Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

Anstieg von Zwangsverheiratung in Berlin: Neue Zahlen des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung zeigen einen großen Anstieg von Zwangsverheiratungen

Stop Frühehen, Aktion am 25.11.2015. Foto: © Uwe Steinert Foto: © Uwe SteinertDer neusten Umfrage des Berliner Arbeitskreises gegen Zwangsverheiratung nach lag die Zahl versuchter oder erfolgter Zwangsverheiratung im Jahr 2017 mit insgesamt 570 Fällen um 19 Prozent höher als noch bei der letzten Umfrage 2013 mit 460 Fällen.

In 93 Prozent der Fälle waren Mädchen und Frauen betroffen, davon die meisten in der Altersgruppe der 16- bis 21-jährigen. Bei den 7 Prozent männlichen Betroffenen hingegen war die Gruppe der 16- und 17-jährigen die am stärksten betroffene (sie machte 42 Prozent aus). Besonders erschreckend ist hier auch die hohe Anzahl der Betroffenen, die bei versuchter oder erfolgter Zwangsverheiratung unter 16 waren: hier lag der Anteil der Mädchen bei 12 Prozent und der Jungen bei 3 Prozent der insgesamt Betroffenen.

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Ab in die Schule! – Start des Projekts Gender ABC in Lissabon

(v.l.n.r.) Valentina Fanelli (AIDOS), Carolina Montero (MDM), Susana Vicente Andueza (MDM), Carolin Pranz (TDF), Myria Böhmecke (TDF), Lisa O´Leary (END FGM EU). Foto: © APF(v.l.n.r.) Valentina Fanelli (AIDOS), Carolina Montero (MDM), Susana Vicente Andueza (MDM), Carolin Pranz (TDF), Myria Böhmecke (TDF), Lisa O´Leary (END FGM EU). Foto: © APFVom 03. bis 05. Oktober 2018 fand der erste Workshop aller Projektpartnerinnen zur Auftaktplanung des Gender ABC-Projekts in Lissabon statt. Dort trafen sich Projektkoordinatorinnen des europäischen Netzwerkes END FGM EU aus Brüssel, der Organisationen Médicos del Mundo (MDM) aus Madrid, Associazione Italiana Donne per lo Sviluppo (AIDOS) aus Rom, TERRE DES FEMMES (TDF) aus Berlin in den Geschäftsräumen der fünften Partnerorganisation Associação para o Planeamento da Família (APF) in der portugiesischen Hauptstadt. Bei dieser Gelegenheit wurden Rahmenbedingungen und Grundsätze geklärt, aber auch über Inhalte des Projekts abgestimmt und diskutiert.

SchülerInnen in Berlin, Lissabon, Rom und Madrid werden für die Themen Gleichberechtigung, Kinderrechte sowie geschlechtsspezifische Gewalt sensibilisiert und über ihre Rechte aufgeklärt. In diesem Zusammenhang entwickeln die Partnerinnen gemeinsam Module, u.a. zu den Themen Menschen- und Kinderrechte, geschlechtsspezifische Normen, soziale Machtverhältnisse, sexualisierte Gewalt, Früh- und Zwangsehen und Female Genital Mutilation, kurz FGM. Diese Module dienen als Leitfaden für die PädagogInnen, die das Projekt in den Schulklassen durchführen werden. Zudem sind Informationsveranstaltungen sowie Vorbereitungstreffen mit LehrerInnen, Eltern und politischen EntscheidungsträgerInnen geplant.

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Weiter geht’s! – Neuauflage unseres Schultheaterprojekts „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ Acht kostenfreie Aufführungen ab September 2018 in Hessen

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESIn Hessen können sich Schulen ab September wieder für eine Teilnahme an dem erfolgreichen Theaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ bewerben. Kooperationspartner des Projekts sind das Theaterensemble von Mensch: Theater! sowie die Darmstädter Beratungsstelle Mäander. Finanziert wird das Projekt durch das Hessische Kultusministerium und unterstützt vom Netzwerk gegen Gewalt.

„Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ ist ein Theaterstück zur Prävention von Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat. In den einzelnen Szenen werden Themen und Konflikte behandelt, unter denen besonders Jugendliche aus patriarchal geprägten Familien leiden: Kontrolle durch Familienmitglieder, Isolierung von den MitschülerInnen, Verbot von Liebesbeziehungen, Ächtung von Homosexualität, Zwang zur Jungfräulichkeit oder Zwangsverheiratung.

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TERRE DES FEMMES startet neues Projekt zur Prävention von Frühehen

Seit dem 01. August 2018 arbeitet TERRE DES FEMMES an einem Projekt zum Empowerment von Mädchen. Als Ergebnis des Projekts, das von August bis Dezember 2018 läuft, wird die Webseite „stopchildmarriage.de“ erstellt und mit Hilfe von Postkarten beworben. Sie ist speziell für junge Mädchen und Frauen konzipiert, die von früher Verheiratung bedroht oder betroffen sind.

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Ein Jahr Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen: TERRE DES FEMMES liefert erste Zahlen!

TERRE DES FEMMES setzt sich seit vier Jahren verstärkt gegen Frühehen ein. Foto: © evgenyatamanenko - Fotolia.comTERRE DES FEMMES setzt sich seit vier Jahren verstärkt gegen Frühehen ein.
Foto: © evgenyatamanenko - Fotolia.com  

UPDATE 12.7.18: TERRE DES FEMMES erhält weitere Rückmeldungen, die wir laufend mit aufnehmen.

Bis einschließlich 09.07.18 sammelte TERRE DES FEMMES Rückmeldungen aus den einzelnen Bundesländern, um die Wirksamkeit des Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen[1]  einzuschätzen. Mit dem Gesetz, das am 22.07.17 in Kraft trat, wurde das Mindestheiratsalter auf 18 Jahre ohne Ausnahme festgelegt. Das gilt nun sowohl für deutsche als auch nicht-deutsche Staatsangehörige. Ehen, die minderjährig geschlossen wurden, sind entweder nichtig (unter 16) oder aufhebbar (zwischen 16 und 18). Die Antragstellung auf Eheaufhebung ist für die zuständigen Behörden verpflichtend, Ausnahmen gibt es nur in Härtefällen.

Das Ergebnis unserer Abfrage: Bundesweit wurden mindestens 229 Fälle (Update 12.7.18: 245 Fälle) von Frühehen gemeldet, mindestens 47  Anträge (Update 12.7.18: 51 Anträge) auf Eheaufhebung bei Gericht gestellt und bisher acht Urteile gefällt. In drei von acht Urteilen wurde die Ehe aufgehoben, in fünf Urteilen wurde sie bestätigt. Die Bestätigung erfolgte entweder aufgrund inzwischen eingetretener Volljährigkeit oder weil die Betroffenen EU-BürgerInnen waren und eine Aufhebung ihre Freizügigkeitsrechte verletzt hätte.

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