Vorstellung unserer Partnerorganisation MIRIAM beim BMZ-Besucherdienst

Ehrenamtliche Claudia W.G. beim BMZ-Besucherdienst. Foto © TERRE DES FEMMESEhrenamtliche Claudia W.G. beim BMZ-Besucherdienst.
Foto © TERRE DES FEMMES
Am 11.03.2016 nutzte unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin Claudia W.G. die Möglichkeit unser Partnerprojekt MIRIAM beim Besucherdienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) vorzustellen. Die über 50 Zuhörerinnen zeigten sich sehr interessiert.

Der BMZ-Besucherdienst ist eine Gesprächsplattform, um Besuchergruppen die Arbeit des Ministeriums näher zu bringen. Gruppen von 15 bis 55 Personen können sich hierzu anmelden und bekommen verschiedene Tätigkeitsfelder des BMZs konkret erklärt. Hinzu kommen praktische Projektberichte von Menschen, deren Organisationen Projekte in der international zusammenarbeit umsetzen, in diesem Fall Claudia W.G. im Namen von TERRE DES FEMMES (TDF).

Die Veranstaltung des Besucherdienstes am 11.03.2016 stand diesmal ganz im Zeichen der Frauen. Die besuchende Gruppe kam von der Partei „die Linke“ und reiste im Rahmen ihrer Frauentags-Fahrt nach Berlin. Die Referentin Clarissa Heisig begrüßte die Frauen und stellte ihnen die Arbeit des Ministeriums vor.

Hier liegt der inhaltliche Fokus derzeit auf der neuen Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, die die UN im September 2015 verabschiedet hat und die Millenniumsentwicklungsziele aus dem Jahr 2000 ablösen wird. Die Mitgliedsstaaten planen damit das Vorgehen für die nächsten 15 Jahre, um eine friedlichere und gerechtere Welt zu erreichen. Neben dem Beenden der Armut und der Umstellung auf verantwortungsvollen Konsum, findet sich unter den 17 Zielen natürlich auch die Gleichberechtigung der Geschlechter. Frau Heisig erklärte den Zuhörerinnen, dass die Agenda 2030 einen neuen „Geist“ vermitteln soll: Statt nur auf die Entwicklungs- und Schwellenländer bezogen zu sein, gilt dieser neue Plan nun auch für Industrieländer. Auch diese Länder stehen in der Verantwortung ein würdevolles Leben für alle zu ermöglichen und eine globale Partnerschaft zu entwickeln. Dies passt gut zur Arbeit von TDF, die sich seit 35 Jahren für die Rechte von Frauen im Ausland und in Deutschland einsetzt – denn auch hier ist es noch nötig für diese Rechte zu kämpfen.

Danach übergab Frau Heisig das Wort an unsere Referentin. Claudia W.G. ist von Haus aus Juristin und engagiert sich zur Zeit ehrenamtlich bei TDF. Nachdem sie die Zuhörerinnen über die Arbeitsgrundsätze von TDF in der Internationalen Zusammenarbeit aufgeklärt hat, stellte sie die Partnerorganisation MIRIAM vor, die sich in Nicaragua für Bildungsarbeit, Schutz und Betreuung, Bewusstseinsveränderung und Empowerment einsetzt. Damit sich die Besucherinnen besser in die Situation vor Ort hineindenken können, zeigte Claudia W.G. einen Film, der anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von MIRIAM gedreht wurde. Hintergrund für die Tätigkeit von MIRIAM ist die alltägliche Gewalterfahrung von Frauen in Nicaragua. Der Machismo, also die kulturell als selbstverständlich angesehene Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau, die diese seinem Willen und seiner Gewalt unterwirft, ist gelebter Alltag. In Nicaragua ist die Gewalterfahrung von Frauen gerade im familiären Kontext alltäglich. So hat es im Jahre 2015 von Januar bis November über 50 Tötungs-delikte an Frauen im Rahmen innerfamiliärer Gewaltanwendung gegeben. Oft sind die Kinder Zeugen des Geschehens. Sexuelle Gewalt in Nicaragua führt zur höchsten Anzahl von Teenagerschwangerschaften in Lateinamerika. In Verbindung mit dem totalen Abtreibungsverbot führt dies häufig zu frühen Abhängigkeitsverhältnissen der Frauen, mangelnder Bildung, fehlende Berufsausbildung und damit fortgesetzter Abhängigkeit.

Nicaragua ist das zweitärmste Land von Lateinamerika und der Karibik. In diesem Umfeld ist die wirtschaftliche Abhängigkeit der Frauen eine der Ursachen dafür, dass sie den Gewalterfahrungen häufig nicht durch eigenständiges Handeln begegnen können. An diesem Punkt greift MIRIAM ein. „Empowerment“ als eine umfassende Stärkung des Selbstverständnisses und der wirtschaftlichen Möglichkeiten der Frauen. Empowerment umfasst mehr als rein wirtschaftliche Hilfe, sondern auch die psychologische und rechtliche Stärkung gewaltbetroffener Frauen. Sie erhalten dadurch teilweise erst ein Bewusstsein dafür, dass das ihnen angetane Unrecht ein solches ist und dass sie sich dagegen wehren können. Genau dies macht die Arbeit von MIRIAM so unterstützenswert. Die Zuhörerinnen wirkten allesamt sehr beeindruckt und zeigten dies mit ausgiebigem Applaus und einigen Fragen an unsere Referentin nach deren Präsentation.

Claudia W.G. wird am 23.03. einen weiteren Vortag dieser Art halten und ab April an Vorträgen für Schulklassen teilnehmen.

 

Stand: 03/2016

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