Starke junge Stimmen gegen FGM: TDF und Sternstunden e.V. fördern neues Ausbildungsprogramm für über 100 JugendbotschafterInnen in Sierra Leone

Jugendbotschafterinnen in Sierra Leone machen mobil gegen FGM. Foto: © Dörte Rompel. Jugendbotschafterinnen in Sierra Leone machen mobil gegen FGM.
Foto: © Dörte Rompel.
Lunsar, Sierra Leone, 80 km nordöstlich der Hauptstadt Freetown: Hier kämpft Amazonian Initiative Movement (AIM), Partnerorganisation von TERRE DES FEMMES (TDF), seit 2003 gegen die dort weit verbreitete weibliche Genitalverstümmelung von Mädchen und jungen Frauen (FGM). Eine herausfordernde, oft auch gefährliche Arbeit in einem Land, in dem es noch immer kein gesetzliches Verbot gegen FGM gibt und Beschneiderinnen politische Macht und gesellschaftlichen Einfluss genießen.

Im Kampf gegen FGM und für das Selbstbestimmungsrecht von Mädchen und jungen Frauen setzt AIM immer stärker auf die besondere Fähigkeit junger Menschen, Wandel in die Gesellschaft zu tragen. Nachdem 2016 im Distrikt Koinadugu ein Pilotprojekt zur Ausbildung erster „Peer Ambassadors“, zu deutsch JugendbotschafterInnen, erfolgreich abgeschlossen werden konnte, geht es jetzt mit der finanziellen Unterstützung von TDF und Sternstunden e.V. in die nächste Runde.

Logo des Kooperationspartners Ssternstunden e.V.AIM wird in den nächsten eineinhalb Jahren 118 weitere JugendbotschafterInnen und 26 erwachsene BegleiterInnen zu Anti-FGM-AktivistInnen ausbilden, diesmal im Distrikt Port Loko. Jugendliche von 20 Schulen, vier Ausbildungsinstituten und zwei Jugendclubs sind eingeladen, sich für das Ausbildungsprogramm zu bewerben, das sie mit umfangreichen Informationen rund um die Menschenrechtsverletzung FGM ausstatten wird. In dem Programm lernen sie, ihre MitschülerInnen, FreundInnen und Familien über FGM aufzuklären und gemeinsam ihre Stimme gegen die schädliche Praxis zu erheben. Auch die Dorfgemeinden werden z.B. mit Radio-Sendungen über FGM und Alternativen zu FGM, die die JugendbotschafterInnen selbst gestalten, ins Boot geholt.

Je nachdem, ob die Teilnehmenden noch zur Schule gehen, eine Ausbildung absolvieren oder die Schule abbrechen mussten und schon arbeiten, bekommen sie für ihre Teilnahme am Programm ein Stipendium. Dieses deckt die Schul- oder Ausbildungsgebühren und Unterrichtsmaterialien für ein Jahr ab oder dient dazu, ein eigenes Kleinunternehmen zu gründen.

Die knapp 150 AgentInnen des Wandels werden ganz schön Wind machen in und um Lunsar: Mit Radiosendungen, Theateraufführungen, einer Musik-CD und einem eigenen Dokumentarfilm werden Anti-FGM-Botschaften generationenübergreifend breit gestreut. Eine Steuerungsgruppe aus LehrerInnen, AusbilderInnen und Eltern wird das Projekt und die Jugendlichen dabei begleiten.

Über das neue Projekt hinaus unterstützt TDF weiterhin das so genannte „Safe house“ in Lunsar: seit 2012 betreibt AIM das landesweit einzige Schutzhaus für Mädchen und junge Frauen, die vor einer drohenden (Zwangs-)Beschneidung geflohen sind. Die Nachfrage ist groß: Mehr als 20 junge Frauen leben in dem Haus, das eigentlich für 15 Schutzsuchende gebaut wurde.

Spenden benötigt AIM weiterhin dringend für die Unterbringung, Betreuung und Schulbildung der jungen Frauen. Auch für Mediationsgespräche mit den Eltern und die Aufklärungsarbeit in den Gemeinden ist der Spendenbedarf immer noch groß.

Helfen Sie AIM im Kampf gegen FGM!

Spenden Sie an TERRE DES FEMMES oder an die Spendenplattform betterplace (Ihre Spende wird in diesem Fall gebührenfrei zu 100% an TDF weitergeleitet).

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