Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Femizide auch hier: Was Sarah Everards Tod für Deutschland bedeutet

Plakat in London aufgehängt während einer stillen Mahnwache für Sarah Everard

Vor einem Monat wurde Sarah Everard getötet. Die 33-Jährige ist am 3. März auf dem Heimweg von einer Freundin in London mutmaßlich vom 48-jährigen Polizisten Wayne Couzens verschleppt und später ermordet worden. „Großbritannien und die Angst der Frauen“, titelte dazu die Süddeutsche Zeitung, als wäre das Problem die Angst und als wäre nur Großbritannien betroffen. In Großbritannien und Deutschland wird gleichermaßen jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Tötungen durch Fremde. Sarah Everards Tod sollte Politik und Gesellschaft auch in Deutschland aufrütteln, gegen Femizide tätig zu werden.

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Aufklärung am Weltfrauentag: Community Trainer Clément Drabo sensibilisiert Fachkräfte in Ingelheim zu weiblicher Genitalverstümmelung und Früh-/Zwangsverheiratung

Anlässlich des Weltfrauentags 2021 veranstaltete die Gemeinde Ingelheim am 10. März einen Runden Tisch zum Thema weibliche Genitalverstümmelung. Ziel des Treffens war es eine Sensibilisierung zum Thema zu schaffen und dabei gemeinsam herauszufinden, welche Herangehensweise in Bezug auf die Praxis in Ingelheim notwendig ist. Die Veranstaltung fand aufgrund der aktuell anhaltenden Situation mit COVID-19 online statt. Auch der Community Trainer Clément Drabo aus unserem CHAIN-Projekt hat als Referent teilgenommen.

 

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Türkei-Austritt aus der Istanbul Konvention ist ein Weckruf für uns alle

Der Taksim Platz in Istanbul ist immer wieder Zentrum von Protesten für Frauenrechte.

Am 20. März 2021 ist die Türkei aus der Istanbul Konvention ausgetreten – der weltweit einzigen Konvention gegen Gewalt gegen Frauen, welche von fast allen europäischen Staaten ratifiziert wurde und ein wichtiger Maßstab für Frauenrechte auf der ganzen Welt ist.

Wie kam es zu dem Austritt?

Der Austritt geschah auf einen Erlass des türkischen Präsidenten Erdogans hin ohne vorangehende parlamentarische Diskussion. Damit ist die Türkei das erste Land, das der Konvention beitrat und auch das erste, welches sie wieder verlässt. Für FrauenrechtlerInnen in der Türkei, aber auch in Deutschland und im Rest Europas ist der Austritt ein schwerer Schlag. Doch er kam nicht ohne Ankündigung. Erdogan hat in der Vergangenheit immer wieder mit einem Austritt gedroht. Es war unter anderem seiner Tochter zu verdanken, die eine Frauenrechtsorganisation in der Türkei leitet, dass es zuvor nicht dazu kam. Doch dieses Mal behielten Erdogans autokratische Gesinnungen die Oberhand. Eine konkrete Begründung für den Austritt nannte Erdogan nicht, deutete jedoch an, dass die Konvention „Familienwerte“ in Gefahr brächte.

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TERRE DES FEMMES sagt „Danke“ für die Skulptur von Dr. Faraj Remmo

Foto: Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle und Vorstandsvorsitzende Godula Kosack mit der „Danke-Skulptur“ © TERRE DES FEMMES

Zum 110. Internationalen Frauentag wurde TERRE DES FEMMES e.V. die „Danke-Skulptur“ von Dr. Faraj Remmo vom Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL) der Universität Bielefeld verliehen. Dr. Remmo ist dort Projektmitarbeiter für Inklusion, Diversität und Partizipation.

Die Skulptur wird seit vier Jahren weltweit an Institutionen und Personen vergeben, die sich für Gesellschaft, Politik, Umwelt, Katastrophenhilfe, Kunst oder Kultur verdient gemacht haben. Der erste, dem sie verliehen wurde, war Stephen Hawking, zuletzt ging sie an die Journalistin und Politikwissenschaftlerin Antonie Rietzschel.

