Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Frauenschutz statt Frauenhandel – geflüchtete Mädchen und Frauen vor sexueller Ausbeutung schützen!

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine sind bereits vier Millionen Menschen in die EU und andere Nachbarländergeflohen,Frauenhandel Frauenschutz vor allem Frauen und Kinder. Sie haben traumatische Erlebnisse hinter sich und brauchen größtmöglichenSchutz – insbesondere davor, in die Fänge von MenschenhändlerInnen zu geraten.
Das Risiko ist real: Kriminelle missbrauchen die verzweifelte Lage der Geflüchteten für ihre Zwecke. MenschenhändlerInnen aus dem Prostitutionsmilieu versuchen, Frauen und Kinder an den Grenzen, an Bahnhöfen und Verteilungspunkten mit dubiosen Angeboten anzulocken. Europol warnte bereits im März, dass etablierte Menschenhändlerringe die Ankunft vieler Mädchen und Frauen in den Grenzregionen ausnutzen werden, um sie von dort aus in westliche Staaten weiterzuleiten – ein bekanntes Muster in Europa. Weil Zuhälterei und Prostitution hierzulande legal sind, ist Deutschland ein beliebtes Zielland geworden.

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„Wäre ich Mafiosi, ich würde in Deutschland investieren“ - Kriminalkommissar a.D. Manfred Paulus im Interview mit TDF über Prostitution und Menschenhandel

 

Manfred Paulus war Kriminalhauptkommissar in Ulm und insgesamt 25 Jahre lang zuständig für Rotlichtkriminalität, Menschenhandel und Zuhälterei. Warum Deutschland ein Eldorado für Menschenhandel ist – ganz aktuell sind davon besonders Mädchen und Frauen bedroht, die vor dem Krieg aus der Ukraine flüchten mussten – und weshalb die Politik die organisierte Kriminalität sich selbst überlässt, haben wir im Interview mit ihm besprochen.

TDF: Herr Paulus, warum gibt es keine aktuellen Zahlen zu Gewalt an Prostituierten?

Manfred Paulus: Es ist unverständlich, dass das BKA in seinem jährlichen Lagebild die Prostituiertenmorde nicht (gesondert) veröffentlicht. Ich vermute, dass dies politisch unerwünscht ist, weil der Gesetzgebung entsprechend Prostitution ein Gewerbe bzw. eine Dienstleistung sein soll, so wie jedes andere auch (und deshalb auch so zu behandeln ist).                                                                                                                                                                           

Andererseits ist zu sehen, dass eine Veröffentlichung der jährlich registrierten Gewalttaten an Prostituierten möglicherweise kontraproduktiv wäre, weil es die Machthaber im Milieu (entsprechend den ungeschriebenen Milieugesetzen und denen der Organisierten Kriminalität) nicht erlauben, dass solche Delikte nach außen dringen – Milieudelikte bleiben heute bis auf wenige Ausnahmen im Dunkelfeld, die Zahlen wären also sehr niedrig und damit nichtssagend oder gar ein Argument für diejenigen, die glauben, es gebe keine Gewalt im Milieu.

TDF: Welche Rolle spielt der Schutz der Prostituierten bei der Arbeit der Polizei?

Manfred Paulus: Der erforderliche Schutz kann m.E. derzeit nicht gewährt werden, weil dazu die gesetzlichen Voraussetzungen fehlen. Die Prostitutionsgesetzgebung und die Polizeigesetze der Länder lassen die erforderlichen Maßnahmen nur begrenzt zu. So kann und darf die Polizei entsprechende Objekte ( „Gewerbebetriebe“ ) nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen betreten  - im Milieu weiß man solche Gegebenheiten zu schätzen und zu nutzen. Ein Beleg des nicht vorhandenen bzw. nicht ausreichenden Schutzes: Der Stuttgarter Prozess gegen die Paradise-Betreiber – jahrelang als bundesdeutsche Vorzeigebordelle in Talkshows u.a. bewundert – in Wahrheit war Berichten zufolge Gewalt an der Tagesordnung – und niemand hat das wahrgenommen.

