Unser Spendenkonto


EthikBank
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00
BIC GENODEF1ETK

Stichwort:
Internationale Kooperationen

TERRE DES FEMMES –
Menschenrechte für die Frau e.V.
Brunnenstr. 128
13355 Berlin

Lakia Association for the Improvement of Women’s Status, Israel/Palästina – Empowerment von Frauen durch Bildung

  • Übersicht

  • Hintergrund

  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

  • Unterstützung

  • Weitere Informationen

Naama AlSana, Leiterin des Desert Embroidery Projekts und Asmaa AlSana, Vorstand von Lakia. Foto: © Ines FischerNaama AlSana, Leiterin des Desert Embroidery Projekts und Asmaa AlSana, Vorstand von Lakia. Foto: © Ines FischerProjektgebiete: Die Beduinensiedlung Lakia, nahe Beersheba, Israel

Wird von TDF unterstützt seit: 2003

Zielgruppe: beduinische Frauen  

Projektaktivitäten:

  • Empowerment und Bildungsarbeit von und für Frauen
  • Organisation von Diskussionsrunden für Mädchen und Frauen
  • Begleitungsprogramme für beduinische Kinder in Schulen der Region, Ferienkurse für Kinder
  • eine mobile Bibliothek, die durch die Siedlungsorte der Beduinen fährt

Projektgründerin/Leiterin: Asmaa AlSana

Kontakt: Ehrenamtliche Projektkoordinatorin Ines Fischer (israel-palestine@frauenrechte.de) oder
TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit (iz@frauenrechte.de)

Projektflyer: Informationsflyer Lakia Women’s Association (PDF-Datei)

Hintergründe und Projektbeschreibung

Allgemeine Situation beduinischer Frauen in Israel und Palästina

Die Negevwüste im Süden Israels ist seit langer Zeit die Heimat von rund 200.000 nomadischen Beduinen. Die Beduinen sind als ehemals nomadisches Volk hauptsächlich in Nordafrika, im Westjordanland und in Israel/Palästina angesiedelt. Rund um die Wüste Negev lebten sie schon seit mehreren hundert Jahren. Nach der Staatsgründung Israels 1948 mussten viele von ihnen fliehen und ihnen wurde ein Großteil ihres Territoriums enteignet. Dadurch verloren sie neben ihrer einst großflächigen Grundstücke auch ihre Lebensgrundlage, die Viehzucht. Heute sind viele der Beduinen gezwungen in den nicht anerkannten Siedlungen mit „illegalem“ Status zu leben. Diese Siedlungen verfügen über keine stabile Infrastruktur, es fehlen Wasser- und Abwasserleitungen, eine Stromversorgung sowie Krankenhäuser und Schulen.

Die Häuser auf den „illegalen“ Siedlungsgebieten sind ständig vom Abriss bedroht. Insgesamt wurden laut Human Rights Watch (HRW) in den vergangenen 40 Jahren tausende Häuser der Beduinen zerstört. Zwar verweist Israel auf die sieben legalen Siedlungen, welche es zur Verfügung gestellt hat, diese gehören laut HRW jedoch allesamt zu den acht ärmsten Gemeinschaften Israels und seien in ihrer Infrastruktur nicht ausreichend ausgestattet, um einen weiteren Zustrom zu bewältigen. Die Beduinen in Israel gehören damit nicht nur zu der ärmsten, sondern auch zu einer der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppe.

Durch die erschwerte Lebenssituation hat sich auch für die Beduinen-Frauen viel verändert. Zuvor besaßen sie feste Rollen in der Ausführung ihrer herkömmlichen Aufgaben, wie etwa Wasser vom Brunnen zu holen, die Tiere zu versorgen und Feldarbeit zu betreiben. Dadurch konnten sie sich nicht nur Bewegungsfreiheit und Entscheidungsrechte sichern, sie waren auch in der Lage sich durch die Begegnung mit anderen Frauen auszutauschen. Durch die Landenteignungen wurden sie in diesen Möglichkeiten stark eingeschränkt.

