Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Afghanistan: „Frauen hatten in den letzten 20 Jahren viele Möglichkeiten, sich ihrer Rechte bewusst zu werden“

Interview mit Sima Samar

Sima Samar war die erste Ministerin für Frauenangelegenheiten in Afghanistan. Sie begann ihre Arbeit vor 20 Jahren ohne Budget, Personal und Ministeriumsgebäude. Sie stellte ihren Stuhl und Schreibtisch in ein Privathaus, es herrschte eine große Aufbruchsstimmung. Heute macht sich Sima Samar große Sorgen um ihr Land – doch die Arbeit war für sie nicht umsonst.

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Im Gedenken an Hatun Sürücü: Gewalt im Namen der Ehre nach wie vor unvermindert hoch

Jedes Jahr veröffentlicht TERRE DES FEMMES anlässlich des Todestages von Hatun Sürücü am 07. Februar sogenannte Ehrenmordfälle, um an weitere Opfer dieser Verbrechen zu erinnern. Hatun Sürücü wurde am 07.02.2005 von ihren Brüdern in Berlin ermordet, weil sie frei und selbstbestimmt leben wollte und damit in den Augen der Brüder gegen die Familienehre verstieß.

 

0ffc0b1e 92ab 48f7 b983 fff30025ffd1Gedenkveranstaltung zum Todestag von Hatun Sürücü am 7.2.2022 (Bildrechte: TDF)Für die Jahre 2021 und 2020 wurden 25 Fälle versuchter oder vollzogener tödlicher Ehrverbrechen identifiziert: 

„14 Frauen, 11 Männer fielen einer vermeintlichen Ehrvorstellung des Täters zum Opfer – dabei starben 5 Männer und 6 Frauen, bei den anderen Personen blieb es beim Mordversuch. Auffallend hierbei ist, dass auch viele Männer bei „Ehren“-Morden ums Leben kamen. Diese waren in der Mehrheit der Fälle die (vermeintlich) neuen Partner der Ehefrau oder deren Brüder. Dies verdeutlicht, dass „Ehren“-Morde nicht per se mit Femiziden gleichzusetzen sind – diese Begriffsdebatte wurde vergangenes Jahr verstärkt durch den Mord an Maryam H. durch ihre Brüder diskutiert. Gleichzeitig zeigt dies, dass Gewalt im Namen der Ehre viele Menschen (be)trifft und sowohl an Frauen aber auch an Männern feste Erwartungsbilder (von früh an) geknüpft werden. So wurde in einem Fall der Bruder der Ex-Frau des Täters von diesem umgebracht, weil er nichts gegen die Trennung seiner Schwester von ihrem Ehemann unternommen hätte (1. Fall in der unten aufgeführten Übersicht).

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Die Vorbereitungen laufen: Unsere Aktiven organisieren wieder Büchertischaktionen zum Internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“

Anlässlich des Internationalen Tages „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ am 06.02. organisieren unsere Aktiven deutschlandweit Büchertischaktionen, welche in diesem Jahr im Zeitraum 02.02.2022 - 05.02.2022 stattfinden.

MailingTitelbildFGM (Female Genital Mutilation) ist mit weltweit 200 Millionen betroffenen Frauen und Mädchen eine massive Menschenrechtsverletzung, die eben auch Mädchen und Frauen in Deutschland betrifft. Bei TERRE DES FEMMES beschäftigt sich ein Fachreferat überwiegend mit diesem Thema. Auch unsere deutschlandweit aktiven Mitfrauen und UnterstützerInnen möchten Weibliche Genitalverstümmelung dringend in den Fokus rücken und ihre Mitmenschen darüber aufklären.

Der Aktionstag ist dafür ideal, denn auch unter Pandemiebedingungen können unsere Ehrenamtlichen Buchläden und Büchereien kontaktieren und sie einladen, einen Büchertisch zum Thema FGM aufzubauen. Ergänzt wird der Büchertisch mit Aufklärungsmaterialien. Teilweise sind auch Ehrenamtliche vor Ort, um Fragen zu beantworten. Natürlich alles unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Bestimmungen.

Weitere Informationen zur Büchertischaktion, zu unseren Materialien und die Bücherliste gibt es hier.

Wer kurzfristig eine Büchertischaktion umsetzten möchte, kann sich gern an das Referat Ehrenamtskoordination wenden unter: aktiv@frauenrechte.de

Wir freuen uns über engagierte MitstreiterInnen und danken allen herzlich, die uns dabei helfen, das Problem Weiblicher Genitalverstümmelung in den Fokus zu rücken!

