Forderungen an Unternehmen

Folgende Sozialstandards sind für den Bekleidungsbereich als grundlegende Rechte von verschiedenen Multistakeholder Initiativen anerkannt worden und beziehen sich auf die von der Internationalen Arbeitorganisation (IAO) verabschiedeten Übereinkommen (die ersten vier gehören zu den sogenannten Kernarbeitsnormen) und die universelle Menschenrechtsdeklaration:

  • Das Verbot von Zwangsarbeit und Arbeit in Schuldknechtschaft (ILO Übereinkommen 29 and 105)
  • Das Diskriminierungsverbot (ILO Übereinkommen 100 and 111)
  • Das Verbot der Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren (ILO Übereinkommen 138 + 182)
  • Die Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen (ILO Übereinkommen 87, 98, 135 and ILO Empfehlung 143)
  • Wöchentliche Arbeitszeitbegrenzung von 48 Stunden und max. 12 freiwillige Überstunden (ILO Übereinkommen 1)
  • Das Recht auf einen existenzsichernden Lohn (“living wage” - ILO Übereinkommen 26 und 131 und die Universelle Menschenrechtsdeklaration)
  • Das Beschäftigungsverhältnis ist stabil und vertraglich geregelt.
  • Bestmöglicher Arbeits- und Gesundheitsschutz (ILO Übereinkommen 155)

Die folgenden Multistakeholder Initiativen haben die oben genannten Mindestsozialstandards in ihren Verhaltenskodex aufgenommen: Ethical Trading Initiative (Großbritannien), Fair Wear Foundation (Niederlande), Clean Clothes Campaign (Europa), Social Accountability International (USA, im SA 8000-Standard), Internationaler Bund Freier Gewerkschaften (IBFG).

Vor allem die Vereinigungsfreiheit, die Arbeitszeitbegrenzung, der existenzsichernde Lohn sowie der Arbeits- und Gesundheitsschutz werden von den Unternehmen nicht eingehalten. Zwar machen die "global players" in ihren eigenen Verhaltenskodizes ihren Zulieferern teilweise diese Auflagen, doch prüfen sie gar nicht oder viel zu wenig, ob sie auch eingehalten werden. Ganz besonders weigern sie sich, die Umsetzung von Sozialstandards durch ein unabhängiges externes Gremium prüfen zu lassen. Oft stehen deshalb die sozialen Mindeststandards nur auf dem Papier – bei vielen leider nur eine PR-Maßnahme nach aussen.

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