Forderungen

Demonstration gegen Frauenmorde im August 2017 in Managua, Nicaragua. Foto: © TERRE DES FEMMESDemonstration gegen Frauenmorde im August 2017 in Managua, Nicaragua. Foto: © TERRE DES FEMMESIn allen Ländern der Welt sind Frauen diskriminierenden Strukturen ausgesetzt und weit davon entfernt in den vollen Genuss grundlegender Menschenrechte zu gelangen. Patriarchalische Gesellschaften, religiös begründete Gebote oder traditionell verwurzelte Vorstellungen führen dazu, dass Frauen um die freie Entfaltung ihrer Fähigkeiten, Bildung oder um ihre bloße Existenz kämpfen müssen.

In der Internationalen Zusammenarbeit setzt sich TERRE DES FEMMES für eine Welt ohne Armut und Gewalt ein, in der alle Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, Alter, Religion oder ethnischer Zugehörigkeit in Frieden, Würde und Sicherheit leben können. Ein zentrales Element dafür ist die Verbesserung von Frauenrechten, da

  • Gewalt gegen Frauen als eine weltweite Problematik fortbesteht. Von Margaret Chan, der Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, wurde sie 2013 als ein „globales Gesundheitsproblem von epidemischem Ausmaß“ deklariert!
  • mehr als 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen sind.
  • mehr als 250 Millionen Mädchen bei ihrer (Zwangs-)Verheiratung unter 15 Jahre alt waren.
  • 130 Millionen Mädchen weltweit nicht zur Schule gehen.

Geschlechtergerechtigkeit muss weltweit gestärkt und diskriminierende Traditionen überwunden werden. Frauen müssen in ihren Partizipationsmöglichkeiten und im Zugang zu Ressourcen unterstützt werden, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Dies erkennt der entwicklungspolitische Aktionsplan zur Gleichberechtigung der Geschlechter 2016-2020 (PDF-Datei) vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an. Dort wird als prioritäres Themenfeld Gewalt gegen Mädchen und Frauen sowie als sektorübergreifendes Handlungsfeld explizit die Stärkung von Frauenorganisationen benannt. Diesen programmatischen Bekundungen müssen allerdings entsprechende Taten folgen.

TERRE DES FEMMES fordert:

  • Den verstärkten Einsatz von Programmen und Ressourcen in der Entwicklungszusammenarbeit des BMZ, damit Frauenprojekte und Frauenorganisationen stärker unterstützt werden.
  • Gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie die Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte von Frauen
  • In allen bilateralen Verhandlungen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit muss auf Geschlechtergerechtigkeit hingewirkt und der Kampf gegen Frauenrechtsverletzungen gestärkt werden. U.a. in Ländern wie Mali oder Sierra Leone ist die Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung durch das Fehlen eines gesetzlichen Verbotes quasi legitimiert. In solchen Ländern sollten deutsche Finanzierungszusagen von konkreten Maßnahmen zur Implementierung eines gesetzlichen FGM-Verbotes abhängig gemacht werden.
  • Die Bereitstellung von Ressourcen, um bereits existierende gesetzliche Regelungen wie CEDAW (Convention on the Elimination of All Forms of Discrimination against Women - Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau) und UN-Resolutionen, wie z.B. die Resolution für ein weltweites Verbot weiblicher Genitalverstümmelung von 2012, in ihrer Umsetzung zu stärken.
  • Eine konsequente Verwirklichung der Agenda 2030-Entwicklungsziele und die besondere Beachtung sowie Bereitstellung von Ressourcen zur gezielten Umsetzung von Ziel 5: „Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen“.

Unsere Forderungen sind nachzulesen in den anlässlich der Bundestagswahl 2017 erstellten TERRE DES FEMMES-Wahlprüfsteinen (PDF-Datei).

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