Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Die Welt wird für Afghaninnen noch kleiner

Frauenrechtlerinnen in Afghanistan und in der Diaspora trauen der Ankündigung der Taliban nicht, sie würden das Recht der Frauen auf Bildung und Berufsausbildung wahren. Die Unterdrückung und Gräueltaten der Taliban zwischen 1996 und 2001 sind tief in das kollektive und individuelle Gedächtnis der meisten AfghanInnen eingegraben. Regelmäßig brachen die Taliban während der Verhandlungen der letzten Jahre Versprechen und zu groß ist die Befürchtung, es gehe den Taliban in erster Linie um internationale Anerkennung ihrer Herrschaft. Beispielsweise sollen sich berufstätige Frauen laut einem Taliban-Sprecher „vorerst“ in ihren Häusern in Sicherheit begeben, da einfache Taliban-Funktionäre noch im Umgang mit Frauen „unterrichtet“ werden müssten. Schon vor 20 Jahren machten die Taliban Mädchen und Frauen leere Versprechungen, dass sie bei einer besseren „Sicherheitslage“ mehr Freiheiten bekommen würden – als diene die Beschneidung der Frauenrechte ihrem Schutz.

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„Ehren“-Mord oder Femizid?

Der Kampf um Begrifflichkeiten hilft den Mädchen und Frau wenig

Berlin, 17.08.2021. Der Mord an der Afghanin Maryam, der vermutlich von ihren beiden Brüdern am 17. Juli in Berlin begangen worden ist, hat eine Diskussion um die Begriffe „Ehren“-Mord und Femizid hervorgerufen. Dabei sind in der Diskussion verschiedenste Tendenzen zu erkennen, die den einen Begriff „weniger stigmatisierend“, den anderen gar „abwertend“ und „islamfeindlich“ bezeichnen.
Aber worum geht es hier eigentlich? Geht es hier um eine Wertung, welcher Begriff „besser“ ist oder welcher zu sehr „stigmatisiert“? Oder welche Form häufiger vorkommt als eine andere? Sollte es in der Diskussion nicht vielmehr darum gehen, diese furchtbare Tat als Anlass zu nehmen, noch einmal genauer hinzuschauen, welches Phänomen sich dahinter verbirgt und welche Hilfen für Bedrohte im Vorfeld wichtig sind? Wie hätte dieser Mord verhindert werden können und welche Präventionsmaßnahmen sind notwendig, um Mädchen und Frauen, aber auch jungen und Männern, die ebenfalls Opfer von dieser Form der Gewalt werden können, zu helfen?

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„Eine Tochter zu haben, ist eine Bereicherung für mein Leben“

Am Dienstag, den 10. August 2021, fand der erste Workshop der zweiten Gruppe des Projekts „STARK! Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“ in Berlin-Neukölln zum Thema Vaterrolle und Vater-Tochter-Beziehung statt. Insgesamt neun Väter tauschten sich über die Bedeutung ihrer Tochter für ihr Leben, das eigene Vaterbild und die Werte, die sie vermitteln möchten, aus. Für TERRE DES FEMMES ein gelungener Abend.

Vaeter gemeinsam mit der ProjektreferentinDie Väter gemeinsam mit der Projektreferentin Désirée Birri (links vorne) und dem Sozialarbeiter Mozafer Kabbar (links hinten). © TERRE DES FEMMES

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Interview mit einer Mitarbeiterin der Neswan Social Association in Herat (18.8.2021):

TDF: Wie glaubwürdig sind die Aussagen der Taliban, Frauen in Zukunft nicht von Bildung, Berufsausübung und dem öffentlichen Leben auszuschließen?

Mitarbeiterin: Die Frauen glauben und vertrauen den Worten der Taliban nicht - nicht einmal 10% davon. Die Taliban zeigen sich im Moment zugänglich und freundlich, damit sie international anerkannt werden. Viele der Taliban sind ungebildete Menschen. Schon jetzt haben wir mitbekommen, dass Frauen auf der Straße bezüglich ihrer Kleidung abgemahnt werden. Mit „richtiger“ Kleidung ist die islamische Bekleidung gemeint, welche auch das Gesicht bedecken soll; in Afghanistan wird auch dafür der Begriff „Hijab“ genutzt.

