„Wir sind die Stimmen der Frauen, die keine Stimme haben“

(v.l.n.r) Gründungsfrau Ingrid Staehle, Erste Dame Panamas Lorena Castillo de Varela, Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle. Foto: © TERRE DES FEMMES(v.l.n.r): Gründungsfrau Ingrid Staehle, Erste Dame Panamas Lorena Castillo de Varela, Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle. Foto: © TERRE DES FEMMESGestern New York, heute Berlin: Lorena Castillo de Varela, UN AIDS Botschafterin und Frau des panamaischen Präsidenten Juan Carlos Varela hat am Dienstag (18.10.2016) die TERRE DES FEMMES Geschäftsstelle besucht.

Es ist ein grauer Vormittag in Berlin. Lorena Castillo und drei Mitarbeiterinnen ihres First Lady Department treffen sich mit Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle und Gründungsfrau Ingrid Staehle bei TERRE DES FEMMES. Castillos Mann Juan Carlos Varela wurde 2014 als Vorsitzender der Partido Panameñista zum Präsidenten gewählt. Mit Amtsantritt ihres Mannes begann die frühere Journalistin ihre Arbeit als First Lady und engagiert sich vor allem für Frauenrechte und Menschen mit HIV.

Im Gespräch mit Christa Stolle wird schnell klar, dass die Themenschwerpunkte von TERRE DES FEMMES auch interessant für die Frauenrechtsarbeit in Panama sind. Castillo erzählt von Panama als einem Transitland mit vielen Flüchtlingen und hoher demographischer Fluktuation. In den Grenzgebieten zum Nachbarland Kolumbien seien vor allem Frauen und Kinder, die eine Flucht in die Vereinigten Staaten wagten, Gewalt ausgesetzt, so Castillo. TERRE DES FEMMES’ Arbeit mit geflüchteten Frauen diene als Vorbild für das eigene Land.

Zu Beginn ihrer Arbeit als First Lady sei sie über die gesellschaftlichen Umstände in ihrem Land besorgt gewesen. Frühehen und häusliche Gewalt seien auch in Panama ein hoch aktuelles Thema. Im Gegensatz zu Deutschland kann Panama jedoch einen großen Erfolg vermelden – das Mindestheiratsalter wurde ohne Ausnahme auf 18 Jahre festgelegt.

Castillos offene und ehrliche Arbeit wirkt sympathisch. Ihre geerdete Einstellung sei wichtig als Repräsentantin des Landes und nationales Vorbild. „Wir sind die Stimmen der Frauen, die keine Stimme haben“, so Castillo. Vor allem in einer so machistischen Kultur wie der panamaischen sei es von großer Bedeutung, die Frauen zu stärken und sie über ihre Rechte aufzuklären. Laut Castillo führe jedoch nicht bloß die dominante Rolle des Mannes, sondern auch der sehr präsente Katholizismus dazu, dass die Frauen in Panama in ihren Möglichleiten und Freiheiten beschnitten würden.

Das Interesse an einer internationalen Zusammenarbeit ist groß. Im Rahmen der TERRE DES FEMMES Fahnenaktion am 25. November werden auch die von Christa Stolle und Ingrid Staehle überreichten Fahnen und Banner auf spanisch vor dem Palast des panamaischen Präsidenten und der Botschaft von Panama in Berlin hängen: „Vivir libremente – sin violencia“ (Frei leben – ohne Gewalt).

 

 

Autorin: Manon Glathe

Stand: 10/2016

 

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