Wir von TERRE DES FEMMES e.V. reihen uns gern in die Liste namhafter und verdienter Personen und Institutionen ein und sagen nun ebenfalls: „DANKE!“

100 Schülerinnen jubeln: Endlich haben sie Licht!

Foto: ©Emmanuel Gonondo

 

Seit 10 Jahren ermöglicht TERRE DES FEMMES Mafa-Mädchen in Nordkamerun, die sonst nicht die Mittel dazu haben, die Schule zu besuchen und eine Ausbildung zu machen. Sie bekommen ein Stipendium, das das Schulgeld, die Prüfungsgebühren, die Schulmaterialien und die Sportausrüstung abdeckt. Immer wieder wurde der Wunsch nach Solarlampen laut. Denn die Dörfer im nördlichen Mandara-Gebirge sind noch nicht an das Stromnetz angeschlossen. 

Von den Töchtern in der ländlichen Gegend wird erwartet, dass sie nach der Schule Haus- und Feldarbeit verrichten. Da bleibt ihnen nur abends Zeit für Schularbeiten und zum Lesen. Das ist aber kaum möglich, denn nur wenige verfügen überhaupt über eine Petroleum- oder Taschenlampe, die auch nur spärlich Licht abgeben. Deshalb hat TERRE DES FEMMES im Herbst 2020 in einem Mailing „Spenden Sie Licht“ Mittel für die dringend benötigten Solarlampen gesammelt. Mit maßgeblicher Unterstützung von ABIOLA LichtPortal (www.abiola.eu) konnten im Februar 2021 endlich 100 SolarKits (qualitativ hochwertige Solarlampen mit Solarplatten) an Mädchen verteilt werden.

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Wie Kinder in Burkina Faso zu Schulranzen kamen

Foto: © TDF

Manche Sachen funktionieren wie ein Puzzle, dessen Teile sich per Zufall auf der ganzen Welt finden. Während Kinder in der Schweiz die französische Sprache lernen, fehlt es in Burkina Faso an Schulmaterial. Man kann das eine mit dem anderen verknüpfen, dachte sich die Mitfrau Justyna Grund von TERRE DES FEMMES (TDF) und fand eine Idee zur Zusammenarbeit.

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TERRE DES FEMMES hat die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ abgegeben!

TERRE DES FEMMES hat die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ abgegeben!

Am 11. Dezember 2020 hat TERRE DES FEMMES (TDF) nach mehr als zweijähriger Laufzeit die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) in Berlin überreicht. Insgesamt wurden über 38.800 Unterschriften gesammelt und an Staatssekretärin Frau Dr. Sudhof überreicht. 

Aufgrund der Pandemie-Bestimmungen fand das Austauschgespräch zur Petition am 25. Februar 2021 digital mit dem BMJV statt. Staatssekretärin Frau Dr. Sudhof nahm gemeinsam mit Herrn Bindels, Leiter des Referats Verfassungs- und Verwaltungsrecht, Völker- und Europarecht, an dem Termin teil. 

TERRE DES FEMMES hat beim Austauschgespräch wertvolle Hinweise erhalten, insbesondere bezüglich der Kompetenzverteilung sowie Vernetzungsmöglichkeiten. TDF hat aus diesem Gespräch neben neuen Ideen auch ein positives Gefühl geschöpft, da seitens des Bundesjustizministeriums mehrmals die Wichtigkeit der Arbeit an dem Thema „Kinderkopftuch“ betont wurde.

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Ja zum Vollverschleierungsverbot in der Schweiz

Die Schweiz hat abgestimmt: Das Tragen einer Vollverschleierung, sprich einem Gesichtsschleier, der nur die Augen freilässt,Gleichberechtigung und Verschleierung ist nun verboten. 51,2 Prozent der SchweizerInnen haben am 7. März 2021 dafür gestimmt. TERRE DES FEMMES  (TDF) begrüßt das Vollverschleierungsverbot in der Schweiz und fordert die deutschen Parteien auf, sich im Rahmen der von TDF erstellten Wahlprüfsteine, diesem Thema anzunehmen.

