12.05.2009: NEIN zu Gewalt an Frauen ­- Sofortige Reduzierung privater Schusswaffen!

Seit dem Amoklauf von Winnenden setzt sich der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl für eine weitere Reduzierung von privaten Schusswaffen ein und fordert die Bürger und Bürgerinnen zu einer freiwilligen Waffenrückgabe auf. Etliche Rückgaben wurden bereits verzeichnet ­ doch TERRE DES FEMMES möchte mehr: “Privater Waffenbesitz erhöht die Gefahr, dass der Partner im Streitfall zur Schusswaffe greift", erläutert TERRE DES FEMMES-Geschäftsführerin Christa Stolle. “Wir unterstützen darum den Aufruf des Regierungspräsidiums zur freiwilligen Rückgabe von Waffen." TERRE DES FEMMES fordert weiterhin, dass Waffen nicht länger zu Hause gelagert werden dürfen. Verstöße gegen die bestehenden Regelungen, insbesondere die unsachgemäße Aufbewahrung, dürfen nicht nur als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld belegt sein, sondern sollten den lebenslangen Verlust aller Waffenscheine zur Folge haben. Außerdem muss es unangemeldete staatliche Kontrollen geben.

In Deutschland ist oder war schon jede vierte Frau Opfer Häuslicher Gewalt. Jedes Jahr werden etwa 300 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern ermordet. In vielen Fällen ist eine Waffe im Spiel. So wenden sich immer wieder Frauen an TERRE DES FEMMES, die von ihrem Partner mit einer Waffe bedroht werden. Besonders tragisch endete der Fall von Suzana L., die sich von ihrem Ex-Mann bedroht fühlte und bei Behörden um Hilfe bat. Der Waffenbesitz des Mannes war bekannt, doch Suzanas Angst wurde nicht ernst genommen. Im Frühjahr 2007 erschoss er sie am Stuttgarter Flughafen.

Um Frauen vor Waffengewalt zu schützen, fordert Stolle, dass die Behörden für die Thematik sensibilisiert und entsprechend geschult werden. Jedem Verdacht auf illegalen Waffenbesitz muss nachgegangen werden. Vor allem dann, wenn sich Frauen hilfesuchend an die Polizei wenden, weil sie sich durch den Waffenbesitz ihres (Ex-)Partners bedroht fühlen.

Gewalttaten im Vorfeld zu verhindern und Gewalt an Frauen zu ächten ­ hierfür engagiert sich TERRE DES FEMMES und freut sich über die gute Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Regierungspräsidenten, der bereits am Gedenktag “NEIN zu Gewalt an Frauen" Flagge zeigte und die Anti-Gewalt-Fahne hisste.

Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung.
Bitte wenden Sie sich an
TERRE DES FEMMES,
Christa Stolle,
Tel. 07071/7973-0
oder per Mail an geschaeftsfuehrung@frauenrechte.de

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