Besuchsgruppenpräsentation im BMZ mit Rakiéta Poyga

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESAm 23.11.2017 ergriffen ehrenamtliche Projektkoordinatorin Irma Bergknecht und die Projektleiterin Rakiéta Poyga die Gelegenheit, die TDF-Partnerorganisation Bangr Nooma (Burkina Faso) einer BesucherInnengruppe im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vorzustellen.

Der BMZ-Besucherdienst ist eine Gesprächsplattform, um BesucherInnengruppen die Arbeit des Ministeriums näher zu bringen. Gruppen von 15 bis 55 Personen können sich hierzu anmelden und bekommen verschiedene Tätigkeitsfelder des BMZs konkret erklärt. Hinzu kommen praktische Projektberichte von Menschen, deren Organisationen Projekte in der internationalen Zusammenarbeit umsetzen. Es war ein ganz besonderes Ereignis, dass Rakiéta Poyga, die gerade auf Deutschlandbesuch war, den SchülerInnen der 12. Jahrgangsstufe eines Berliner Gymnasiums höchstpersönlich von ihrer Organisation berichten konnte. Als Aktivistin im Kampf für Frauenrechte und gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) sowie Gründerin der TDF-Partnerorganisation Bangr Nooma in Burkina Faso hat sie einiges Interessantes zu berichten.

Nachdem ein Mitarbeiter des Bundesministerium kurz das BMZ und die Agenda 2030 vorgestellt hatte, hielt die ehrenamtliche Projektkoordinatorin Irma Bergknecht eine spannende Präsentation über die Arbeit von TERRE DES FEMMES und Bangr Nooma. Rakiéta Poyga, die Gründerin und Koordinatorin der Organisation, erzählte ergänzend spannende Details aus ihrem Alltag als Frauenrechtsaktivistin in Burkina Faso. Die Schulklassen lauschten den Beiträgen der beiden Rednerinnen sehr gespannt und zögerten nicht, viele Fragen zu stellen. Besonders interessiert und betroffen schienen die SchülerInnen an den Gründen und Auswirkungen von weiblicher Genitalverstümmelung. „Seid mal froh, dass ihr auf der richtigen Seite der Erde geboren seid!“, äußert Rakiéta Poyga zum Ende der Veranstaltung.

Seit Ende 2014 arbeitet ABN nicht nur zum Thema FGM, sondern auch zu allgemeinen Gewaltformen gegen Frauen und Mädchen. Das BMZ finanziert gemeinsam mit TERRE DES FEMMES das neue Gewaltschutzzentrum in der Hauptstadt Ouagadougou, welches 2015 seine Arbeit aufnehmen konnte. In der Zeit von 2015 - 2016 konnten insgesamt 172 Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen sind, geholfen werden und 4.400 Menschen konnten durch die Sensibilisierungsarbeit erreicht werden.

Obwohl weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in Burkina Faso bereits seit 1996 gesetzlich verboten ist, ist die Praxis noch nicht vollständig verbannt. Genau deshalb ist die Arbeit von Organisationen wie der Rakiéta Poygas so wertvoll.

Im Vergleich zu anderen Ländern Westafrikas sind in Burkina Faso bereits gute Veränderungsprozesse zu beobachten - die Sensibilisierungskampagnen der Organisation Bangr Nooma kommen gut an und zeigen Auswirkungen: mehr als 35.000 Mädchen wurden dadurch vor der Genitalverstümmelung bewahrt, im Königreich Saaba und im Dorf Toukin fanden offizielle Feste statt, bei welchen die Beschneidungsinstrumente ein für alle mal beerdigt wurden und 850 Dorfkomitees wurden zum Schutz vor FGM eingerichtet.

Alle ACHTUNG – kann man da nur sagen.

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Stand: 11/2017

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