Seit 2017 setzt sich die Schweizer Volksinitiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ für ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum ein. Für die Initiative stellen Freiheit – „freie Menschen zeigen ihr Gesicht“ – und Gleichberechtigung die zentralen Gründe für ein Verbot dar, aber auch Sicherheit (Nicht-Vermummung auf Demonstrationen) und Terrorabwehr sind ihr ein Anliegen. Jedes Verbot muss gut überlegt sein und geht immer mit Ausnahmen einher, die in diesem Fall unter anderem für Mund-Nasen-Bedeckungen gelten.

TDF fordert seit 2016 ebenfalls ein gesetzliches Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit. Die Vollverschleierung repräsentiert ein inakzeptables Geschlechterbild. Eine einschränkende geschlechtsspezifische Kleidung steht der Gleichberechtigung von Mann und Frau nach Art. 3 GG entgegen.

Niqab und Burka sind Ausdruck eines rückwärtsgewandten Geschlechterverständnisses, demzufolge sich Frauen vor den (begehrlichen) Blicken fremder Männer schützen müssten. Außerdem ist das dahinterstehende Männerbild problematisch, weil es den Mann zu einem unkontrollierten, triebhaften Wesen stilisiert. Frauen sollen sich durch die Vollverschleierung von den Blicken dieser Männer schützen.

Der Kleidungsstil einer Frau steht in keinem Zusammenhang mit ihrer sexuellen Verfügbarkeit bzw. ihrem Wunsch nach sexueller Annäherung.

Die Vollverschleierung verletzt die Menschenwürde der Frau und ist Ausdruck von Sexismus und Geschlechtertrennung. Alle Formen des Körper- und Gesichtsschleiers sind Kennzeichen eines religiösen Fundamentalismus, der für Missachtung und Erniedrigung der Frau und ihrer Degradierung zu einem Objekt steht. Letztlich gehört das Gesicht zur Identität und macht mithilfe der Mimik einen großen Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation aus.

Der Gesichtsschleier ist aus feministischer Sicht nicht einfach ein Stück Stoff, ein Kleidungsstück wie jedes andere. Er symbolisiert den ultrakonservativen Islam salafistischer bzw. wahhabitisch-sunnitischer Ausrichtung und ist nicht ohne Grund mit dem IS assoziiert. Daher überrascht es nicht, dass viele muslimische Frauen und Männer der Vollverschleierung ablehnend gegenüberstehen. Wir solidarisieren uns mit den säkularen und liberalen MuslimInnen, die immer häufiger vonseiten konservativer unter Druck gesetzt werden. Mit der Unterstützung des Verhüllungsverbots solidarisieren wir uns zudem mit vielen liberalen Menschen, die in Ländern wie Saudi-Arabien oder dem Iran ihr Leben für den Kampf für Gleichberechtigung aufs Spiel setzen.

TERRE DES FEMMES macht sich stark gegen alle Menschenrechtsverletzungen, die Mädchen und Frauen weltweit allein deshalb erdulden müssen, weil sie weiblich sind. TDF folgt in ihrem Engagement dem feministischen Leitbild: Die Geschlechter sind einander ebenbürtig – ohne Wenn und Aber. Festzementierte Positionen für Frauen in Familie und Gesellschaft werden abgelehnt, unabhängig davon, ob sie religiös, kulturell, als Tradition oder als natürliche Bestimmung definiert werden.

Daraus folgt: TERRE DES FEMMES lehnt sexistische, rassistische, rechtsextreme, populistische, islamistische und andere religiöse fundamentalistische Ideologien ab, die zur Begründung für Gewalt gegen Frauen und als Instrument ihrer Unterdrückung herangezogen werden.