Zusätzlich leiden die Frauen unter der stark patriarchalischen beduinischen Gesellschaft. Viele von ihnen sind von häuslicher Gewalt, fehlender Schul- oder Ausbildung und sozialer sowie ökonomischer Abhängigkeit betroffen. Im Durchschnitt bekommt eine Beduinen-Frau 5,7 Kinder. Ein Grund dafür ist Polygamie, welche in der Beduinengesellschaft herkömmlicherweise praktiziert wird.

Seit 2003 unterstützt TERRE DES FEMMES die Lakia-Frauenorganisation, die durch Bildungsangebote und Empowerment von Frauen sich für ein selbstbestimmtes Leben der beduinischen Mädchen und Frauen einsetzt.

 

Die Projektarbeit der Lakia Women’s Association

Laqiya-Frauen. Foto: © Ines FischerLaqiya-Frauen. Foto: © Ines FischerDie Frauenorganisation „Association for the Improvement of Women’s Status, Lakia“ wurde 1996 von Amal El Sana gegründet, einer engagierten Frau aus Lakia, die sich nach ihrem Studium für die Rechte der arabischen Minderheit in Israel/Palästina und insbesondere für die Rechte von Beduinenfrauen einsetzte.

Die Organisation wird von Beduinenfrauen geleitet und die Schwerpunkte ihrer Arbeit, Empowerment und Bildung für beduinische Mädchen und Frauen, spiegeln sich in der Projektarbeit wieder.

 

 

 

Projektaktivitäten der Lakia Association

Das Projekt „Desert Embroidery“

Beudinenfrauen bei Stickerarbeit. Foto: © LakiaBeudinenfrauen bei Stickerarbeit. Foto: © Lakia

Ein wichtiger Bestandteil ist das Projekt „Desert Embroidery“ (Wüsten-Stickerei), welches für die Frauen vor allem zum Aufbau einkommensschaffender Aktivitäten dient. Die Produktion und der Verkauf traditioneller Stickerei-Waren dienen den beduinischen Frauen als alternative Einnahmequelle, sodass sie nicht nur unabhängiger und selbständiger werden können, sondern auch ihre Rolle innerhalb der Familie verbessern. In einem Beduinenzelt werden bei einer traditionellen Teezeremonie die Stickerei-Produkte für interessierte Besuchergruppen präsentiert.

Auch das Wüsten-Stickerei-Projekt bietet Empowerment durch Bildung und Kurse zu Familiengesundheit, Ernährung, Frauenrechte und Marketingstrategien an.

 

Bildungsarbeit

Eine Gruppe von Mädchen beim Lernen – Foto: © Ines FischerEine Gruppe von Mädchen beim Lernen. Foto: © Ines Fischer

Die Bildung und das Empowerment von jungen Menschen, d.h. der zukünftigen Generation, sind der Organisation besonders wichtig. In Kooperation mit einigen Schulen in Lakia werden pädagogische Programme für beduinische Kinder und Jugendliche organisiert. Außerdem bietet die Organisation Englischunterricht an, organisiert jeden Sommer einen Ferienkurs für Kinder und dreimal die Woche fährt eine mobile Bibliothek mit hebräischen, arabischen und englischen Büchern durch Lakia und die „illegalen“ Beduinensiedlungen in der Region.

 

 

 

Austausch und Diskussionsrunden

Teezeremonie und Präsentation der  Stickereiprodukte. Foto: © LakiaTeezeremonie und Präsentation der Stickereiprodukte. Foto: © Lakia

Weiterhin werden im Rahmen des Projektes „Youth Leadership“ Diskussionsrunden für junge Mädchen organisiert. Hier können sie nicht nur mit SozialarbeiterInnen über Themen reden, die innerhalb der Familie meist nicht angesprochen werden, sondern sie werden auch zu Menschenrechte, Marketing, Haushalt und Projektentwicklung geschult.

Ein wichtiges Element der Arbeit im Jahr 2016 war die Sensibilisierung von Männern und Jungen. Um eine traditionell patriarchalisch geprägte Gesellschaft zu verändern, ist ein Aufbrechen althergebrachter Rollenbilder notwendig. In Workshops wird über Rollenbilder diskutiert, werden Konflikte thematisiert oder konservative Familienbilder hinterfragt.

