Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Geschichte: Frauenrechte sind Menschenrechte: Marie-Olympe de Gouges

Die infolge der französischen Revolution entstandene Menschenrechtserklärung von 1789 hatte Frauen wesentliche Rechte vorenthalten, z.B. hatten nur vermögende Männer das Wahlrecht. Marie-Olympe de Gouges stellte zwei Jahre später (1791) dieser Erklärung die ,,Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin" gegenüber und widmete sie der Königin Marie Antoinette, von der sie hoffte, sie würde sich der Frauenrechtsbewegung anschließen.

Marie-Olympe de Gouges mußte ihren mutigen Einsatz für die Frauen mit dem Leben bezahlen. Am 4. November 1793 wurde sie guillotiniert. In der Urteilsbegründung hieß es: ,,Olympe de Gouges, die mit ihrer exaltierten Vorstellungskraft geboren war, hielt ihr Delirium für eine Inspiration der Natur  Ein Staatsmann wollte sie sein, und das Gesetz hat die Verschwörerin dafür bestraft, daß sie die Tugenden vergaß, die ihrem Geschlecht geziemen."

Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, Paris 1789

Art. 1: Die Menschen sind frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es.
Art. 2: Der Zweck jeder staatlichen Vereinigung ist der Schutz der natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte. Diese Rechte sind Freiheit, Sicherheit, Eigentum und Widerstand gegen Unterdrückung
Art. 4: Die Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. Also hat die Ausübung der natürlichen Rechte eines jeden Menschen keine anderen Grenzen als jene, die den anderen Mitgliedern der Gesellschaft den Genuß dieser gleichen Rechte sichern.
Art. 10: Niemand darf wegen seiner Meinung verfolgt werden.
Art. 16: Eine Gesellschaft, in der die Garantie der Rechte nicht gesichert ist, hat keine Verfassung.
Art. 17: Das Eigentum ist ein unverletzliches Recht.

Die Erklärung der Rechte der Frau und Bürgerin, Paris 1791

Art. 1: Die Frau ist frei geboren und bleibt dem Manne gleich in allen Rechten.
Art. 2: Der Zweck der staatlichen Vereinigung ist der Schutz der natürlichen und unveräußerlichen Rechte sowohl der Frau als auch des Mannes. Diese Rechte sind Freiheit, Sicherheit, Eigentum und besonders das Recht auf Widerstand gegen Unterdrückung.
Art. 4: Freiheit und Gerechtigkeit bestehen darin, den anderen zurückzugeben, was ihnen gehört. So wird die Frau an der Ausübung ihrer natürlichen Rechte nur durch die fortdauernde Tyrannei, die der Mann ihr entgegensetzt, gehindert. Nach den Gesetzen der Natur und der Vernunft müssen diese Hindernisse abgeschafft werden.
Art. 10: Niemand darf wegen seiner Meinung verfolgt werden. Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen. Sie muß gleichermaßen das Recht haben, die Rednerbühne zu besteigen.
Art. 16 Eine Gesellschaft, in der die Garantie der Rechte nicht gesichert ist, hat keine Verfassung. Es besteht keine Verfassung, wenn die Mehrheit des Volkes an ihrem Zustandekommen nicht mitgewirkt hat.
Art. 17: Das Eigentum gehört beiden Geschlechtern vereint oder einzeln. Jede Person hat darauf ein unverletzliches Anrecht.