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Datum:
16.02.2017  STATUS
Veranstaltungsort:
Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Ort:
Berlin
VeranstalterInnen:
Heinrich-Böll-Stiftung

Der Film ist die Hommage auf eine Heldin unserer Zeit: Colonel Honorine Munyole ist eine stattliche Dame, 44 Jahre alt, verwitwet und Mutter von sieben kleinen Kindern – vier eigene, drei adoptierte. Sie leitet eine kleine Polizei-Einheit, die sich dem Schutz vergewaltigter Frauen und misshandelter Kinder in den von andauernden, bewaffneten Konflikten geplagten Regionen der Demokratischen Republik Kongo widmet. Während sie praktische Widrigkeiten beherzt aus dem Weg zu schaffen weiß, haben die Traumata und sozialen Deformationen der Menschen um sie herum alptraumartige Dimensionen.

Zehntausende sind in den letzten Jahren in der Demokratischen Republik Kongo Opfer von sexualisierter Gewalt geworden. Bewaffnete Gruppen, aber auch Regierungstruppen und Polizei haben Vergewaltigungen als Mittel der Einschüchterung und des Terrors eingesetzt, besonders gegen Frauen und Mädchen und besonders in den umkämpften Regionen im Ostkongo, wo eine Vielzahl von Rebellengruppen operieren.

Doch nicht nur im Rahmen von Kriegshandlungen hat sexualisierte Gewalt massiv zugenommen. Sie ist Ausdruck einer Gesellschaft, die nach Jahrzehnten des Krieges von alltäglicher Gewalt geprägt ist. Vergewaltigungen in den wiederkehrenden gewalttätigen Konflikten wie im Alltag gelten nach wie vor als «Kollateralschäden» und werden strafrechtlich kaum verfolgt. Dabei ist die Demokratische Republik Kongo eines der wenigen Länder des Kontinents, das im sogenannten «rape law» Vergewaltigung explizit als Straftatbestand gesetzlich verankert hat. Doch es sind mutige Frauen wie Munyole, die mit ihrem Engagement diese omnipräsente Krisensituation ins öffentliche Bewusstsein rücken, damit politische und rechtstaatliche Maßnahmen tatsächlich ergriffen werden können.

Welche Herausforderungen zu bewältigen sind, was die Dokumentation von Lebensrealitäten in einer die Opfer tendenziell ausgrenzenden Gesellschaft verändern kann, wie der Film anderswo aufgenommen wird und was international vorangebracht werden muss, diskutieren wir mit:

  • Dieudo Hamadi, Regisseur, D.R. Kongo
  • Sikujuwa Honorine Munyole,
  • alias Maman Colonelle, D.R. Kongo
  • Godula Kosack, Vorstandsfrau TERRE DES FEMMES

Moderation: Kirsten Maas-Albert, Heinrich-Böll-Stiftung / Dorothee Wenner, Berlinale

 

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