 

 

 

Erfolge des Projekts

Die mobile Bibliothek besucht Kinder in der illegalen Beduinensiedlung Owajan.
Foto: © LakiaDie mobile Bibliothek besucht Kinder in der illegalen Beduinensiedlung Owajan. Foto: © Lakia

  • Obwohl die Organisation anfänglich auf Widerstand innerhalb der Beduinengemeinschaft gestoßen ist, haben sich die Frauen in Lakia durchgesetzt und sind nun eine weithin anerkannte Frauenorganisation.
  • Insbesondere durch das Empowerment jüngerer Beduinenfrauen und deren Zugang zu Bildung wurden erfreuliche Ergebnisse erreicht: Mehr Beduinenmädchen denn je gehen in die Schule oder studieren an der nahe Lakia gelegenen Universität in Beersheba.
  • Auch die mobile Bibliothek, welche mittlerweile rund 1500 Kinder mit Lesematerial versorgt, hat sich als wichtiges Bildungsmedium erwiesen: Nicht nur, weil nur wenige Familien Geld für Bücher haben, sondern auch, weil Kinder die Bücher zu ihren Müttern mit nach Hause nehmen können.
  • Die interkulturelle Zusammenarbeit in der Region hat sich in den vergangenen zwei Jahren weiter vertieft: Zu dem schon bestehenden freundlichen Verhältnis zwischen der Lakia Women’s Association und einem in der Nähe gelegenen jüdischen Kibbuz wurden Treffen zwischen Frauen unterschiedlicher Glaubensrichtungen organisiert, um einen friedlichen interkulturellen Austausch zu fördern.
  • 2015 wurde die Leiterin von Lakia, Naama Al Sana, mit dem „Rappaport Lifetime Award for Women Generating Change in Israeli Society“ ausgezeichnet. Diese Auszeichnung verschaffte der Frauenorganisation noch größere Popularität.
  • Darüber hinaus erhielt Al Sana am 6. Dezember 2016 den Negev Ben Gurion Award für ihr Engagement. Anlässlich dieses Erfolgs hat uns von Lakia diese Nachricht erreicht:
    We are very proud of Naama AlSana, a founder and director of our Lakia organization who was awarded the Negev Prize, the first time a member of the Bedouin community has received this honor! The University presented the Ben-Gurion Negev Award to Naama Elsana for her efforts to promote gender equality and to empower women in Bedouin society. Elsana is one of the founders of the Lakiya Association for Improvement of Women’s Status and of the Bedouin Tourism Forum, and heads the Desert Embroidery Project, which offers women employment and a way to express themselves, develops leadership and improves their status."

 

Aktiv werden & Spenden

Obwohl die Lakia Women’s Association schon vieles erreicht hat, ist die Gegend um Lakia doch sehr arm und die Arbeit der Frauen ist immer noch auf Spenden und unsere Unterstützung angewiesen.

Die jahrzehntelangen Konfliktauseinandersetzungen in Israel/Palästina erschweren den Aufbau einer stabilen Infrastruktur, die wichtig wäre, um Materialanschaffung, Arbeitsbedingungen und Vermarktung der Stickerei-Produkte zu sichern.

Unterstützen auch Sie die Lakia-Frauenorganisation beim Verkauf ihrer Beduinen-Stickerei-Produkte.

Unterstützen Sie Lakia mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

Sie können auch mit dem Stichwort „Israel/Palästina“ auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00
BIC GENODEF1ETK

 

Weitere Informationen

Flyer

Jahresberichte

Die ehrenamtliche Projektkoordinatorin Ines Fischer berichtet jährlich zu den Projektentwicklungen:

Reiseberichte

Öffentlichkeitsarbeit

Webseite der Organisation: http://www.desert-embroidery.org/

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

oder bei der

TERRE DES FEMMES Projektkoordinatorin
Ines Fischer
E-Mail:

 

 

 

Spenden Sie für unsere internationale Arbeit!

Logo Transparenzinitiative