelungen sind noch viel zu wenig bekannt!

Daher hat TERRE DES FEMMES eine Informationsschrift zusammengestellt, in der auf 12 Seiten eine Übersicht über die Gesetzesänderungen inklusive Fallbeispiel zu finden ist sowie Hintergrundinformationen zu Frühehen. Ein 10-Punkte-Plan zur ersten Orientierung bzgl. Hilfe und Unterstützung bei (drohender) Früh-/Zwangsverheiratung schließt das Angebot ab.

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Schulungen zum Thema „STOP harmful traditional practices“ in Berlin erfolgreich durchgeführt

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESIm Rahmen des von Aktion Mensch geförderten Projektes „STOP harmful traditional practices – patriarchale Gewalt verhindern“ wurden bisher über 140 MulitplikatorInnen geschult.

Ziel des Projektes, welches über drei Jahre in Berlin läuft, ist zum einen, haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen von Stadtteil- und Familienzentren sowie von Flüchtlingseinrichtungen mit gezielten Schulungen zu sensibilisieren und konkrete Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zum anderen bietet TERRE DES FEMMES betroffenen Mädchen und Frauen notwendige Hilfe in Form von professioneller Beratung, Sensibilisierung und Prävention.

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Der Todestag von Arzu Özmen jährt sich 2017 zum sechsten Mal

Gedenken für Arzu Özmen. Foto: © TERRE DES FEMMESGedenken für Arzu Özmen. Foto: © TERRE DES FEMMESWir erinnern an Arzu Özmen, die am 01.11.2011 von ihrem Bruder ermordet wurde.

Als im August 2011 der Familie Özmen bekannt wurde, dass ihre Tochter Arzu eine Liebesbeziehung mit einem nichtgläubigen Arbeitskollegen führte, musste sie ihren Arbeitsplatz kündigen. Sie wurde geschlagen und in der Wohnung eingesperrt. Daraufhin flüchtete Arzu in ein Frauenhaus und erstattete Anzeige. Nach längerer Suche entdeckte eine Schwester Arzus, die bei der Stadtverwaltung arbeitete, den Aufenthaltsort. Sie hatte das Frauenhaus verlassen um ihren Freund zu besuchen. Noch in derselben Nacht wurde Arzu von fünf Geschwistern aus der Wohnung ihres Freundes entführt und erschossen.

Die treibende Kraft hinter dieser Tötung war Arzus Vater Fendi Özmen. Die tödlichen Schüsse sind jedoch von Fendis Sohn, Osman Özmen abgefeuert worden. Er war laut TAZ das am ehesten zu entbehrende Familienmitglied. Am Mittwoch, den 16. Mai 2012, wurden die Urteile im Fall Arzu Özmen verkündet. Von den fünf Geschwistern wurde Osman Özmen zu lebenslanger Haftstrafe verurteilt. Sirin und Kirer Özmen bekamen zehn Jahre, Kemal und Elvis Özmen fünf Jahre und sechs Monate. Arzus Vater wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Richter sprach von einem so genannten Ehrenmord.

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„Endlich können wir über Themen sprechen, die sonst im Schulalltag nicht vorkommen!“ – Abschluss des Schultheaterprojekts zu Gewalt im Namen der Ehre in Hessen

Marilena Weichert und Canan Kir von "Mensch:Theater!". Foto: © Hesssiches KultusminsiteriumMarilena Weichert und Canan Kir von "Mensch:Theater!". Foto: © Hesssiches KultusminsiteriumVon Juni bis September 2017 wurde unser interaktives Schultheaterstück „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ erstmalig auch an Schulen in Hessen aufgeführt. Mehr als 700 SchülerInnen, die sich 62 verschiedenen Nationalitäten angehörig fühlen, sahen das Stück zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und nahmen an den anschließenden Vertiefungsworkshops teil. Die Aufführungen in Hessen wurden von TERRE DES FEMMES in Kooperation mit dem Theaterensemble von Mensch: Theater! und der Darmstädter Beratungsstelle Mäander e.V realisiert. Finanziert wurde das Projekt durch das Hessische Kultusministerium sowie das Hessische Ministerium des Innern und für Sport (Netzwerk gegen Gewalt).

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