MultiplikatorInnen (m/w/d) für Aufklärungs- und Präventionsarbeit zum Thema weibliche Genitalverstümmelung_beschneidung für die Berliner Koordinierungsstelle gegen FGM_C gesucht

TERRE DES FEMMES LogoKoordinierungsstelle Logo

TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V. (TDF) ist eine gemeinnützige Frauenrechtsorganisation, die durch Öffentlichkeitsarbeit, Lobbyarbeit, Vernetzung, Förderung von Auslandsprojekten von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen unterstützt. Unsere Schwerpunktthemen sind häusliche und sexualisierte Gewalt, weibliche Genitalverstümmelung, Gewalt im Namen der Ehre, Frauenhandel und Prostitution sowie Gleichberechtigung und Integration. Der Verein beschäftigt zurzeit 40 hauptamtliche MitarbeiterInnen in Teil- und Vollzeit. Die Bundesgeschäftsstelle befindet sich in Berlin.

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„Mein Körper – meine Entscheidung“ – Ein Comic - Poster zur schulischen Aufklärung über FGM

Ada kommt gebürtig aus Burkina Faso und lebt mit ihren Eltern in Deutschland. Vor kurzem hat sie in der Schule zum ersten Mal von Weiblicher Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation bzw. FGM) gehört. An einem Montagmorgen erzählt Ada SchulfreundInnen von einem beunruhigenden Gespräch ihrer Eltern, das sie am Wochenende zufällig mitbekommen hat...

In Burkina Faso ist FGM schon seit 1996 gesetzlich verboten. Trotzdem ist die schädliche Praktik auch heute noch im ganzen Land verbreitet. Vor allem junge Mädchen und Frauen zwischen 15 und 49 Jahren sind davon betroffen. Auch junge Frauen, die nicht (mehr) in Burkina Faso, sondern z.B. in einem europäischen Land leben, können nach wie vor der Gefahr von FGM ausgesetzt sein. In Deutschland allein sind 75.000 Frauen von FGM betroffen, 20.000 Mädchen sind gefährdet, FGM zu erleiden (2020).

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Bundesweite Büchertischaktion zum Internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weibliche Genitalverstümmelung“

MailingTitelbild

„Unser Weg erfordert Mut. Doch am Ende teilen wir ein Glück.“
Waris Dirie („Wüstenblume“) über Ntailan Lolkokis „Die Flügel des Schmetterlings“

TERRE DES FEMMES initiiert jährlich zum 06. Februar anlässlich des Internationalen Tages „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ eine deutschlandweite Büchertischaktion zum Thema FGM (engl. Female Genital Mutilation). Da der 06. Februar 2022 dieses Jahr auf einen Sonntag fällt, findet die geplante Büchertischaktion in Buchhandlungen und Büchereien im Zeitraum vom 02. bis zum 05. Februar 2022 statt.

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Eine Vergewaltigung sieht in jedem Fall anders aus.* Ein Plädoyer

*Trigger Warning: In dem nachfolgenden Artikel wird explizit über Erfahrungen sexualisierter Gewalt gesprochen. Wenn das Thema für Sie emotional verstörend sein könnte, lesen Sie sich den Artikel bitte nicht oder nur zusammen mit einer Vertrauensperson durch.

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„Afghanistan zu verlassen war definitiv eine sehr schwere Entscheidung…“

Mariam Heidari, Leiterin des Frauenbildungszentrums Shahrak, im Interview zur aktuellen Lage in Afghanistan (14:00 Minuten)

Mariam HeidariMariam Heidari vor ihrem Bücherregal in Afghanistan © Mariam Heidari Die frauenrechtliche Situation in Afghanistan ist besorgniserregend. Mehr als 100 Tage nach der Machtübernahme der Taliban werden weiterhin besonders die Rechte der Frauen eingeschränkt.

In einem Interview berichtet Mariam Heidari, Leiterin des seit 2004 von TDF unterstützten Frauenbildungszentrums Shahrak in Herat, Afghanistan, über die frauenrechtliche Lage in Afghanistan, über die aktuelle Situation für das Bildungszentrum und über ihre Wünsche für ihr Heimatland.

Mariam Heidari ist 29 Jahre alt und gebürtig aus Bamyan, Zentral-Afghanistan. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet sie in Herat. Mariam ist gelernte Chemieingenieurin, engagiert sich jedoch intensiv für die Rechte von Frauen und Mädchen und leitet seit mehreren Jahren das Frauenbildungszentrum in Herat.

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