TDF: Besonders während der Corona Pandemie gab es viele illegale Prostituierte. Inwieweit steht der Schutz der Frauen auch bei illegaler Prostitution im Fokus?

Manfred Paulus: Das gleiche gilt natürlich auch für den Schutz Illegaler. Hier kommt die Gefahr hinzu, dass sie als Täterinnen gesehen und behandelt werden, während die eigentlichen Täter unbedrängt bleiben. Dieser nicht vorhandene oder zumindest nicht auseichende Opferschutz ist wiederum auf die Prostitutionsgesetzgebung zurückzuführen ( ein „normales Gewerbe“ ist nun einmal kein polizeiliches Betätigungsfeld oder gar Brennpunkt ). Weil der Bereich somit (gesetzlich verordnet) nicht oben auf der Prioritätenliste steht und die Möglichkeiten der Maßnahmen zudem begrenzt sind, kommt es ständig zu Überlagerungen durch andere (vermeintlich wichtigere) Kriminalitätsbereiche und der Schutz der Frauen in der Prostitution bleibt auf der Strecke ( was gar nicht so unrecht sein könnte, weil dadurch unangenehmen Wahrheiten im Dunkelfeld verbleiben).

TDF: Warum wenden sich nur verhältnismäßig wenige Betroffene aus der Prostitution an die Polizei und was müsste sich ändern, dass diese Frauen Gewalttaten öfter melden?

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Viel Expertise beim AG-Gründungstreffen der AG Gleichberechtigung und Integration

Der Aufruf zur AG-Beteiligung in der neuen AG Gleichberechtigung und Integration hat viele Mitfrauen neugierig gemacht – 21 nahmen am Online-Gründungstreffen am 30.05.2022 teil. Ein paar der Frauen waren bereits in der früheren AG Frauenrechte und Religion, viele andere sind noch nicht mit der AG-Arbeit bei TERRE DES FEMMES vertraut und wollen jetzt aktiv werden, was das Referat Ehrenamtskoordination besonders freut. Auch die „neuen AG-Frauen“ bringen viel Wissen mit und können durch ihren Beruf oder die persönliche Lebensgeschichte sehr gut an die Themenfelder der AG anknüpfen.

Laizität, Ethikunterricht an Schulen, Frauenrechte in Afghanistan und die Abschaffung des Patriarchats sind einige Punkte, die den Frauen am Herzen liegen und die in der ausführlichen Vorstellungsrunde immer wieder genannt wurden.

In den folgenden Monaten heißt es nun für alle beteiligten Frauen: sich kennen lernen, austauschen und Themen sammeln – zusammen mit Vorständin Carmen Schiller und ihrer AG-Koordinatorin Ulrike Taukert.

Wir freuen uns, dass wir mit Ulrike eine langjährige Mitfrau als Koordinatorin gewinnen konnten, die früher bereits die AG Sexualisierte Gewalt koordiniert hatte.

Das erste reguläre AG-Treffen findet am 15. und 16.10.2022 in der Berliner Bundesgeschäftsstelle statt, wenn es die Pandemielage zulässt.

Wir wünschen der AG einen guten Start und eine wunderbare Zusammenarbeit!

Herzlich Willkommen: zwei neue Städtegruppen-Koordinatorinnen in Köln und Stuttgart

Wir freuen uns sehr, zwei neue Städtegruppen-Koordinatorinnen zu begrüßen, die sich zusammen mit ihren Gruppen in Köln und Stuttgart für Frauenrechte engagieren.1653991702330SG-Koordinatorin Theresa und Mitstreiterin Hannah

Charlie Kleinmann hat Anfang 2022 die Kölner Städtegruppe übernommen. Die bunt-gemischte Gruppe von sieben Aktiven möchte sich insbesondere mit den Themenfeldern häusliche Gewalt, Femizide und Prostitution bzw. der Unterstützung des Nordischen Modells auseinandersetzen. Dazu streben sie auch nach Kooperationen, z.B. mit den MacherInnen der „Rotlicht aus-Kampagne“ und dem Arbeitskreis Gewalt.

