„Mit dem Malstift gegen die geraubte Kindheit“ – Ausstellung noch bis zum 11. Februar 2018

Ein prämiertes Gewinnerbild plakatiert in Van. Foto: © YAKA-KOOPWeltweit werden 28 Mädchen pro Minute minderjährig verheiratet – in der Türkei geht nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF fast jede dritte Frau vor ihrem 18. Lebensjahr in die Ehe. TERRE DES FEMMES zeigt noch bis zum 11. Februar 2018 im Frauenzentrum affidamento in Berlin eine Ausstellung mit 21 Gemälde von Mädchen und Jungen aus dem südosttürkischen Van. Entstanden sind sie im Rahmen von Malwettbewerben zum Thema Früh- und Zwangsverheiratung, die YAKA-KOOP, die türkische Partnerorganisation von TDF, seit 2013 jedes Jahr an Schulen ausrichtet.

Nutzen auch Sie noch bis zum 11. Februar 2018 die Gelegenheit, die eindrucksvollen Bilder anzuschauen!

80 Gäste lockte das Thema zur Vernissage am 5. Dezember 2017. Handfeste Informationen bekamen sie von der ehrenamtlichen Projektkoordinatorin Dr. Necla Kelek, die sich auch in Studien und Büchern mit Früh- und Zwangsverheiratung auseinandergesetzt hat. Anatolische Klänge auf der Saz, einer Langhalslaute, die die Musikerin Cino Dengi zu spielen wusste, begleiteten die BesucherInnen bei der Betrachtung der Bilder. Ein Input zur Bildsymbolik von der TDF-Aktiven Dilek Okur rundete den Abend ab.

Plakat zur Ausstellung von Yakakoop 2017Information zur Ausstellung:

Ort: Frauenzentrum affidamento, Richardplatz 28, 12055 Berlin

Zeit: Bis zum 11.2.2018, täglich von 10 – 16 Uhr, am Wochenende auf telefonische Anfrage: 030-5682 4901

Hintergrund:

YAKA-KOOP gründete sich 2002 als erste Frauenorganisation in Van und leistet seitdem einen großen Beitrag zur Prävention von Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Die Stärkung gewaltbetroffener Frauen durch Beratung, Ausbildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit, aber auch öffentliche Aufklärungsarbeit zu Früh- und Zwangsverheiratung stehen dabei im Vordergrund.

Die Malwettbewerbe von YAKA-KOOP haben einen großen Einfluss auf die jungen TeilnehmerInnen: sie sind auf Hochzeiten nun kritischer, erkundigen sich nach dem Alter der Braut und sprechen mit ihren Eltern über ihre Wünsche und Ziele. Auch bei den Eltern und einflussreichen Personen in den Gemeinden, wie Dorfältesten und Imamen, setzt langsam ein Umdenken ein: warum sollten Mädchen nicht (weiter) zur Schule gehen und eine gute Ausbildung machen, bevor sie heiraten?

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