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Fortbildung für Fachkräfte zum Thema weibliche Genitalverstümmelung im Rahmen der Berliner Koordinierungsstelle gegen FGM_C

Koordinierungsstelle FGM C@TERRE DES FEMMESAm Donnerstag, dem 12. August 2021 gab es eine Online-Fachkräftefortbildung zum Thema weibliche Genitalverstümmelung_Beschneidung (FGM_C). Die Fortbildung fand im Rahmen der Berliner Koordinierungsstelle gegen FGM_C (aus dem Englischen: Female Genital Mutilation_Cutting) statt. Die Koordinierungsstelle berät, begleitet und bestärkt bei allen Fragen rund um FGM_C mit dem Ziel, Angebote interdisziplinär zu bündeln und weiterzuentwickeln, die Fachkompetenz zu stärken und die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren. Das fach- und trägerübergreifende Projekt wird von Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung gefördert und als Kooperation vom Familienplanungszentrum BALANCE, TERRE DES FEMMES und vom Desert Flower Center Waldfriede realisiert.

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Selbstfürsorge und Re-Traumatisierung als Thema für das letzte Training der Community TrainerInnen im CHAIN-Projekt

„Below the German text you will find the English version“

Am 07. August 2021 fand das neunte und letzte Training der Ausbildungsreihe der Community TrainerInnen im CHAIN-Projekt statt.

Da die Community TrainerInnen in ihrer Arbeit als MultiplikatorInnen belastetenden Situationen ausgesetzt sein können, ist es besonders wichtig im Rahmen dieser Ausbildung eine Schulung von einer Expertin zum Thema Selbst-Fürsorge und Re-Traumatisierung zu erhalten. Aus diesem Grund wurde Frau Anne Pillot, freiberufliche Psychologin, Trainerin für Personalbetreuung, Stressmanagement und Kriseninterventionskommunikation, eingeladen. Sie bereitete eine ganztägige Schulung zu diesen Themen für die Community Trainers vor.

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Afghanistan: Frauenrechtlerinnen schützen und weiter für die Bildung von Mädchen kämpfen.

Afghanistan jetzt helfen

In rasantem Tempo haben die Taliban nach dem NATO-Truppenrückzug nicht nur weitere ländliche Gebiete in Afghanistan, sondern auch Großstädte und zuletzt die Hauptstadt Kabul erobert. Mit der Machtübernahme der Taliban stehen elementare menschenrechtliche Errungenschaften, die das Land in den letzten zwei Jahrzehnten eingeführt hat, auf dem Spiel. Insbesondere afghanische Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich für die Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt haben, schweben nun in Todesgefahr.

Für unsere TDF-Partnerorganisation im Westen des Landes bedeutet die Rückkehr der Taliban, dass sie ihren Einsatz für die Bildung und Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen aussetzen muss. Noch drängender und alarmierender ist aber die akute Gefährdung der Mitarbeitenden: In der großen Mehrzahl Frauen und Angehörige der Hazara-Minderheit. Während der Schreckensherrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 wurden sie besonders brutal verfolgt.

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Frauen und Mädchen sind die Leidtragenden des Taliban-Vormarsches

In rasantem Tempo haben die Taliban nach dem NATO-Truppenrückzug nicht nur weitere ländliche Gebiete in Afghanistan, sondern auch Großstädte und zuletzt die Hauptstadt Kabul erobert. Im Westen des Landes, wo die TDF-Partnerorganisation Neswan Social Association bei Herat ihren Sitz hat, leben sehr viele Angehörige der schiitischen Minderheit der Hazara. Während der Schreckensherrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 wurden sie besonders brutal verfolgt. Für Angehörige der Hazara und besonders für Frauen und Mädchen könnte sich das Leben unter einer erneuten Taliban-Herrschaft radikal verschlechtern. Was bedeutet die Machtübernahme der Taliban für afghanische Frauen und Mädchen?

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