Ein engerer Austausch mit anderen TDF-Städtegruppen soll die Handlungsmöglichkeiten erweitern. Das vierteljährlich stattfindende Online-Treffen der Städtegruppenkoordinatorinnen ist dafür das passende Format und hat es den neuen Koordinatorinnen leicht gemacht, ihre deutschlandweit verteilten Kolleginnen kennenzulernen und gemeinsam Ideen zu sammeln.

 

 

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Juhu, das Berufsbildungsprojekt in Sierra Leone ist gestartet!

Die ehemaligen Beschneiderinnen, denen das Berufsbildungsprojekt jetzt eine alternative Existenz ermöglicht © AIM

Endlich ist es so weit! Das Berufsbildungsprojekt für junge Frauen in Sierra Leone konnte dank der von TERRE DES FEMMES über Betterplace gesammelten Spenden im Mai 2022 starten. In einer ersten Phase werden 30 junge Frauen ab 16 Jahren zu Seifenproduzentinnen ausgebildet und anschließend in die Selbstständigkeit begleitet. 10 von ihnen kommen aus dem von unserer Partnerorganisation Amazonian Initiative Movement (AIM) betriebenen Schutzhaus für gewaltbetroffene Mädchen und junge Frauen, 10 konnten oder durften bislang keine Schule besuchen oder mussten die Schule frühzeitig verlassen, und weitere 10 Frauen, die bisher als Beschneiderinnen gearbeitet haben, können sich nun eine neue Existenz aufbauen.

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Worldwide Day of Genital Autonomy am 07. Mai 2022

WWDOGA Logo© MOGiS e.V.

Anlässlich des Weltweiten Tages der genitalen Selbstbestimmung (Worldwide Day of Genital Autonomy – WWDOGA) fand wie jedes Jahr am 7. Mai eine Kundgebung aus Köln mit mehreren Redebeiträgen statt.

Seit nunmehr 10 Jahren ist der WWDOGA weltweit zu einem Symbol und Aktionstag für genitale Selbstbestimmungsrechte geworden, der alle Kinder ausnahmslos einschließt – unabhängig von Geschlecht, Herkunft, Religion oder Tradition. Zum 10-jährigen Jubiläum blickte der WWDOGA 2022 vor allem zurück – und reflektierte welche Entwicklungen, vor allem rechtlicher Natur, seitdem weltweit auf den Weg gebracht wurden.

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CHAIN Community Trainers treffen sich zum Austausch in Berlin

- 1 In einer Gruppendiskussion tauschen sich die Community TrainerInnen über ihre Arbeit aus. © TERRE DES FEMMES

English Version below

European Exchange Meeting 21. Mai 2022

Nachdem das erste europäische Netzwerktreffen der Community TrainerInnen des CHAIN Projekts am 09. Oktober 2021 coronabedingt online stattfinden musste, haben wir uns sehr gefreut, dass am 21. Mai 2022 27 Community TrainerInnen unserer Partnerorganisationen Action Aid Italia (Italien), Save a Girl Save a Generation (Spanien) und Equipop (Frankreich) mit unseren Community TrainerInnen bei TERRE DES FEMMES in Berlin begrüßt werden konnten. Um nachhaltige Verbindungen zwischen den AktivistInnen der verschiedenen Länder zu knüpfen war dieses Treffen essentiell – und ein voller Erfolg!

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Zuflucht und Hilfe in Kriegszeiten: Die ukrainische TDF-Partnerorganisation Misto Dobra stemmt sich gegen das Leid

 

Foto1 UkraineGeflüchtete Mädchen finden im Schutzhaus von Misto Dobra ihr Lachen wieder © Misto DobraDas Frauenschutzhaus Misto Dobra (engl. City of Goodness) im westukrainischen Chernowitz war ursprünglich für 27 gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder ausgelegt. Inzwischen bietet die TDF-Partnerorganisation rund 270 Menschen Zuflucht, denn seit Beginn des Krieges kommen mehr und mehr Binnengeflüchtete an, die durch Gewalt und Zerstörungen aus ihrem Zuhause vertrieben wurden. Das Misto Dobra-Team ist entschlossen, so vielen Menschen wie nur irgend möglich zu helfen – und wird von TERRE DES FEMMES dabei nach Kräften unterstützt.

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